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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
Fibrin und schlägt vor. den Ausdruck „crusta inflammatoria“ durch die, seiner Ansicht nach, zweckmässigere Benennung „hémaleucine“ zu ersetzen. Lehmann und Messerschmidt (111p. 235), die dem Fibrin verschiedenen Ursprungs in physikalischer Beziehung ganz gleichen Bau als structurlose. körnige Masse zuerkennen, finden doch einen Unterschied in chemischer Beziehung. Die Autoren hatten zweimal Gelegenheit zu beobachten, dass ein aus dem Herzen erhaltenes Coagulum beim Digeriren in Chlorammonium oder Salpeter sich, einige Körnchen ausgenommen, vollständig auflöste (ib. p. 235). Gewöhnlich aber lockerten sich solche Coagula beim Digeriren in Salmiak oder Salpeter, wenn man das Gemenge mit einem Stäbchen leicht umrührte, und stellten unter dem Mikroscop eine feinkörnige, flockige Masse vor. Eine geringe Menge Aetzkali führte aber auch dieses Fibrin rasch in Lösung über, wieder mit Ausnahme einiger wenigen Körnchen (ib. p. 236).
Diese Beobachtungen scheinen Lehmann & Messerschmidt schon damals veranlasst zu haben drei Arten von Fibrin zu unterscheiden: a-Fibrin, welches in Salzen leicht löslich ist, in den ungeöffneten Blutgefässen und im Herzen, auch als Niederschläge verschiedener proteinhaltiger Flüssigkeiten, z. B. bei der Verdünnung des Hühnereiweisses u. derg.. erhalten wird (.VA» 48—60 p. 90); b-Fibrin—das venöse Fibrin von Denis und Scherer, auch das obenbeschriebene aufquellende, sich aber nicht lösende Fibrin aus dem Herzen, endlich c-Fibrin—das arterielle Fibrin.
Bouchardat (21p. 963) findet jedoch, das jedes venöse Fibrin in Wasser, welches 0,0005 Chlorwasserstoffsäure enthält grösstenteils löslich ist, wobei Aufquellen des Präparats der Auflösung vorangeht. Das Fibrin löst sich fast ganz auf, „bloss einen ganz unbedeutenden Bodensatz zurücklassend, den es infolgedessen schwer ist abzufiltriren“, und den Bouchardat auch für die schwerlösliche Substanz der Epidermis ansieht, weshalb er diesen unlöslichen Bückstand auch „öpidermose“ nennt (ib. p. 963). Der Hauptteil des in Lösung übergegangenen Fibrins wurde „albumin ose“ benannt, da das Albumin ebenfalls Lösungen giebt. Versuche, Fibrin in denselben Verhältnissen—0,5°/oo—in andern Säuren: Milch-, Essig-, Schwefel-, Salpeter- und Phosphorsäure aufzulösen, zeigten Bouchardat, dass das Fibrin in all diesen Säuren unter vorhergehendem Aufquellen sich aullöst, die Auflösung aber am allerbesten in Chlorwasserstoffsäure von statten geht (ib. p. 965). Lösungen, welche ganz eben solche Eigenschaften besassen, erhielt Bouchardat aus Blutserum und Hühnereiweiss, indem er sie mit 0.001—0,002 Chlorwasserstoffsäure enthaltendem Wasser, bei sehr geringem Säureüberschuss verdünnte (ib. p. 965). Nicht weniger interessante und gleichwertige Resultat erhielt Bouchardat unter denselben Bedingungen auch mit Casein (ib. p. 966).
Andral & Gavarret (6 p. 3), welche die zu jener Zeit allgemein geteilte Ansicht über die Identität des Fibrins und des Albumins in chemischer Beziehung *) aussprechen, treten, vom medicinischen und physiologischen Standpunkte aus, der schon früher (1841) von Mandl (124 p. 204) ausgesprochenen Meinung bei, dass dieselben unterschieden werden müssen, da das Fibrin spontan, das Albumin aber nur unter Einwirkung chemischer Agentien gerinnt, Mandl behauptet dabei fest, dass das Fibrin, namentlich das aus zerschnittenem und mit Wasser gewaschenem Blutcoa-gulum erhaltene, eine nicht geringe Menge entfärbter Blutkörperchen enthalte * 2).
*) „Au point de Tue purement chimique, il est impossible d’établir une ligne de démarcation nette, précise entre ces deux substances“ (6 p. 3).
2) „En effet, ici ce sont les globules sanguins, qui sont ou enlévés en partie par le lavage, ou privés de leur matière colorante, et séjournent en partie dans le caillot: celui-ci est augmenté de cette manière d’une quantité qui dépend de
tout, excepté de l’habileté du chimiste. C'est ce
que nous allons démontrer.......... Or, nous venons
de dire que l’eau dissout la matière colorante des globules; que reste-t-il alors? Les enveloppes et les noyaux, tous deux de couleur blanche, comme la fibrine. Vous croyez donc avoir la fibrine pure, et elle est remplie de globules décolorés“ (123 p. 183—4).
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