﻿lus GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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p. 67) die Ansicht aus, dass das Fibrin in dem lebendigen, flüssigen Blute sich in gelöstem Zustande befinde, aber während des Gerinnungsprocesses in den festen übergebe (se solidifie) (ib. p. 67). Wenn Denis auch der Meinung einiger Autoren Beitritt, dass das ausgeschiedene Fibrin mit dem in der Wärme oder durch Alkohol geronnenen Albumin viele gemeinsame Reactionen besitzt, so gilt das nicht für alle Fälle l). Es war beinahe ein Zufall, der Denis auf die Wirkung der Salze auf das Fibrin aufmerksam machte. Indem er den chemischen Charakter des Fibrins und des Globulins näher zu ermitteln suchte, behandelte er er-steres mit verschiedenen chemischen Agentien, unter anderen auch mit Salzen. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den Lösungen neutraler Alkalisalze. Zu seinem Erstaunen bemerkte er, dass das Fibrin nach mehreren Tagen in einigen derselben sich vollkommen aufgelöst hatte. Denis hält für eine Hauptbedingung rascher und vollständiger Auflösung, dass das Fibrin bei dem Einträgen in die Salzlösung möglichst fein verteilt sei 3). Die Auflösung gehe glatter bei nicht zu niedriger Temperatur und genügender Menge Salzlösung vor sich, da das Fibrin sonst aufquillt und eine geléeartige Masse bildet, sich aber nicht auflöst (ib. p. 72).
Für die besten Lösungsmittel hält Denis Baryumchlorid, salpetersaures Kalium, Kalium- und Natriumsulfat; in zweiter Reihe kommen: Natrium- Kalium- und Calciumchlorid, endlich, in dritter Reihe, Natriumnitrat, Ammoniumsulfat, Zinksulfat, Natriumphosphat, neutrales Bleiacetat, salpetersaures Strontium. Chlorammonium. Aluminiumammoniumsulfat; die Substanzen dieser dritten Gruppe üben eine schwache Wirkung aus und lassen den grössten Teil des Fibrins ungelöst. Salpetersaures Quecksilber, Sublimat, Bleiacetat, Eisenchlorid bilden mit Fibrin unlösliche Verbindungen. Auch Alkohol verwandelt das Fibrin in den unlöslichen Zustand, so dass das Fibrin trotz sorgfältigem Auswaschen und Durchkneten in Wasser seine Wasserlöslichkeit verliert (ib. p. 75—6). Die klare und geruchlose Lösung des Fibrins in Salzen verändert sich bei der Verdünnung mit Wasser bis zu einem gewissen Grade nicht; wird diese Grenze überschritten, so trübt und verändert sich die Fibrinlösung, und es erscheinen Flocken, die allmälig grösser werden und zu Boden fallen. Bei einer gewissen mittleren Verdünnung mit Wasser nimmt die Fibrinlösung in Salzen eine gallertartige Consistenz an, wobei die Masse an die Oberfläche der Flüssigkeit steigt. Das mit Wasser ausgeschiedene Fibrin büsst seine Löslichkeit in Salzen keineswegs ein; im Gegenteil, es löst sich in denselben noch besser, da es feiner verteilt ist. Welche Salze zur Auflösung desselben auch genommen werden, es entstehen neutrale Lösungen, die aber bei einem Zusatz von Alkali die Fähigkeit verlieren, von Wasser gefällt zu werden (ib. p. 72). Salzlösungen von Fibrin werden von Säuren und Alkalien, in genügender Quantität zugesetzt, gefällt und gerinnen bei 74° (ib. p. 74). Auch Alkohol fällt eine solche Lösung (ib. p. 76). Sowohl frischgefälltes Fibrin, nach dem Kochen in Wasser oder auch nach dem Erhitzen bis 74°, als auch der Niederschlag, der heim Kochen einer Fibrinlösung in Salzen erhalten wird, besitzen alle Eigenschaften des geronnenen Albumins, welches beim Kochen von dessen Lösungen (Serum) und auch beim Erhitzen bis 74° (40 p. 77—79) sich ausscheidet. Frisches F i-
*) „Sans doute ’l'albumine coagulée par la chaleur ou par l’alcool, et essayée par les réactifs concurremment avec la fibrine, se comporte absolument comme cette substance dans la majorité des cas; mais il ne faut pas dire dans tous les cas“ (40p. 69—70).
2) „II faut, comme condition essentielle, pour obtenir une dissolution saline de fibrine, que cette substance organique se trouve divisée le plus qu’il est possible, afin de multiplier ses points de contact avec la solution du sel“ (40 p. 71).