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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
gerinnen. Die übrigen Salzlösungen des Fibrins haben fast analoge Reactionen, indem sie von Wasser beim Kochen und unter der Einwirkung von Metallsalzen gefällt werden. In folgenden Salzen gelang es Zimmermann nicht. Fibrin aufzulösen: weinsaures Kalium, Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Ammoniumacetat, Natriumnitrat, Brechweinstein, Alaun; gesättigte Lösungen dieser Salze, lösen das Fibrin nicht nur nicht auf. sondern scheinen mit demselben- noch unlösliche Verbindungen einzugehen (ib. p. 492). Auch schwefelsaures Chinin und Oxalsäure lösen das Fibrin nicht auf (ib. p. 493). Im weiteren (1844) finden wir bei Zimmermann Versuche (194 p. 22), welche die Thatsache bestätigen *), dass das Fibrin des Venenblutes sowohl des gesunden als des kranken Menschen in Salpeter sehr leicht löslich ist. Dabei bestätigt Zimmermann seine früheren Angaben über die Löslichkeit des Fibrins in verschiedenen, schon früher von ihm angegebenen (s. oben), Salzen (194 p. 147 und 152).
In der Folge bereitete Zimmermann (195 p. 315) nach dem Beispiel seiner Vorgänger eine an Serum erinnernde Fibrinlösung: er löste 8 Gran Fibrin in 500 Gr. Wasser, in welchem 5 Gr. Aetzkali enthalten waren, auf; mit Kochsalz versetzt, besass dieses Gemenge alle Eigenschaften des Blutserums. Aus einer reinen alkalischen Lösung wird das Fibrin durch Neutralisation mit Essigsäure ausgefällt, wobei der Niederschlag in einem unbedeutendem Ueberschuss der Säure sich auflöst. Eine Fibrinlösung in 40 Gran Natriumphosphat und 600 Gr. Wasser gerinnt beim Kochen nicht, wird aber Kochsalz zugesetzt, so erfolgt Gerinnung, wenn auch keine vollständige. In dieser letzteren Lösung fand Zimmermann noch grössere Aehnlichkeit mit dem Serum (195 p. 316). Eine Fibrinlösung in Natriumcarbonat gerinnt beim Kochen gleichfalls nicht; wird aber eine solche Lösung vorher neutralisât oder mit Kochsalz versetzt, so gerinnt sie in der Wärme. Zu allem dem muss noch hinzugefügt werden, dass es Zimmermann unzweifelhaft gelungen war Fibrin in Kochsalz aufzulösen, worüber wir an derselben Stelle Angaben finden (ib. p. 317 und 319).
Ferner behauptet Zimmermann fest (196 p. 365), dass bei zahlreichen Versuchen die Entzündungshaut in viel weniger concentrirten Lösungen sich als löslich erwies, als es der Fall bei Scherer gewesen war (161 p. 133), der die Löslichkeit solcher Häute nicht zugab. Ausser seinen eigenen Beobachtungen führte Zimmermann auch solche von de-Haën über die Löslichkeit pleuritischer Häute in Salpeter, Beobachtungen von Scheidemantel über die Löslichkeit des Fibrins in Glaubersalz und die uns schon bekannten Beobachtungen von Arnold an. Hinweise auf die Arbeiten genannter Autoren finden wir bei ihm nicht (196 p. 363). Zimmermann beruft sich auch noch auf Rousseau, welcher gefunden hatte, dass eine Lösung von Entzündungshäuten in Salzen von Alkohol gefällt wird, wobei der Niederschlag sich in Wasser löst (ib. p. 367).
Indem Zimmermann mit arteriellem und venösem Fibrin aus Kalbsblut ex-perimentirte, fand er, dass keines davon in gesättigten Lösungen folgender Salze sich löste Kaliumnitrat, Chlorammonium, doppeltkohlensaures Natron und Chlor-baryum, während arterielles Pferdefibrin, sowohl feuchtes als getrocknetes, in
') „Denis's Angabe, der alle Chemiker, selbst Liebig, folgen, dass wohl der Faserstoff des Arterienblutes (!), nicht aber der das Venenblutes (!?) in Nitrum löslich sei, ist falsch. Denn es ist mir mehr als einmal und zwar mir der grössten Leichtigkeit gelungen, die Lösung des Faserstoffs aus dem gesunden wie entzündlichen Venenblute zu Stande zu bringen“ (194 p, 22),
Offenbar kannte Zimmermann Denis's Arbeiten nicht und batte die Referate nicht aufmerksam gelesen. In der Folge bestrebt er sich seinen Fehler gut zu machen (1846, 196 p. 365), indem er erklärt, er habe flüchtig und dazu nur Nasse^ Schrift (144 p. 146) gelesen.