﻿172
PAS GLOBULIN PER COAGULÏRBAREN SUBSTANZ PES BLUTES.
Stellung von der gerinnbaren Lymphe, dem Blutwasser, den Oelen u. dergl.. noch nicht getrennt war, wie wir es schon in der Geschichte des Seroglobins dargelegt haben (W 47—60 p. 50). Wie Hewson die Differencirung des Begriffs „Albuinen“ dort nicht wenig gefördert hat, so findet er auch hier, dass es nicht möglich sei den Körper, welcher nach dein Abwaschen des Blutfarbstoffs von der faserigen Masse oder nach vorhergehendem Schlagen des Blutes mit Holzreisern und Abwaschen der hängengebliebenen faserigen Masse mit Wasser zurückbleibt, gerinnbare Lymphe zu nennen, da beim Erwärmen auch das Blutserum einen Körper ausscheidet, welcher ebenfalls gerinnbare Lymphe genannt wird. Der Grund davon sei der, dass erstere spontan gerinnt, letztere aber erst unter der Einwirkung von Wärme, Säuren und andern chemischen Agentien; kurz das Serum gleiche dem Eiweiss, woraufhin Hewson den gerinnbaren Teil des Serums zum Unterschied von dem gerinnbaren Teile des Blutes „schleimige Subsanz—mucilaginous substance“ (91 p. 135) nennt,
Zugleich untersucht Hewson den Einfluss der Salze auf die Blutgerinnung. Obgleich es schon den englischen Metzgern jener Zeit bekannt war, dass in ein mit Kochsalz angefülltes Gefäss eingeflossenes Blut nicht gerinnt, so kommt Hewson dennoch das Verdienst zu. den Einfluss der Salze auf die Gerinnbarkeit des Blutes allseitig studirt zu haben. Er fand, dass Natriumsulfat, Natriumchlorid, gewöhnlicher und cubischer Salpeter, Kalium und Calciumacetat die Blutgerinnung verhindern, dass aber nach der Verdünnung eines solchen Blutes mit Wasser die Gerinnung, wie unter normalen Verhältnissen vor sich geht. Kaliumsulfat, Epsom-salz (vorwiegend Magnesiumsulfat), Salmiak, Ségnet’sches Salz und Salpeter dagegen wirken der Blutgerinnung entgegen, und Verdünnung mit Wasser ruft dieselbe nicht mehr hervor (91 p. 12—14; 90 p. 139). Mit diesen Versuchen widerlegt Hewson. endgültig die Ansicht derjenigen, die noch glauben konnten, das flüssige Blut besitze schon in den Gefässen einen faserigen Charakter. Im weiteren nimmt Hewson an. dass das faserige Princip, welches im Blute sich im flüssigen Zustande befindet, sowohl die .Entzündungshäute (crusta inflammatoria) als die Herzpolvpen bildet. und die Gerinnung des Blutes, auch nachdem es die Gefässe verlassen hat, bedingt (91 p. 16). Ausserdem findet Hewson, dass in den bei Tieren unterbundenen und ausgeschnittenen Gefässen das Blut viel später gerinnt als einfach herausgeflossenes, und bestimmt die Gerinnungstemperatur des Faserstoffs; zu diesem Zwecke brachte er das unterbundene Blutgefäss mit dem Blute in Wasser, welches bis zu einer gewissen Temperatur erwärmt war, und fand die Gerinnungstemperatur zwischen 45,5° und 49° (91 p. 30).
Daiauf zeigte Hewson, dass man die gerinnbare Lymphe von den Blutkör-peichen abtrennen kann, indem man das unterbundene Gefäss eine Zeitlang ruhig
J^sst: die Blutkörperchen sinken zu Boden, während die klare abgestandene 4 Bissigkeit, nachdem sie durch eine neue Ligatur von den Körperchen abgetrennt ist, bei der Eröffnung des Blutgefässes gerinnt. Aus dem entstandenen Coagu-lum konnte Hewson etwas Serum auspressen (91 p. 37; 90 p. 139). Die Flüssig-veü sieht Hewson für gerinnbare Lymphe an, die er mit der crusta inflammatoria i< endificnt. Somit war dieser Forscher der erste, dem es gelang, die Flüssigkeit, vecie. jetzt Blutplasma genannt wird, von den Blutkörperchen abzutrennen, o me sich irgend welcher besonderen Mittel zu bedienen, welche die Zusammensetzung des Blutes hätten verändern können; zugleich zeigte er. das dieses Plasma den 4 aserstoff und das Serum liefert.
Ausserdem hatte Hewson Gelegenheit das Plasma des langsam gerinnenden Blutes eines Kranken zu erhalten, Dieses Plasma stieg nach oben und konnte mit