﻿DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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Andererseits erhielt Delaharpe (37 p. 124) ein vom Blutkörperchenstroma freies Fibrin aus der von Bauchwassersucht stammenden Flüssigkeit und fand, dass es nach einiger Zeit in derselben Flüssigkeit löslich war. Anderson (5 p. 246) schlägt vor, von roten Blutkörperchen freies Fibrin aus Entzündungshäuten dar-zustellen. Scherer (162 p. 149) bestätigt aufs neue und auch in pathologischen Fällen die Löslichkeit des venösen Fibrin des Menschen in Salpeter. Solche pathologische Fälle, nämlich pleuritische Exsudate, benutzend, erhielt Scherer ein von roten Blutkörperchen (eigentl. vom Stroma, s. w. unt.) vollkommen freies Fibrin. Nach dem Abfliessen gerann das Exsudat, aber das nach dem Abpressen und Auswaschen des Coagulums ausgeschiedene Fibrin konnte in den salzlöslichen Zustand nicht übergeführt werden. Was das mikroscopische Bild eines solchen Fibrins anbetrifft, so beschreibt Scherer den von ihm empfangenen Eindruck ausführlicher. Das unter dem Mikroscop erhaltene Fibrin stellt eine einförmige Masse, ohne Spur von Zellenbildung, vor (ib. p. 107).
Im Interesse grösserer Vollständigkeit der Geschichte des Fibrins erwähnen wir noch der Beobachtungen Hofmann’s (96 p. 11 F), der aus faulendem Serum Niederschläge erhielt, die, seiner Ansicht nach, entweder aus Casein oder aus Fibrin bestanden, Ancell’s Wunsch (4 p. 104), dass dem Blutplasma die von J. Müller und Babington gegebene Benennung „liquor sanguinis“ bleibe, und Horn’s Vorschlag das Plasma „zoocambium“ (100 p. 34) zu nennen; _ erwähnen wir endlich noch der Beobachtungen Bischofs (20 p. CXIX), der eine gerinnende Flüssigkeit aus tier Bauchhöhle von Hunden und eines Kaninchens in der Brunstzeit erhielt.
Nach Thomson (182 p. 213) besteht der Unterschied zwischen dem Fibrin und der crusta inflammatoria in der Farbe: die crusta ist gelb, weshalb er die Substanz derselben „pegmin“ (ttutuo.—coagulum) benennt. Dem Fibrin für analog hält Thomson auch die von ihm in der inneren Höhle eines Elephantenhauers gefundene und „pyropin“ (ib. p. 214) genannte Substanz. Die Elementaranalyse des Fibrins, des Pegmins und des Pyropins ist identisch (ib.).
Es ist interessant hier anzuführen, dass Tuvernier (184 p. 497) die Gerinnung des Blutes hintanhielt, indem er es in eine Kochsalzlösung einffiessen liess: das ° Blut blieb flüssig; es genügte aber das Gemenge mit Wasser zu versetzen, damit es ein geléeartiges Aussehen bekomme. Zwar hielten auch Ammoniakflüssigkeit und Essigsäure die Blutgerinnung zurück, doch bewirkte Wasserzusatz schon keine Geléebildung.
Ausser den genannten Autoren stellte zu jener Zeit (1813) auch Zimmoi-mann (193 p. 485) zahlreiche Beobachtungen über die Löslichkeit des Fibrins in Salzen an. In gesättigte Lösungen verschiedener Salze zu je 1*4 Unzen wurden circa je 2 Gran zwischen Fliesspapier abgetrockneten Fibrins eingetragen und dann die Flüssigkeit hermetisch verschlossen. Nach 24 Stunden oder auch hither beobachtete man vollständige Auflösung in folgenden Salzen: kohlensaures Natrium und Ammonium, salpetersaures Kalium, eine Mischung dieses letzteren mit Natriumsulfat (pulv. temper.), Jodkalium, Kaliumacetat, Chlorammonium und Chlor-haryum. Nach 48 Stunden hatte Auflösung in borsaurem Natrium und in Natriumphosphat stattgefunden. Nach 72 Stunden hatte sich das Fibrin in Kaliumsultat und Chlorammonium nebst Brechweinstein aufgelöst (ib. p. 486). Dem Aussehen nach erinnerten die Fibrinlösungen an Eiweiss; die Lösung in Natriumcaibonat viid von Säuren gefällt, scheidet aber beim Kochen keine Niederschläge aus. Die Lösung in Ammoniumcarbonat bildet beim Kochen ein Coagulum, viid abei \on Wasser nicht verändert; ebenso wenig verändern sich unter dem Einfluss von Masser auch die Lösungen in Kaliumacetat und Kaliumnitrat, obgleich sie in der Wanne