﻿ALLGEMEINE SCHLÜSSE.
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Eine solche Yerhaltungsweise der Autoren wurde nicht nur von dem Umstand begünstigt, dass dieselben sich unter dem Druck der Vorstellung von dem von ihnen zuerst studirten Körper befanden, sondern auch von dem, dass fast ein jeder Autor die ihm bekannten Eigenschaften eines Präparats für hervorragende Eigenschaften des von ihm erforschten Körpers haltend, dieselben als Kriterium bei neuen Präparaten aus proteinhaltigen Flüssigkeiten anwandte, dass fast ein jeder Autor sein eigenes Maass hatte. Dies hatte nun wieder seinen Grund darin, dass die Autoren mit den Arbeiten ihrer Vorgänger unbekannt waren, sich meist entweder mit ihren Schulkenntnissen oder mit solchem Wissen begnügten, welches sie aus dem ersten besten Leitfaden schöpften (p. n. .VA« 48—(JO p. 106). Nicht wenige Beispiele gibt es auch davon, dass ein Autor in dieser oder jener Frage das letzterschienene Werk zu rate zog, ohne geprüft zu haben, wieweit dasselbe dem damaligen Stande der gegebenen Frage entsprach; der Autor nahm alle Sätze seines Vorgängers auf Treu und Glauben an, begnügte sich häufig mit einer blossen Benennung, ohne sich die Mühe zu geben, deutlich zu verstehen, was der Autor unter diesem oder jenem Ausdruck verstanden hatte. Die Benennungen, namentlich das A ort ..Albumin", wurde von den Autoren mit einer solchen Sicherheit und Unerschrockenheit gebraucht, dass man meinen könnte, es wären ihnen die innersten Eigenschaften des von ihnen unter irgend einem Namen gemeinten Körpers bekannt gewesen. Im allgemeinen bewegten sie sich jedoch bis zu unserer Zeit innerhalb des Kreises der Reaktionen des Hühnereiweisses und des Blutserums! AAollte es jedoch das Schicksal, dass ein Autor diese Grenzen überschritt, und seine Gedanken auf die Eigenschaften des von ihm erhaltenen Präparats richtete, so sah er sein Präparat unabänderlich in den verschiedensten Substanzen! Ich sage ..Präparat", nicht „Körper“, da sowohl die Darstellungsart als auch die Vrt der Erforschung, von den Reagentien schon nicht zu reden, beinahe bei einem jeden Autor eine verschiedene war.
N o m e n k 1 a t u r. I ml wirklich bietet die Benennung der verschiedenen Proteinpräparate, wie wir aiff Grund unwiderleglicher historischer Zeugnisse fast in einem jeden Kapitel erwiesen, nichts Bestimmtes oder Beständiges. Die Anwendung derselben ist eine ganz willkürliche, obgleich die Autoren dies oft nicht ahnen!
Infolgedessen fanden wir es auch für nötig zu behaupten, dass man. irgend eine Benennung gebrauchend, den Ort, die Darstellungsweise und sogar den Namen des Autors, der das betreffende Präparat erhalten hatte (p. n. VW 48— 60 p. 126—7). angeben müsse, da man nur unter diesen Bedingungen mit Sicherheit sagen könne, was für ein Präparat unter der gegebenen Benennung zu verstehen sei. Ein jedes der 18 vorhergehenden Abhandlungen enthält nicht wenig Beweise des soeben Gesagten. Aas wurde nicht alles „Albumin“ genannt... Ohne von den älteren, ander Grenze des XV111 und XIX Jahrhunderts stehenden, Autoren zu reden, die, wie z. B. Cadet (7 p. 195). unter dem Namen Albumin nicht mehr und nicht weniger als das Serum, oder das Irisch aus einem Hühnerei ausgelassene Eiweiss verstanden, nannte Chevreul getrocknetes Eiweiss und Serum „trocknes lösliches Albumin — albumine sèche soluble“ (8 p. 41). Nehmen wir ferner die Autoren aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, als die Vorstellung vom Albumin schon eine mehr oder weniger bestimmte geworden war, z. B. Panum (.V.V 48—60 p. 107), Kühne (,V.V 48—60 p. 129), Schmidt (.V.V 48— 60 p. 133), Hammarsten (.V.V 48 - 60 p. 145). Heynsius (.V.V 48—60 p. 152), AYurtz (.V.V 93- 100 p. 283), Harnack (,V.V 93—100 p. 290). Ein jeder von ihnen stellte das reine Albumin auf seine AA'eise dar! Und es macht einen nicht wenig traurigen Eindruck, dass keiner dieser ehrenwerten Forscher cs