﻿DAS GLOBÜLIN DER MlLCfl.
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derschlag ausscheidet, der in lezterem Falle in 5% Chlornatriumlösung löslich ist und von ihm für Globulin angesehen wurde.
Um Case'in auszufällen, verdünnten Danilewski & Radenhausen (27 p. 1) abgerahmte Milch mit 4—5 Vol. Wasser und setzten unter Umrühren sehr verdünnte Salzsäure zu, wobei sie sich bemühten einen Niederschlag in der nichtsaureu Flüssigkeit (?!) zu erhalten. Den auf dem Filter gesammelten und mit Wasser gewaschenen Niederschlag lösten sie in Ammoniakflüssigkeit auf, fällten die Lösung mit eben solcher Chlorwasserstoffsäure und wuschen den Niederschlag definitiv mit Wasser aus (ib. p. 3). Das mit Alkohol und Aether behandelte Casein enthält, im Gegensatz zu Hammersten’s Angaben, Asche (ib. p. 4). Frisches, gut ausgewaschenes Casein wurde mit 45—50% Weingeist bis zum Siedepunkt dieses lezteren erhitzt und das Gemenge auf einen gewärmten Filter gebracht, auf welchem alles, was in Alkohol sich nicht aufgelöst hatte, zurückgehalten wurde und den Rest A bildete; das Filtrat B schied nach der Abkühlung schneeweisse Flocken aus, welche aus den „Protalbstoffen“: „Caseoprotalbin und Caseoprotalbinin“ bestanden und das saure Princip des Caseins (?!) vorstellten. Diese zwei Körper von einander zu trennen ist sehr schwer, aber doch möglich (und, wie es sich erweist, ziemlich einfach): die Flocken C, welehe die Protalbstoffe vorstellen, werden aufs neue mit 35— 40% Weingeist, aber nur bis 70° erhitzt, wobei der ungelöst gebliebene Teil das „Caseoprotalbin“. der in Lösung übergegangene—das „Caseoprotalbinin“ vorstellt. Als unerlässliche Bedingung zur Entstehung der Protalbstoffe aus dem Casein halten die Autoren die Behandlung letzteres gerade mit 45%-igem Weingeist (ib. p. 3). Der Rest A stellt nach der Behandlung des Caseins mit siedendem Alkohol Caseoalbumin (?!) mit einer geringen Beimengung von Protalbstoffen vor. Um diese zu entfernen, löst man den Rest A in Wasser, welches mit einer unbedeutenden Menge Ammoniakflüssigkeit versetzt ist, auf und fällt ihn wieder mit Chlorwasserstoftsäure; den Niederschlag extrahirt man wieder mit 50%-igem Weingeist in der Siedhitze und setzt davon solange zu, bis die letzten Spuren von Protalbstoffen in den Weingeist übergegangen sind (ib. p. 7). Was die Wirkung von Alkohol und Weingeist auf das Casein im allgemeinen anbetrifft, so ist sie schon seit lange und verhältnissmässig nicht übel erforscht, (p. n. 57), wobei die wesentlichste Thatsache darin besteht, dass die Löslichkeit des Caseins in Weingeist und Alkohol ganz von den Beimengungen abhängt. Dies findet seine Bestätigung auch durch Danilewski’s und Radenhausen’s Arbeiten, indem diese Forscher auf den leichten Uebergang des einen Körpers in den andern hin weisen (27 p. 8—9).
Weitere Auszüge aus den Arbeiten genannter Autoren anzuführen, halten wii nicht für nötig, da zur Erklärung der Lehre von den zahlreichen Körpern, welche sie in der Milch voraussetzen, es notwendig machen würde den Leser in den Gedankengang einzuführen, der Danilewski’s Lehre von den Veränderungen, welche die Proteinkörper im Verdauungsact x) erfahren, charakterisirt; hauptsächlich aber genügt auch das oben Angeführte, um sagen zu können, dass Danilewski & Radenhausen’s Lehre nicht nur nichts Neues vorstellt und nichts Altes erklärt, sondern, im Gegenteil, ohne genügenden Grund eine grosse Verwirrung in die Begriffe derjenigen bringt, die mit der Geschichte des Caseins wenig bekannt sind. Letzeres kann übrigens auch von diesen Autoren gesagt werden.
Danilewski selbst fällte einige Zeit darauf ein strenges Urteil über seine Schlüsse, indem er das anführt, was schon in den 40-iger Jahren (p. n. 56 u. folg.)
!) „Wie die Darstellung der obigen Körper gelehrt hat, enthält die Milch grosse Menge halb-verdauter (!?) Eiweissstoffe“. (27 p. 22).
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