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ALLGEMEINE SCHLÜSSE.
für nötig fand, die Eigenschaften dieser von ihnen „Albumin“ genannten Präparate zu prüfen, sie miteinander zu vergleichen! Dasselbe kann auch von allen anderen Benennungen gesagt werden. Unter einem und demselben Namen wurden häufig ganz verschiedene Präparate und Verbindungen von Proteïnkürpern [z. B. „Albuminat“ (p. n. .V.Y 81—5 p. 81), Acidalbumin (p. n. .Y.Y S1—.5 p. 93)] gemeint.
Die Erweiterung der Nomenklatur der Proteinsubstanzen hatte auch noch andere, besondere Gründe. Wenn ein Autor, um seine Gedanken über eine vermeintliche Substanz bequemer darzulegen, diese mit irgend einem Namen belegte, so blieb dieser haften, auch wenn die Notwendigkeit desselben schon nicht mehr vorhanden war: so z. B. Schmidts „fibrinoplastische Substanz“ (Y.Y 48—60 p. 120). Eine Benennung blieb in der Literatur der Proteinkörper auch dann zurück, wenn sie infolge einer irrtümlich ausgelegten Tatsache eingeführt worden war. Der Irrtum wurde aufgeklärt, die Notwendigkeit der Benennung war dadurch ausgeschlossen, und dennoch blieb diese, wie z. B. der Ausdruck „Paraglobulin" zurück (.Y.Y 48-—
60 p. 126).
Noch interessanter ist folgende Tatsache. Eine besondere Benennung wurde noch gegeben, wenn ein Autor wünschte die Aufmerksamkeit auf ein von ihm dargestelltes, wenn auch sehr unvollkommen untersuchtes und nichts Charakteristisches vorstellendes Präparat zu lenken ‘). Zuweilen vergass er. dass er den Namen nur aus rhetorischen Rücksichten und nur deshalb eingeführt hatte, um die Unmöglichkeit der Existenz eines Körpers zu beweisen, der im entgegengesetzten Falle mit diesem Namen hätte benannt werden müssen. Als Beispiel einer solchen Benennung kann auf Hammarstens „Globulinogen“ (23 p. 497) hingewiesen werden. Manchmal werden, um einen übrigens nur in der Einbildung der Autoren vorhandenen Parallellismus in den Reaktionen zu zeigen, aus Analogie Benennungen wie z. B. „Myosinogen“ (p. n. .Y.Y 61—7 p. 49), „Caseinogen“ (p. n. jY.Y 68—74 p. 92) und dergl.. ohne eine mehr oder weniger bestimmte Charakteristik der Substanzen eingeführt. Eine neue Benennung zu geben kostete ja den Autoren nichts, und sie schufen solche verschwenderisch... (p. n. .Y.Y 48—60 p. 70). Es hat Fälle gegeben, wo die Autoren sich eine kleine Welt von Benennungen schufen, in welcher sie sich „wie zu hause“ fühlten und nicht einmal ahnten, dass diese sich in völligem Widerspruch sogar mit der wenig bestimmten, unvollkommenen, schon vorhandenen Nomenklatur befanden. Ein solches Verhalten charakterisirt schon eine Entstellung der Nomenklatur, wie wir sie bei Michailoff2) sehen. Nicht weniger bedeutender
!) bei Scherer finden wir: Ich bemerke nur noch, dass ich dem Stoffe hauptsächlich deshalb einen Namen gegeben habe, um die Aufmerksamkeit späterer Untersucher um so sicherer auf denselben zu lenken, da ich mich überzeugt habe, dass auf diese Weise Beobachtungen und neue Untersuchungen viel eher hervorgerufen werden, als wenn das Kind (!!) namenlos in die Welt tritt (46 p. 214).
-) Schon einmal wiesen wir daraufhin (As/is 48— 60 p. 54) und wollen hier noch schneidigere Beispiele einer solchen Namensentstellung anführen. So besteht, Michailoff nach, der „Eiweisstoff (!) der Vogeleier hauptsächlich aus einer verliältniss-mässig starken Lösung von Albumin (!) welches nach der allgemeinen Vorstellung in ein Netzwerk von Häuten eingeschlossen ist, aus welchem man es befreit, indem man den Eiweiss-
stoff (!) mit der Schere zerschneidet... ' oder „Schon Lehmann nahm in dem Eiweissstotf (!) der Eier zweierlei Eiweiss ('?!) an“ (36 p. 63—4). Zugleich gebraucht der Autor bei der Erforschung der Gélatinisation (!) (ib. p. VI, 3) die Benennungen „Gerinnsel“, „Coagula“ (ib p. IV, 6) u. s. w., die er mit Lieberkühn's Gallerte und Gelatine identifizirt, obgleich, MichailofTs Beschreibung nach zu urteilen, diese Körper zu Lieberkühn's (VJN° 86—92 p. 182) Bestimmung nicht stimmen; der Verfasser wundert sich, dass die andern Autoren die Lieberkühn’sclie Terminologie (36 p. 14) nicht angenommen haben, wobei er vergisst, dass auch er die allgemeine Terminologie nicht annimmt und z. B. die Benennung „Lehmann's Eiweiss“ einführt, welches schon seit den 60 Jahren für Globulin anerkannt wird (!) Übrigens hat bei Michailoff auch das Globulin eine lie-