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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
Was den Zustand des Fibrins im Blute vor der Gerinnung dieses letzteren anbetrifft, so unterscheidet Zimmermann vor allem (194 p. 107) gewöhnliches und moleculares Fibrin. Ersteres befindet sich, seiner Lehre nach, bis zur Blutgerinnung im gelösten Zustande und scheidet sich bei der Blutgerinnung im festen Zustande aus; das moleculare Fibrin hingegen ist sowohl im Plasma als auch im Serum suspendirt und scheint an der Gerinnung des Blutes nicht teil zu nehmen. Dieses Fibrin nennt Zimmermann später überall Globulin (ib. p. 119, 120, 121 u. s. w.) im Sinne von Simon’s Lehre von der Identität des Globulins und des Caseins im Blutfarbstoff (JßJVs 41— 47 p. 76). Im ganzen ist es nicht schwer in Zimmermann’s Lehre Denis’s entstellte Lehre von dem molecularen Fibrin oder dem feinkörnigen Niederschlag aus dem Serum (JfcNs 48—60 p. 90), d. h. dem Seroglobin, zu erkennen.
Und wieder behaupten Anderson (5 p. 246), Zimmermann (196 p. 359), und Virchow (191 p. 69), dass bei der Blutgerinnung ausser Verdichtung des Plasma keine andern Veränderungen stattfinden; dabei besitze das Coagulum keine faserige Structur, sondern stelle eine ganz einförmige Masse vor, welche, nach Virchow, das Ansehen von Fasern nur durch Faltenbildung, Einreissen und Aufrollen am Bande gewinnt 1). Die Bildung eines „faserigen Ansehens“ auf diese Weise beobachtete Virchow an frischem Blut, an Exsudaten bei der Wassersucht, und auch an Blut, welches in Salzlösungen eingeflossen wfar (191 p. 63). Es sei besonders die Bewegung des Deckgläschens, welches die Bildung solcher Falten, u. s. w. bewirke) bei jedem Stoss, jeder ungleichmässigen Bewegung oder bei der Fortbewegung einzelner Teile des Coagulums, wenn die Hauptmasse unbeweglich ist, sollen Falten entstehen, welche das ganze Coagulum durchstreifen und die verschiedenartigsten Formen annehmen (ib. p. 64). Mit einer Ueberzeugung, die keine Zweifel aufkommen lässt, behauptet Virchow zum Schluss, dass das geronnene Fibrin eine ganz gleichmässige, gallertartige Substanz vorstelle, und das faserige Ansehen sich durch die Falten und Bunzeln erkläre (ib. p. 65) 2). Zimmermann nimmt seinerseits an (196 p. 359), dass das ausgewaschene Fibrin in seinem einförmigen Medium sowohl elementare und farblose Blutkörperchen als auch Stromata (Membranen) roter Blutkörperchen (ib.) enthält.
Im weiteren Verlaufe des Studiums sowohl des Fibrins selbst als dessen Geschichte (1846, 191 p. 76—79; 188 p. 262) zieht Virchow den Schluss, dass alle für das Fibrin bekannten Reactionen dasselbe nicht charakterisiren, da alle übrigen Proteinkörper analoge Verhältnisse aufweisen. Das einzige Anzeichen der Gegenwart von Protein in einer gegebenen Flüssigkeit sei die Fähigkeit derselben spontan zu gerinnen; das ausgeschiedene Fibrin aber werde durch die allgemeinen Proteinreactionen und das allen diesen Körpern gemeinsame Aussehen charakte-nsirt ). Diese allgemeine Charakteristik des Fibrins wurde auch von den auf
') Virchow drückt sich hei dieser Veranlassung folgendermaassen aus: ,,b ebereinstimmend mit diesen letzteren Angaben, hat mir eine grosse Reihe oft wiederholter L ntersuchungen ge-zeigt, dass das Faserstoffgerinnsel zunächst eine durchaus gleichmässige, structurlose Masse ist, an der nur durch Faltung der Oberfläche, durch Eimeissen oder Aufrollen vom Rande her der Anschein von Fasern entsteht“ (191p. 63).
s) „Der geronnene Faserstoff stellt eine durchaus gleichmässige, gallertartige Substanz dar, welche ln grösseren Massen stets homogen er-
scheint, in membranartigen Stucken aber durch die Bildung von Falten und Runzeln ein faseriges Ansehen von sehr verschiedener Art erlangt“ (191p. 65).
3) „Der Faserstoff in Flüssigkeit lässt sich also nur durch die Gerinnung, der geronnene Faserstoff annährend, durch die allgemeinen Eigenschaften der Proteinsubstanzen, durch seine Unlöslichkeit in Wasser, besonders aber durch seine morphologische und physikalische Beschaffenheit erkennen“ (191p. 79),