﻿Das (ilohiiliu der eoagulirbareu Snlislanz des Blutes.
Fibroglobin.
Synonyme: Fasern, fibrae sanguineae—Gulielmim,fibra—Haller u. a., weisser oder lymphatischer Stoff—Senac, gerinnbare Lymphe oder Gluten—Hewson, plastische oder schleimige Substanz—Thouvcnel, fibrinöse Substanz—Fourcroy, Gober,fibrine, Faserstoff— Chciptal <V Fonrcroy, faserige Substanz—Gise, neugebildetes Fibrin, Neofibrin, gelbes Fibrin, Pseudofibrin oder coaguline—Magendie, ungeronnenes und geronnenes Fibrin — Berzelius, Hiimaleuxin—Hutin, a-, b- und c-Fibrin—Lehmann f Messerschmidt, gelöstes und geronnenes Fibrin, fibrinogene Substanz oder Fibrinogen und Fibrin — Virchow, normales und geronnenes Fibrin, substanzgebendes Fibrin und Fibrin — Lehmann, substanzerzeugendes Fibrin und Fibrin—Mulder, gewöhnliches, Bradi- und Parafibrin — Poll/, flüssiges und festes Fibrin—Kobin tS’ Verdeil, Fibrin des Plasma unil Fibrin des Coagulums—Milne-Edwards, Fibrin—Corne, Serofibrin, Fibrösem), Plasmin oder Fibrinogen und. Fibrin gelöstes (dissoute), renies (pure), festes (concrete),
Fibrin: lösliches (soluble) und unlösliches (modifiée) u. s. ic.—Hems, Hydropisin—
Ganul, Fibrinogen und Fibrin—Schmidt, Hoppe-Seyler, Kühne u. a., Fibroglobin—
Morochoicetz.
Von Prof. Leo Morochowetz,
Unsre ersten Kenntnisse über den Faserstoff. Bei Haller (77 p. 1US) finden wir ziemlich umständliche Angaben über die ältesten historischen Thatsachen in Bezug auf den Faserstoff. Im Gegensatz zu einigen Autoren unserer Zeit weist Haller darauf hin, dass schon die ältesten Autoren Fasern im Blute annahmen und denselben die Ursache der Blutgerinnung zuschrieben 1). Mengliin wusch die Fasern von den Blutkörperchen auf Leinwand ab, und Gau-bius erhielt unmittelbar aus dem Blutcoagulum, durch Auswaschen desselben in Wasser, häutige Fäden (ib.p. 110). Auch Malpighi (122 p. 125) bemerkte deren faserigen Charakter; fibrae sanguineae nannte Gulielmini (75 p. 76) den Faserstoff, und Buyscb. (156 p. 19) schied die Fasern beim Schlagen des Blutes mit Holzreisern aus. Auch Senac (176 p. 92) erhielt Fibrin, indem er das Blut mit den Händen oder mit „anderen Werkzeugen“ schlug, worauf er es in Wasser wusch und in Anbetracht der Farbe dieses" Präparats das Fibrin „matière blanche ou lymphatique“ nannte. Zugleich bemerkte Senac, dass die Blutkörperchen zu Boden fallen können, und über denselben eine Flüssigkeit steht, welche eine gerinnbare Substanz gelöst enthält u. s. w..
Die ersten eingehenderen Angaben finden wir jedoch erst bei Hewson (1770, 90 p. 137; 91 p. 5), welcher, eine " zu seiner Zeit allgemein verbreitete Ansicht darlegend, erklärt, dass das Blutcoagulum aus zwei Teilen besteht: den Blutkörperchen und einem faserigen Theil (fibrous part of the blood), oder einem faserigen „Leim“; diesen letzteren Teil nannten einige Autoren gerinnbare Lymphe, coagulable lymph oder gluten (91 p. 5; 92 p. 6), was, Hewson’s Meinung nach, die Eigenschaften dieses Körpers besser kennzeichnet.
Diese Periode in der Geschichte des Blutes fällt gerade in die Zeit, wo die Vorstellung, die man von den Proteinsubstanzen hatte, von der allgemeinen Vor-
') „Fibern im Elute sind bereits eine alte Sadie, indem nicht nur der Verfasser des Buches de carnibus, das man unter den hippokratischen Werken anfbewahret, sondern auch Aristoteles
schreibet, dass im Blute warmer Thiere, aber nicht eben so im Blute furchtsamer Thiere, Fasern zu finden wären, und diese Fasern wären Ursache, dass das Blut gerinne“ (77 p. 108).