﻿DAS GLOBULIN DER MILCH.
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d. h. in neutralen Salzlösungen lösliches Casein, ohne irgend welche Beimengungen erhalten. Ausserdem stellt die Gegenwart von Fetten ein bedeutendes Hinderniss bei der Anwendung derjenigen Methoden vor, welcher man sich gewöhnlich zur Darstellung z. B. des Globulins aus Blutserum oder Eiweiss bedient.
1.	Zur vorläufigen Abtrennung der Fette ohne Veränderung der chemischen Verhältnisse des Caseins in der Milch kann man die schon von Donné (p. n. 187) und dann von Hammarsten (66 p. 265) vorgeschlagene Methode benutzen. Letzterer empfiehlt die Milch mit 3—4 Vol. destillirtem Wasser zu verdünnen und dann durch einen dichten Filter zu filtriren, wobei die Milch so rein von Fettkügelchen und andern suspendkten Partikelchen werden soll, dass solche auch mit dem Mikro-scop nicht zu entdecken seien '). Im Notfälle rät Hammarsten die Filtration zu wiederholen. Wie er ganz richtig bemerkt, wird nach dieser Operation ein mehr oder weniger weissliches, milchig aussehendes, obgleich klares Filtrat erhalten (ib. p. 266). Dieses wird behufs Ausscheidung des Globulins entweder mit Säuren oder mit Salzen behandelt, wobei aber das erhaltene Präparat eine bedeutende Menge Asche enthält.
2.	Um vollständige Entfernung der Fette und gleichzeitige Ausscheidung des Globulins zu erzielen, wird obiges Filtrat sowie auch ganze frische Milch (ohne vorhergehende Filtration) nach dem Zusatz von 2—10 Vol. Wasser mit 2—3 Vol. Aether versetzt und in Teilungstrichtern (Fig. 4, p. n. 57), noch besser aber in mit zwei Ableitungsrohren versehenen Kolben (Fig. 5, p. n. 57) umgeschüttelt; in letzterem Falle ist es leicht, die mittlere Globulinschicht von der unteren, Wasser, Salze u. s. w. enthaltenden, Schicht und von der oberen Aetherschicht. mit den gelösten Fetten, zu befreien. Die zurückgebliebene mittlere weisse Schicht wird aufs neue mit einem Gemenge von Aether und Wasser im Verliältniss von 1 : B— 6 versetzt, wieder umgeschüttelt u. s. w., bis zur vollständigen Befreiung von den Fetten. Lange (z. B. indem man die Mischung mit Aether über Nacht stehen lässt) darf die Behandlung mit Aether nicht dauern, da in dem Lactoglobin, wie in jedem andern Globulin, die Löslichkeitsbedingungen bei längerer Einwirkung von Wasser und Aether sich verändern.
3.	Ein fettfreies Lactoprotei'n wird auch bei der Fällung der Milch mit Salzen und wiederholtem Auflösen und Ausfällen des Niederschlags mit demselben Salze erhalten. Besonders glatt geht die Fällung mit Ammoniumsulfat vor sich.
4.	Ferner wird das Lactoglobulin durch Kohlensäure ausgefällt, zu welchem Zwecke aber destillirtes Wasser in der Kälte mit Kohlensäuregas gesättigt und dann erst die zu prüfende Milch bei gewönlicher Temperatur in kleinen Portionen eingetragen werden muss; dabei fallen die sich ausscheidenden Lactoglobin-flocken zu Boden.
Endlich wird vollständige Fällung der Proteïnsubstanzen noch—5. durch Sättigung mit Ammoniumsulfat und—6. durch Sättigung angesäuerter Milch mit einem Salz, oder umgekehrt, erreicht.
In allen genannten Fällen erhält man unter Beobachtung der notwendigen Vorsichtsmaassregeln unverändertes, d. h. in Lösungen neutraler Salze, 6,1%-igen Alkalien- Salz- und Schwefelsäurelösungen lösliches Lactoglobin, welches aber Asche enthält.
'] „Wenn die ganz frische Kuhmilch mit 3—4	und etwaigen anderen feinen Partikelchen	befreit
Vol. destillirtem Wasser	verdünnt wird, kann sie	werden, dass in dem Filtrate mit dem	Mikro-
oft ziemlich leicht und	rasch durch ein dichtes	skope gar keine Kügelchen oder Körnchen zu
Filtrum so vollständig	von den Fettkügelchen	sehen sind-' (66 p. 265).