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DAS GLOBULIN DEB COAGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.
Schlossberger (163 p 258) beobachtete, dass das pleuritische Exsudat zwei Gerinnungsstadien durchmacht. Béclard (13 p. 146) bemerkte seinerseits, dass das Blut aus einer Pferdemilz nach der Abtrennung des Coagulions wieder gerann. Das Fibrin der zweiten Gerinnung nannte Schlossberger msgemem mit Virchow Fibrin später Gerinnung“. Pierry & Seele Montdézert beobachteten, dass auch die Flüssigkeit, aus welcher sich gewöhnlich die Entzündungshaut bildet—das Plasma ebenfalls eine solche secundäre Gerinnung abgiebt (148 p. 205).	.
Bemerken wir noch, dass Lehmann im Blute dei Lebeiaiteiie gewöhnlich kein Fibrin, in einem Falle nur Spuren davon fand (109 p. 136).
Auch äussere Umstände spielen eine nicht geringe Rolle in Bezug auf die Mengen des Fibrins. Ton Rasori’s Voraussetzung ausgehend, dass die Ursache der Vermehrung des Fibrins im Blute bei Entzündungsprocessen die Wärme sei, stellte Marchai de" Calvi (126 p. 212) Beobachtungen an und fand im Verein mit Poggiale, dass bei 55°—60“ gestandenes Blut 9—37 egrm. auf 1000 mehr Fibrin ausschied als auf Eis gestelltes. Beim Erhitzen bis 70°— der Gerinnungstemperatur des Albumins—fand er jedoch bedeutende Verminderung und in einem Falle vollständiges Ausbleiben der Gerinnung. Darauf zeigte Marchai de Calvi, dass bei der Gerinnung im Ruhezustände sich mehr Fibrin bildet als beim Schütteln (127 p. 30); die Ver-
suche dieses Autors wiederholend, fand Corne (31 p. 316) in allen 10 Fällen, dass Schütteln die Fibrinmenge unzweifelhaft vermindert, was aus den von ihm zusammengestellten Tabellen deutlich erhellt; in einem andern Falle aber fand er, dass bei der Blutgerinnung im Ruhezustände und beim Umschütteln in der Menge des Fibrins kein Unterschied wahrgenommen werden konnte (32 p. 178). Abeille (1 p. 378) beobachtete dagegen, dass beim Schlagen (au battage) des Blutes sich mehr Fibrin ausschied als bei der spontanen Gerinnung; dabei wachse die Fibrinmenge noch an, wenn das Blut beim Schlagen bis 60° erwärmt wird; bei Temperaturerniedrigung vermindere sich die Ausscheidung des Fibrins bedeutend und höre endlich ganz auf. Alliieht (2 p. 723) constatirt seinerseits Vermehrung der Fibrinausbeute beim Schlagen (été battu) des Blutes.
Seit Anfang der 50-er Jahre fing man an. sich mehr und mehr von der unbestreitbaren Thatsache zu überzeugen, dass das auf gewöhnlichem Wege erhaltene Fibrin gar zu weit von dem entfernt ist. was mit diesem Namen bezeichnet werden sollte. Nach Virchow und besonders nach Zimmermann, beschreibt C. Schmidt (164 p. 12) sehr bestimmt die Beziehung der Blutkörperchen zum Coa-gulum. Die mikroscopische Untersuchung von mit dem Rasirmesser oder dem doppelten Messer hergestellten Schnitten eines solchen, zeigte Schmidt, dass Blutkörperchen in so grossen Mengen im Coagulum sassen. dass die Zwischensubstanz mir y5 des Volums des Coagulums bildete (ib. p. 12). Hassal (87 Taf. II, Fig. 6) giebt ein für jene Zeit (1852) vorzügliches Bild von Fibrin mit den in demselben eingebetteten Blutkörperchen. Das Coagulum ist so dargestellt, wie es sein soll, ohne künstlich hervorgerufene Fäden (Fasern) u. s. w., wie wir es in Fun-ke’s Atlas sehen. Diese in unabsehbarer Menge in eine gallertartige Masse eingeschlossenen Blutkörperchen konnten natürlich aus dem Coagulum nur schwer entfernt werden, und erscheint es ganz begreiflich, dass Melsens sich umsonst bemühte ganz reines Fibrin aus einem Coagulum darzustellen (135 p. 172). Um das Fibrin auszuscheiden, wurde das Blut in allen Richtungen umgeschüttelt und darauf das Coagulum zuerst mit Blutserum, dann mit gesättigten Salz- oder Zncker-lösungen gewaschen. Gewöhnliches Fibrin bereitete Melsens durch Auswaschen
zuerst in warmem, dann in kaltem Wasser. Trotz sorgfältiger mechanischer Behandlung gelang es Melsens nicht, von den Stromata der roten Blutkörperchen ganz