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ALLGEMEINE SCHLÜSSE.
erwähnte „physiologische Reaktion“ besser charakterisirt werde, als durch gewöhnliche chemische Reagentien 1)?!
Weiter kann ein Vorurteil, oder wie man es sonst nennen will, nicht gehen! Man könnte sich mit den Arbeiten von Kronekker’s Schülern noch zufrieden geben, wenn diese von „Flüssigkeiten, die das Herz nähren“ reden und anstatt des Ausdrucks „Serumalbumin“ das Wort „Serum“ u. dergl. gebrauchen würden!... Kro-nekker scheint aber nicht begreifen zu wollen, dass er es mit einer complexen Flüssigkeit zu tun hat. sonst hätte er nicht zugegeben, dass sein Schüler Ott mit Hilfe desselben Froschherzens den Beweis führe, dass sich im M a g e n a u s den Peptonen Serum albu m in bildet (41 p. 1 — 26)!! Alles über die Arbeiten von Kronekker’s Schülern Gesagte wird durch den Satz von FH. Brinck, mit dem sie die Beschreibung ihrer negativ ausgefallenen Versuche mit dem „reinen Serumalbumin“ beschliesst, charakterisirt: „Sollen wir hierdurch genötigt sein zu sagen. dass es nicht das Serumalbumin ist. welches dem Muskel (unter den gegebenen Bedingungen) sein Nährmaterial liefert?“ 2)ü
Was nun die Schlüsse der Autoren i m a 11 g e m einen anbetrifft, so sehen wir häufig, dass die Phantasie unbehindert ihren freien Lauf nimmt. Dass Gaber im Jahre 1783 im Serum, welches in Fäulniss geraten war, wirklichen Eiter zu sehen glaubte (15 p. 203—10), erscheint noch nicht so befremdlich; was aber Struve im Jahre 1883 im Eiweiss fand, und in einem von einem so strengen Redakteur, wie Kolbe es war, geleiteten chemischen Journal beschreibt, übersteigt alle Wahrscheinlichkeit! Beim Dialysiren von Hülmereiweiss in gut ausgewaschen Därmen oder in einer Blase wollte Struve in dem erhaltenen Protemniederschlage (Globulin) die Bildung von Nervenfasern (?!) und Ganglienzellen bemerkt haben, zu deren Illustration er auf Virchow's Atlas, wo derartige Gebilde veranschaulicht sind 3). verweist!...
Methode gleiche r V e r s u c h s b e d i n g u n g e n.—Dem chaotischen Zustand unserer Kentnisse von den Proteinkörpern liegt in mancher Hinsicht auch der Mangel an mehr oder weniger gut ausgearbeiteten Methoden zu Grunde. Ich spreche nicht von den Darstellungsmethoden dieses oder jenes Präparates: der Name solcher ist Legion, denn ein jeder Autor hat seine Methode. Das wäre noch kein grosses Übel; es besteht aber dabei ein vollkommener Mangel an irgend welchen beachtenswerten Vergleichsmethoden für zwei oder mehrere Substanzen! Infolge der Schwierigkeit, Proteinkörper mehr oder weniger rein darzustellen, wäre es, sollte man meinen, am einfachsten dieselben in gleiche Bedingungen zu bringen, mit andern Worten die Methode gleiche r V e r s u c h s b e d i n-gu ngen anzuwenden. Dieser Methode haben sich aber nur wenige bedient. Unter den älteren Autoren können Payen & Henry genannt werden (AW 68—74 p. 54), die
!) Wir können daher wohl sagen, dass durch die physiologische Reaction auf Serumalbumin, nämlich durch die Eigenschaft dieses Eiweisskörpers, Muskeln leistungsfähig zu machen, dasselbe besser charakterisirt wird als durch die üblichen chemischen Prüfungsmittel (5 p. 453).
-) Mach dieser Vorschrift (nach Hammarsten) habe ich aus Blutserum das Serumalbumin dargestellt. Diese Lösung ernährten das Froschherz nicht. Sollen wir hierdurch genötliigt sein zu sagen: es ist nicht Serumalbumin, welches dem Muskel sein Nährmaterial liefert? (5 p. 472).
3) Der Rückstand in der Blase bildet eine
weisse schleimige Masse, die in histologischer Hinsicht ein besonders Interesse darbietet.... N u r s o viel m ö elite ich mir erlauben n o c h hinzu z u f ügen, dass m a u u n t e r dem Mikroscope in dieser M a s s e die feinsten Fibrillen, kervenfase r n und Ganglienzellen erkenne n k a n n, zumal nachdem man die Präparate durch eine Eosinlösung gefärbt hat. Die Bilder derselben kann ich am besten (!!) dadurch veranschaulichen (!), wenn ich aut die Figuren 93, 94 und 95 in Virchow's Cellularpathologie hinweise (52 p. 231)!