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ALLGEMEINE SCHLÜSSE.
wobei das Fibrin und Albumin die Benennung „Blutbildner“ erhalten. Eine Art Trias—Albumin. Protein und Globulin—nimmt auch Sovka (50 p. 377) an. Die Bedeutung des Albumins (p. n. A?V 48- 60 p. 90—104), Caseins (p. n. .VA« 68—74 p. 48) und librins (p. n. A?A« 75-—80 p. 171) zu Scherer’s Zeiten ist von uns genügend besprochen worden. Ausserdem haben wir gesehen, dass diese Substanzen mit einander identifizirt wurden (p. n. AW 68—74 p. 48 u. AiA« 75—80 p. 1 78), insofern man sie für selbständige Körper ansehen konnte. Und wirklich, gegen das Ende der vierziger Jahre wurde einschneidig die Meinung laut, dass reines Albumin ganz unbekannt sei. So erklärte z. B. Hlasiwetz (27 p. 4), dass wir weit entfernt davon sind das	absolut reine	Albumin	zu	kennen, und	dass die gegen die
fünfziger Jahre bekannte Substanz Veranlassung gab zwei Modifikationen 'desselben, eine lösliche ^ und eine unlösliche, anzunelimen, wobei für die erste das bei 50° eingedickte Serum, für die zweite das einfache Serum oder Eiweiss angesehen wurde. A on dem	Satze ausgehend, dass	die	gewöhnlichen	Flüssigkeiten, welche
„Albumin“ enthalten, zugleich auch viele andere organische und anorganische Suitstanzen in sich schliessen, hielt Lehmann (33 p. 510) es für notwendig, zuerst möglichst „reines	Albumin“ zu	erhalten,	um	im Stande zu	sein, nachdem dessen
Verhalten zu den verschiedenen	Agentien	erforscht worden	wäre, die Widerspili-
ehe in den zahlreichen Beobachtungen über die proteinhaltigen Flüssigkeiten zu erklären. Dieses Gebot der älteren Physiologen ist jedoch bis heute unerfüllt geblieben. Wenn bis zu den fünfziger Jahren unter dem Namen „Albumin“ hauptsächlich der auf irgend eine Weise aus den proteinhaltigen Flüssigkeiten ausgeschiedene Niederschlag verstanden wurde, so hiess in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts „Albumin“ alles, was in den proteinhaltigen Flüssigkeiten zurückblieb, während der ausgeschiedene Teil, wie gross dessen Menge auch war, irgend einen beliebigen Namen führte, nur nicht „Albumin“ genannt wurde (AW 48— 60 p. 104—163). Nicht weniger unbestimmt war das Verhalten der Autoren dem Casein und Fibrin gegenüber. Trotz zahlreicher Untersuchungen konnte Gorup-Besanez in unseren Tagen dasselbe sagen, was die ältesten Autoren ausgesagt hatten: „wie zahlreich die der Erforschung der Proteinkörper gewidmeten Untersuchungen seien, die erhaltenen Resultate bieten wenig Erfreuliches“ (16 p. 131)!
Da Besondere charakteristische Merkmale für die verschiedenen Arten der Proteinkörper nicht festgestellt worden waren, so waren Irrtiimer unvermeidlich. Nicht einmal an äussere, doch wenigstens bestimmte und beständige, Eigenschaften, Verhaltungsweisen hielt man sich ein für allemal, und dies führte dazu, dass man alle möglichen Proteinkörper in den verschiedensten Flüssigkeiten und Gebilden fand.
Zum Glück entdeckt der Historiker in dem Verhalten der Autoren bei der Erforschung der Proteinkörper leicht eine gewisse Gesetzmässigkeit. Wenn es sich nämlich fügt, dass ein Autor irgend eine Art Proteinkörper zum ersten Mal studirt, so findet er, in andere Gebiete, zu anderen Quellen, in denen solche gefunden werden können, übergehend, daselbst unabänderlich den von ihm zuerst erforschten Körper! Ein jede der zehn ersten Abhandlungen liefert davon Beispiele genug. Wo hat man nur z. B. kein Casein (p. n. AbV 68—74 p. 63—67) gefunden?! Wo hat A. Schmidt kein Globulin zu sehen geglaubt (p. n. AW 48 —60 p. 123)?! Alles, was Protoplasma heisst, enthält Myosin, behauptet Kühne! Myosin wurde in der Cornea, im Gehirn u. s. w. gefunden (p. n. A'.VOl—7 p. 47)! Und Albumin? Man findet es überall: im flüssigen, festen und „geronnenen“ Zustande; endlich, was für ein Präparat eines Proteinkörpers durch Wärme, Alkohol u. dergl. auch verändert würde—es heisst stetst „geronnenes Albumin“!...