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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES
(HO p. 211); in Amoniakflüssigkeit verwandelte sich der Faserstoff in einem verschlossenen Gelasse bei 31,2° schon nach 1 Stunde in eine gallertartige Masse, welche nach 4 Stunden zu einer Flüssigkeit sieh aufgelöst hatte, aber nach Entfernung des Ammoniums bei gewöhnlicher Temperatur und diesmal in einem offenen Gelasse aufs neue sich in Gallerte verwandelte. Einzelne Stücke derselben Speckhaut lösten sich im Laufe von nicht mehr als 8 Tagen in den obengenannten Salzen auf. Ueberdies fand Gaber noch, dass ein solches Stück, welches über einen Monat in Alkohol gelegen hatte und hart geworden war, in Wasser aufgeweicht, in Ammoniakflüssigkeit sich auflöste und ebenfalls leicht gerann (?); ausserdem löste es sich noch in flüchtigen Alkalisalzen und bekam sein früheres häutiges Aussehen nicht wieder, sondern erschien in Gestalt einer in wenigen Tropfen Ammoniaklösung leicht löslichen Gallerte. Lie Löslichkeit der erwähnten fibrinösen Haut mit einander vergleichend, findet Gaber, gleich Thouvenel, dass dieselbe viel löslicher ist als in der Wärme geronnenes Blutserum oder Eiweiss (60 p. 212), die nach der Entfernung des Ammoniaks durch Abdampfen zu durchsichtigen Rinden austrockneten (ib. p. 213).
Mit den oben dargelegten Thatsachen stimmen Fourcroy’s Beobachtungen überein (1782, 53 p. 719), nach welchen die fibrinöse Substanz sich durch Kochen verdichtet (53 p. 719) und sogar in eine hornige Masse verwandelt (54 p. 158), in heisses Wasser gebracht, nach Klaproth's Ausdruck, ,,plötzlich zusammenschrumpft“, solange sie frisch ist in schwachen Säuren sich leicht auflöst und aus diesen von Alkalien ausgefällt wird.
Mit Fourcroy’s Kamen ist auch die Benennung „Fibrin“, die der fibrinösen Materie, der gerinnbaren Lymphe u. dergl. gegeben wurde, verknüpft. An der 6 Kivose des Jahres ^ der Republik machte Fourcroy im Kamen ChaptaTs der Academie eine Mitteilung, (1797,28 p. 290) in welcher er die uns gegenwärtig interessirende Substanz „Fibrin1'— „la fibrine“—nennt. Aus dieser Mitteilung ist nicht ersichtlich, ob diese Benennung schon von Cliaptal angenommen oder erst von Fourcroy gebraucht wurde; in Anbetracht dessen aber, dass Fourcroy zu jener Zeit um die Einführung einer solchen oder um eine Verbesserung der wissenschaftlichen Terminologie besorgt war, obgleich diese Verbesserung sich oft auf die Hinzufügung einer Partickel beschränkte, und dass andererseits die Mitteilung in Chaptal s Kamen geschah, glauben wir annehmen zu dürfen, dass die Benennung „librirr. von Chaptal V Fourcroy eingeführt wurde 1).
Fm reines Fibrin zu erhalten, empfehlen Parmentier A Deyeux (1794. 147 p. 443) das Blutcoagulum auf Leinwand auszuwaschen, indem man es unter beständigem Wasserzuiiuss zwischen den Händen abpresst (ib. p. 443). Kachdem aller ßlut-iaibstöfi entfernt ist, wird das 1 ibrin unter die Presse gebracht, w'onach es eine festere Consistenz gewinnt, aber leicht unter den Fingern zerbröckelt. In dieser Gestalt war das Fibrin weder in Masser noch in Alkohol, noch auch in starken Säulen löslich, löste sich aber leicht in Aetzalkalien auf. Lie Autoren finden, dass ■ das Fibrin im allgemeinen einen albuminähnlichen Charakter (ib. p. 446) besitzt.
') Auf Grund des (Jesagten glaube ich, dass Kuhin & Yerdeil nicht berechtigt waren die Ehre der Einführung der Benennung „fibrine“ mit Fourcroy’s Kamen nur deshalb zu verknüpfen, ^ eil „Fourcroy auch die Benennung a 1 b u m i-n e und im V erein mit V aucjuelin die Benennung gélatine eingeführt hat. Bis zum Jahre IX der P., die G Xivose des Jahres Y der R, aus-
genommen, erwähnt Fourcroy nirgend des , Fibrins“ und bedient, sieh dieses Ausdrucks in seinen Arbeiten zum ersten Mal in den „Systèmes des connaissances chimiques“, die im Jahre IX der R. (54 p. 157 u. 1805, 55 p. 381—4) erschienen; bis dahin gebrauchte er in allen Ausgaben seiner TA erke den Ausdruck „partie fibreuse du sang“.