﻿ALLGEMEINE S CHLÜSSE.
413
andeutet, die Ausgangssubstanz aller bekannten Präparate oder Verbindungen aus proteïnhaltigen Flüssigkeiten, oder Gebilden (p. n. AbV 41 — 7 p. 71—2), wobei wir das Globulin tierischer Herkunft im allgemeinen ..Zoo gl obin“ nennen wollen. Unser „Globulin“ soll einen aschenfreien Körper vorstellen, infolgedessen alle andern unter mannigfachen Namen bekannten Globuline, Fibrine. Albumine u. s. w., u s. w. verschiedene Verbindungen des reinen Globulins sind: deshalb müssen diese Benennungen von den unsrigen scharf unterschieden werden, obgleich letztere mit den Synonymen eigentlicher Verbindungen oder Gemenge des reinen Globulins nur bequemlichkeitshalber in einer Peihe stehen. Zur besseren Orien-tirung in den mannigfachen Benennungen und Synonymen der verschiedenen Verbindungen des reinen Globulins geben wir in der Einleitung ein alphabetisches Verzeichnis aller dieser Benennungen und Synonyme nebst denNamen der betreffenden Autoren.
V e r h alte n d er Autoren zu dem S t u d i u m der Prote ï n k ö r-p e r. Die Mannigfaltigkeit und Unbestimmtheit der Benennungen haben dazu geführt, dass die Autoren einander einfach nicht verstehen; davon habe ich mich im Laufe der ganzen Geschichte der Prote'inkörper, besonders in der zweiten Hälfte derselben. an frappanten Beispielen überzeugen können. Die Autoren zeigten weder Lust noch V il len die entstehenden Misverständnisse aufzuklären, und dies bedingte eine sonderbare Nichtachtung gegen die Arbeiten der Vorgänger. Ein solches Verhalten erklärt sich zum teil durch den von vielen gelehrten Männern vom Lehrstuhl herab verkündeten Wahlspruch „Alles schon dagewesen“! der einerseits die l nbekanntschalt mit den Arbeiten der Vorgänger rechtfertigte, andererseits die Autoren ermutigte alles das zu veröffentlichen, was ihnen neu schien. Als ermunterndes (?) Moment diente in dieser Beziehung auch noch der falsch verstandene Berzelius sehe (1 p. 550) Satz '), welcher zuerst von Eichwald (14 p. 77), dann von Gorup-Besanez (Dip. 132) u. and. wiederholt wurde, nämlich: dass man. wo man wenig weiss, auch die geringsten Unterschiede berücksichtigen müsse (14p. 7b). So berücksichtigten denn die Autoren auch das, was schon allgemein gut bekannt war... Infolgedessen entstanden W irrsale von Lehren, Hypothesen, Deutungen u. s. w., an denen die Geschichte der Prote'inkörper so reich ist, und deren wir in einem jeden der vorhergehenden Abhandlungen Beispiele genug gesehen haben.
Eine unrichtige, vielleicht sogar parteiische Beleuchtung gewisser Tatsachen sowie des A erhaltens der Proteinkörper möge zum Teil seitens der Autoren in der Verteidigung ihrer Anschauungen und in dem Kampf, den sie gegen einander führten, ihren Grund haben. I nter den zahlreichen Beispielen aus der Geschichte der Prote'inkörper wollen wir Hammarsten’s Polemik gegen Schmidt erwähnen: was liess ersterer nicht alles gelten, nur um zu beweisen, dass er z. B. das „Paraglobulin" vom „hibrinogen" abgetrennt hatte, oder was gab andererseits Schmidt nicht alles zu gunsten der Identität des Verhaltens der genannten Körper zu, um den Beweis führen zu dürfen: dass das „Paraglobulin" von dem „Fibrinogen“ nicht abgetrennt werden könne (lti p. 227, 240: 19 p. 436; 20 p. 92; 21p. 563). Indem Hammarsten durch die unvollkommene 'S erwandlung des reinen Fibrinogens in Fibrin in eine höchst schwierige Lage geraten und genötigt war, in seinem Fibrinogen auch die Gegenwart von Paraglobulin zuzugeben, rief er einen neuen Körper „das Globulin“ welches bei 64" gerinnt, ins Leben. Ein solches Globulin aber ist in dem normalen Serum nicht vorhanden, weshalb Hammarsten sich solcher Agentien bedient, welche
1 ) .... und bin ganz dafür, dass man, wo man wenig weiss, auch die geringsten Unterschiede berücksichtigt (14 p. 77).