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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
Stoff, welcher bei der Blutgerinnung das Fibrin erzeugt, im löslichen Zustande im Blute. Dieser Satz ‘) weist unmittelbar auf den Unterschied in dem Zustande des Protemstofls im Blute vor der Gerinnung und in Gestalt von Fibrin nach der Gerinnung hin.
Später (1847) konnte Virchow (190 p. 581), der von dem Satze ausging, dass die Blutgerinnung durch den Einfluss des Sauerstoffs bedingt wird, infolgedessen das Fibrin entstehe, nicht umhin auf Grund seiner eigenen Lehre zuzugeben, dass bis zum Gerinnungsmoment eine Substanz im Blute vorhanden sei, welche nicht für Fibrin gehalten werden könne und welche er deshalb „Fibrinogen” zu nennen vorschlägt 2).
Aus dem Dargelegten ist ersichtlich, dass es nicht irgend welche experimentellen Thatsachen über die Eigenschaften der Prote'inkörper vor und nach der Blutgerinnung gewesen sind, die Virchow bewogen diese Substanzen auch dem Namen nach zu unterscheiden. Trotzdem hat die Benennung Virchow’s Theorie überlebt.
Einen nicht weniger problematischen Charakter tragen Cohen’s Voraussetzungen (1850, 30 p. 487). Dieser Forscher nimmt an, dass im gesunden Blute eine Substanz im gelösten Zustande enthalten sei, welche unter gewissen Bedingungen in Albumin und Fibrin zerfalle, wobei andererseits diese zwei Substanzen künstlich in einander verwandelt werden können 3). So werde das Fibrin durch eine schwache Aetznatronlösung bei 40° in Albumin verwandelt, so dass die vergrösserte Fibrinmenge in gewissen Krankheiten durch Verminderung der Alkalien bedingt werde (ib. p. 437). Die Mitte zwischen Denis’s (Bd. IV p. 181) Lehre und der soeben dargelegten Theorie Cohen’s hält Corne’s (32 p, 178) Lehre, nach welcher 3 Arten Proteine anzunehmen seien: das eigentliche Albumin, das „Fibrid“, ein mittlerer Zustand zwischen dem Albumin und dem Fibrin, endlich das Fibrin (ib. p. 178).
Obgleich Lehmann im ganzen die Ansicht teilte, welche bis zu den 40-er Jahren über den Zustand des Fibrins (p. n. 230) allgemein verbreitet war, sprach er, unter dem Einflüsse von Cohen’s Ideen, ohne irgend welche charakteristischen Züge anzuführen, eher durch die blosse Benennung geleitet, den Gedanken aus, dass im Blute der Wirbeltiere ein Körper enthalten sei, den er „fibringebende Substanz“ nennt, welche aus dem löslichen ineinenimSeru m u n löslichen Körper, Fibrin g e n a n n t, übe r g e h t (110 p. 332) 4). Um die fibringebende Substanz im gelösten Zustande zu erhalten, schlägt Lehmann die schon bekannten Darstellungsweisen des Salzplasma (ib. p. 336—7) vor, indem er die Löslichkeit des Fibrins sowohl des arteriellen als des venösen Blutes des Menschen und des Schweines, des venösen, nicht aber des arteriellen Fibrins, des Ochsenblutes, in Salzen, namentlich in Salpeter (ib, p. 334), anerkennt und bestä-
') »Im Blute ist der bei der Coagulatiou F i-brin erzeugende Stoff aufgelöst“ ( 141 P- 354).
•) „....dass darin eine Substanz sich befindet, die unter der Einwirkung der atmosphärischen Luft sich in den gerinnungsfähigen Faserstoff umwandelt. Man hat gar keinen Grund dazu, diese Substanz Faserstoff zu nennen: vielmehr, wollte man sie benennen, so könnte man sie höchstens Fibrinogen taufen“ (190 p. 581). Bei Schlossberger (163 p. 259) finden wir die Angabe, dass die Benennung ..Fibrinogen" im Jahre 1845 und zwar in Froriep's Notizen, 1845, M 769, auch in Zeitschr, f. rat. Medic. IV, p. 285 von Virchow
eingeführt worden sei. Das ist aber ein Irrtum. Unsre Angabe darüber (190 p. 581) ist die richtigere.
3)	„A l'état sain, le sérum circulant tient en dissolution la substance qui se partagera ultérieurement en albumine et en fibrine. L’albumine et la fibrine peuvent être transformées artificiellement l’une en l'autre“ (30 p. 437).
4)	,,Im Blute der Wirbelthiere ist ein Stoff aufgelöst, welcher bei seiner Umwandlung einen in Blutwasser nicht löslichen Stoff erzeugt, den wir Fibrin nennen“ (110 p. 332).
...... Um die natürliche Lösung der fibrinige-
benden Substanz zu erhalten .. * * (110 p. 336)