﻿DAS GLOBULIN DER MILCH.
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zwischen Fliesspapier abgepresst, in Wasser aufgelöst und aus neue mit Bittersalz gefällt. Neues Abpressen des Niederschlags zwischen Fliesspapier, abermaliges Auflösen und schliessliche Dialyse Hessen zwar Trübung, aber keineswegs Fällung wahrnehmen. Im ganzen hält jedoch Sehelien den auf obenbeschriebene Weise erhaltenen Niederschlag für Paraglobulin—Seroglobin—, nennt ihn aber dennoch „Lactoglobulin“ (ib. p. 447). Nach der Abtrennung der durch Sättigung sowohl mit Chlornatrium als auch mit Magnesiumsulfat erhaltenen Niederschläge schied das Filtrat mit Essigsäure noch einen Niederschlag aus (164 p. 455), in welchem Sebelien „Lactalbumin“ „unterschied“, den er mittels Dialyse von den Salzen reinigte, worauf das Filtrat mit Alkohol gefällt und der Niederschlag mit Aether behandelt wurde; dabei blieb dieser in Wasser löslich (ib. p. 456). Kurz, um Lactal-bumin zu erhalten, sättigt man die Milch mit Magnesiumsulfat, dann das Filtrat bei 40° mit Natriumsulfat; nachdem der erhaltene Niederschlag in Wasser aufgelöst und dialysirt worden ist, verhält er sich ebenso, wie das nach oben beschriebener Methode erhaltene Lactalbumin; dasselbe gerinnt bei 72° und wird deshalb von Sebelien dem Eieralbumin und dem Serumalbumin zur Seite gestellt (ib. p. 462). Es muss bemerkt werden, dass Sebelien (ib. p. 447) bei der Dialyse einer Lösung seines „Lactoglobulins“ zu seinem Erstaunen nach der Entfernung des Salzes keinen Niederschlag erhielt: auch sehr schwache Essigsäure erzeugte im dialysirtem Globulin keinen Niederschlag (Erklärung s. 120 p. 849).
Hoppe-Seyler’s Verfahren benutzend, fällte Schmidt, J. (158 p. 46) sowohl Kuhmilch als Frauenmilch, nach der Verdünnung mit 10 Vol. Wasser und Ansäuerung mit Essigsäure, durch Einleiten von Kohlensäure bei 40°. Den bei dieser Operation erhaltenen Niederschlag sieht Schmidt für Casein an. Bei der Neutralisation scheidet das Filtrat in der Siedhitze einen Niederschlag aus, den Schmidt für Albumin hält. Somit findet Schmidt auch in der Frauenmilch Casein und Albumin!
Struve (185 p. 72) nimmt in der Milch zwei Caseine an: gelöstes a-Casein und suspendirtes ß-Casein. Ersteres wird aus dem aus der Milch mittels Essigsäure erhaltenen Niederschlag, nachdem dieser bei 100° getrocknet worden ist, mit Ammoniakflüssigkeit extrahirt, das ß-Casein ist in dieser löslich!
Anders betrachtet Pfeiffer (135 p. 150) das Verhalten des Caseins. Sowohl er als auch Schmidt-Mülheim (159 p. 243) widerlegen die von Kemmerich angeführten Thatsacben in Bezug auf den Uebergang des Caseins in Albumin beim Stehen der Milch. Zugleich beobachtete sowohl Pfeiffer als auch Kemmerich (p. n. 204), dass bei der Fällung mit einer und derselben Quantität Säure die Caseinmenge mit der Temperatur zunimmt und dass die Menge der Säure im umgekehrten Verhältnis zu der Temperatur steht (135 p. 150). Ausserdem bemerkte Pfeiffer bei der Fällung von mit Wasser verdünnter Milch mit Chlorwasserstoffsäure (1 cc. concentrirter Salzsäure auf 100 cc. Wasser), dass anfänglich, bei den ersten 5—7 Tropfen, die Fällung stärker vor sich geht, bei 8—11 viel schwächerund nach 12 Tropfen ganz aufhört; jedenfalls aber wird das Casein aus genügend mit Wasser verdünnter Milch von Säuren leichter ausgefällt, während unverdünnte Milch ihr Casein viel schwerer abgiebt (ib. p. 152). Nach Pfeiffer’s Aussage und den Angaben Hoppc-Seylor’s zuwider, der als Gerinnungspunkt des Milchserums 60 — 80° annimmt, fangen die Molken schon hei 20°—25° ' an zu gerinnen, wenn sie nicht zu stark verdünnt oder angesäuert sind, während hei 40° schwache bei 65° starke Flocken (ib, p. 153) erscheinen, obgleich Flockenbildung auch schon bei Zimmertemperatur statthat, Pfeiffer nennt diese Erscheinung ,spontane Gerinnung“, giebt aber eine solche für das „Albumin“ nicht, zu. wohl aber für das Casein; da aber solches in