﻿DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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dem Löffel abgeschöpft werden; auf diese Weise gesammelt, gerann es nach einiger Zeit (91p. 41—2).
Hewson trennte das Plasma auch mit Hilfe der obengenannten Neutralsalze ab, wobei das Blut. z. B. mit Natriumsulfat circa 90 : G vermischt wurde. In solchen Mischungen mit Neutralsalzen fallen die Blutkörperchen, namentlich die des Menschenblutes, zu Boden, während oben eine klare, farblose Flüssigkeit aufschwimmt. welche das faserige Princip enthält, da sie bei Wasserzusatz einen Niederschlag von „geronnener Lymphe“ ausscheidet *). Hier identificirt Hewson die faserige Substanz des gewöhnlichen Blutcoagulums mit dem Niederschlage, welcher durch Einwirkung von Wasser auf das Plasma, welches mit Hilfe eines Salzes abgeschieden wurde, erhalten wird. Diese von Hewson hinterlassenen kurzen Anmerkungen bilden so zu sagen das Programm der ferneren Untersuchungen bis zu unsern Tagen, ein Programm, welches noch bis heute nicht ausgefüllt ist.
Bald nach Hewson’s Arbeit sagt Thouvenel (1777,183 p. 28) dasselbe aus, was aus den Beobachtungen seines Vorgängers von selbst folgt. Thouvenel vereinigt in einer Gruppe die verschiedenen bis dahin „lymphatische“ oder „fibrinöse“ genannten Gebilde, indem er dieselben seinerseits „spontan gerinnbare“ oder „plastische“ (ib. p. 28) benennt und die Benennung „matière muqueuse plastique“ (ib. p. 23) anerkennt. Hierzu rechnet er das vom Blutfarbstoff abgewaschene Blutcoagulum, die pleuritischen und entzündlichen (phlegmonösen) Häute, die Pseudomembranen und andern fibrinösen Gebilde, kurz alle solche, welche aus Exsudaten. Extravasaten entstehen, wo überhaupt Bildung oder Anhäufung von Proteïnsubstanz (de la matière muqueuse animale), welche plastische Eigenschaften erworben hat, beobachtet wird (ib. p. 28). • Vergleicht man diese Substanz mit in der Wärme geronnenem Albumin (Serum und Eiweiss), so gewahrt man nur d e n Unterschied, dass die plastischen Gebilde aufquellen und sich dann vollständig auflösen, während in der Wärme oder durch Behandlung mit Alkohol geronnenes Albumin, Thouvenel’s Beobachtungen nach, im Laufe von zwei Monaten weder in concentrirter noch in mit Wasser verdünnter Essigsäure sich lösen zu wollen schien. Demgemäss erkennt Thouvenel dem Producte der spontanen Gerinnung der plastischen Substanz oder der fibrinösen Materie des Blutcoagulu m s nicht den Charakter des geronnene n A 1 b u m ins2) zu (ib. p. 30). sondern stellt sie in eine Beilie mit dem frischen Serum und Eiweiss, sowie auch mit dem Neutralisationsniederschlag aus einer alkalischen Albuminlösung, welcher sich leicht in Essigsäure löst (183 p. 31).
Diese äusserst wichtigen Beobachtungen stellten mit einem Mal den Faserstoff in eine dem Serum" und Eiweiss nahestehende, vom „geronnenen Albumin“ sich scharf unterscheidende, besondere Gruppe.
Die bald darauf erschienenen Untersuchungen von Gaber (1783, 60 p. 203) zeigten das, was für das Seroglobin erst 50 Jahre später bekannt wurde (A°A» 48—60 p. 87): Gaber fand, dass der Faserstoff der Speckhaut bei Gegenwart von Salpeter oder andern Neutralsalzen oder auch von feuerlesten Alkalisalzen sich langsam aufiöst
') „In these mixtures of the blood with neutral salts, the red particles readily subside (especially if human blood he used) and the surface of the mixture becomes clear and colourless; and being poured off from the red part, ü is found to contain the coagulable lymph, which can be separated by the addition of water“ (91 p. 12).
-) „L’après cette distinction très réelle & fondée sur des expériences, je crois qu on doit re-
garder toutes les concrétions muqueuses qui se forment dans le corps vivant, (excepté celle du lait, dont je parlerai dans la suite) comme l’effet de la concrescibilité plastique augmentée, & non d’une véritable coagulation“ (183 p. 30).
3) „...auch löste sie sich wirklich viel langsamer auf, wann sie mit Salpeter, oder mit andern Mittelsalzen, oder auch mit feuerfesten Laugensalzen bestreut wurde“ (60 p. 211).