﻿DAS GLOBULIN DEE COAGULIK BABEN SUBSTANZ DES BLUTES.
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Was die Frage nach dem Zustande, in welchem das Fibrin in dem noch ungeronnenen Blute sich befindet, anbetrifft, so zweifeln Parmentier & Deyeux nicht, dass es im normalen Blute in äusserst fein verteiltem Zustande (dans un état de division extrême) enthalten sei. Als Beweis dafür halten sie den Umstand, dass, wenn mit Wasser verdünntes oder natürliches Blut mit der Hand oder irgend einem Werkzeug geschlagen wird, das Fibrin in feinverteilter Gestalt und nicht als ein das ganze Gefäss einnehmendes Coagulum, wie in dem Falle, wenn Blut im Ruhezustände gerinnt, sich ausscheidet (147 p. 443 u. 469). Plenk fand (149 p. 34), dass auch heim Schlagen des Blutserums mit einem Reisbündel albuminähnliche Niederschläge erhalten werden; Zugleich beobachteten Parmentier et Deyeux. dass in destillirtem Wasser gut ausgewaschene Entzündungshäute in Alkalien sich auflösten (147 p. 455). Fast zu derselben Zeit machte auch Plenk Beobachtungen, welche diejenigen der letztgenannten Autoren bestätigten. Was den mikroscopischen Bau anbetrifft, so gehören unter den ersten in dieser Richtung angestellten Beobachtungen Vil-lard die eingehendsten an. Dieser Forscher (187 p. 176 u. 186 p. 419) sah im Fibrin gerade das nicht, was diesem Körper unzweifelhaft seinen Namen zugezogen hatte, nämlich keine Fibrillen oder Fäserchen. Ihm scheint das Blutcoagulum eine schwammähnliche blasse zu sein, in denen die Blutkörperchen eingebettet sind, nach deren Entfernung das Fibrin wie ein Gewebe aussieht und eher einen zerfetzten Filz als einzelne Fibrillen ‘) vorstellt. Bei der Bearbeitung des Präparats mit Nadeln sind auch keine scharf begrenzten, regelmässigen und homogenen Fibrillen zu sehen. Das Präparat erscheint unregelmässig zerkratzt, oft in Gestalt zerfetzter Stückchen (186 p. 420). Nichtsdestoweniger erschien bei der gewöhnlichen Darstellungsart das Fibrin in Gestalt von Fäden, weshalb Schnaubert (170 p. 94) dasselbe „den faserartigen Teil des Blutes“, Giese „die faserige Substanz“ nannte (70 p. 539).
Eine Reihe nachfolgender, dem Studium des chemischen Verhaltens des Fibrins geweihter, Arbeiten ist eine Wiederholung dessen, was schon bekannt war. obgleich zuweilen mit interessanten Abweichungen. So findet Fourcroy (54 p. 159), dass das Fibrin in Essig-, Citronen-, Wein- und Oxalsäure löslich sei, namentlich bei massiger Wärme. Diese sauren Fibrinlösungen werden von Mineralsäuren gefällt, wobei aber die Niederschläge, besonders in warmem Wasser, wieder löslich sind. Fast dieselbe Charakteristik des Fibrins finden wir beinahe Wort für Wort bei Berzelius (1813, 15 p. 26 u. 29), wo unter anderem erwähnt wird, dass in Essigsäure gekochtes Fibrin nicht mehr löslich sei. Im ganzen findet Berzelius zwischen dem Albumin und dem Fibrin keinen grossen Unterschied (14 p. 17 u. 16). Den einzigen sieht er darin, dass das Fibrin spontan gerinnen kann (15 p. 59). Sahen die genannten Autoren zwischen frischem Fibrin und frischem Albumin keinen grossen Unterschied, so kennt auch Sigwart (1815, 177 p. 202) kein Mittel, in der Wärme geronnenes Eiweiss und in der Wärme geronnenes Fibrin zu unterscheiden.
Brande (1812, 23 p. 90), welcher zwischen dem Fibrin des Blutes und demjenigen der Lymphe des Milchbrustganges keinen Unterschied sieht, findet, dass letztgenanntes Fibrin sich rasch in Aetzkali und Alkalicarbonaten und auch in Ammoniakflüssigkeit auflöst, den Säuren gegenüber sich abei wie das Albumin verhält (ib. p. 93); demgemäss glaubt er, dass das Fibrin der Lymphe dem Casein näher stehe als dasjenige des Blutes (24 p. 43). Um diese Zeit fand auch Vauque-1 in. welcher "Versuche mit der Lymphe des Milchbrustganges des Pferdes ausführte
!) „Ce sont plutôt des fragments d’un feutre lacéré que des fibres détachées-4 (186 p. 419).