﻿DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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ihn folgenden Autoren—Zimmermann (196 p. 352), Schlossberger (163 p. 259) u. a. angenommen. Zugleich schlägt Virchow vor, für das ausgefallene Fibrin die Benennung coagulirtes Fibrin beizubehalten, aber das ungekochte von dem gekochten zu unterscheiden (191 p. 79).
Im Hinblick darauf glaubt Virchow, dass Gegenwart von Fibrin mit Sicherheit nur im Blut, in der Lymphe, in dem Milchsäfte, den Exsudaten, aller Wahrscheinlichkeit nach im Samen, und in dem corp. aquaeus des Auges angenommen werden könne, wie zuerst von Bisclioff (20 p. CXX) gezeigt wurde; zugleich meint Virchow, dass auch die Stromata der Blutkörperchen aus einem fibrinähnlichen Stoffe gebaut seien (191 p. 90); doch könne er nicht zugeben, dass das Fibrin in den Muskeln in einer besondern, so zu sagen geronnenen. Form sei, zum Unterschied von allen anderen Fällen, wo es unter den Augen des Beobachters gerinnt, d. h. in der gerinnenden Form erscheint (191 p. 84). Den Unterschied in der Gerinnbarkeit des Fibrins verschiedenen Ursprungs erklärt Virchow durch die Abhängigkeit von der physikalischen Beschaffenheit der das Fibrin bildenden Molecüle. d. h. von der grösseren oder geringeren Cohäsion derselben (ib. p. 91 und 93), infolgedessen das venöse Fibrin sich leichter löse als das arterielle; doch auch letzteres begann, wie Virchow in einen Falle beobachtete, wo das Fibrin aus der vorderen Arterie des Schienbeines bei einer Beinamputation entnommenem Blut erhalten wurde, schon nach 2 Tagen sich aufzulösen, wobei die Lösung von Essigsäure und Fer-rocyankalium gefällt wurde. Ausserdem könne auch künstlich ein ziemlich lockeres Coagulum erhalten werden, wenn z. B. Blut in ein gleiches Volum Zuckerlösung (1:3 Wasser) eingelassen wird; dabei entstehe ein ebenso lockeres Coagulum wie Magendie’s (ib. p. 90—91) Fibrin. Dasselbe könne auch durch Vergrösserung des Salzgehaltes im Blute erreicht werden. Im allgemeinen genüge es die „Baumverhältnisse“ zu überwinden, um ein lockeres Coagulum. wie soeben erwähnt wurde, zu erhalten (ib. p. 69). Zugleich wachse die Verdichtung des Fibrins bei längerem Verweilen im feuchten Zustande oder durch Einwirkung von Alkohol und Wärme an. Unter diesen Umständen gehe sowohl das Fibrin als auch das Albumin in ein völlig unlösliches Coagulum über. Auch Schlagen beeinflusse Näherung der Molecüle, folglich Verdichtung, folglich auch schwerere Löslichkeit des Fibrins (ib. p. 91—93). Den Gerinnungsprocess selbst betrachtet Virchow (ib. p. 68; 189 p. 213) von demselben mechanischen Gesichtspunkte aus als eine Näherung der Molecüle des löslichen Fibrins bis zum Uebergang in den gallertartigen, wonach schon dieses letztere in eine dichtere Masse übergehe (191p. 68). Auch Mulder (142 p. 125) findet zwischen dem Fibrin und dem Albumin das Gemeinsame, dass sowohl das Hühnereiweiss als auch das Fibrin unter der Einwirkung von Alkohol in den unlöslichen Zustand übergehen und sogar ihre Löslichkeit in sehr verdünnter Salzsäure bei der Temperatur des Verdauungsbades einbüssen (ib. p. 125).
Polli dagegen (151 p. 268) nimmt mehrere Arten Fibrin an. Als Ausgangspunkt zu einer solchen Annahme dienen die Veränderungen in den Eigenschaften, die es, seiner Meinung nach, während der pathologischen Processe, insbesondere bei Entzündungen, erleidet. Indem Polli ebenfalls zugiebt, dass das Fibrin im Blute sich im gelöstem Zustande befinde, nimmt er zugleich an, dass es sich unter dem Einflüsse von Entzündungsprocessen bei der Blutgerinnung mit besonderen Eigenschaften ausgestattet Ausscheiden könne, wie z. B. als schwer gerinnendes Fibrin— Bradifibri i—und längs m gerinnendes Fibrin—Parafibrin. Letzteres erscheine in Gestalt von so feinen, zarten und weit auseinander liegenden Fadehen, dass man sie mit unbewaffnetem Auge kaum zu unterscheiden vermöge,