﻿Î)A§ GLOBÜLtt DÉR ÔOAGULïRBARËN SUBSTANZ DES BLUtES.
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tigt. Lehmann’s Ansicht nach (1853. 110 p. 331), sei es möglich das Fibrin in dessen natürlichem, gelöstem Zustande nur mittels Einträgen die Gerinnung verhindernder Agentien zu studiren, wobei jedoch das erhaltene Plasma von den gewöhnlichen prote'inhaltigen Flüssigkeiten sich durch nichts als durch spontane Gerinnung unterscheide, und auch diese Fähigkeit durch Zusatz genügender Salzmengen ausgeschlossen werde. Erwähnen wir hier gleich, dass in einem Falle Gorup-Besanez (73 p. 166) aus den Venen des Thorax erhaltenes Fibrin beim Waschen mit Wasser, wenn auch nicht vollständig, auflöste.
Im weiteren hält Virchow (191 p. 104), der die verschiedenen Fibrinarten nicht anerkennen wollte, sich dennoch bei der Frage nach der Präexistenz des Fibrins vor der Blutgerinnung auf. Ohne irgend welche gewichtige Thatsachen unter der Hand zu haben und auf seine frühere Voraussetzung in Bezug auf das Vorhandensein eines Körpers, den er jetzt schon „fibrinogene Substanz“ nennt, sich berufend, glaubt Virchow, dass man mit einigem Recht (?) die Existenz einer vom Fibrin unterscheidbaren Substanz im Moment der Gerinnung zugeben könne, einer Substanz, welche einen gerinnenden Körper, das Fibrin, erzeugt, selbst aber spontan nicht gerinnt (ib. p. 105). Dieser Satz wird verständlicher, wenn man Virchow’s Lehre über den Anteil des Sauerstoffs an dem Gerinnungs-process des Blutes in Betracht zieht, wie ihn Virchow auch selbst erklärt: nämlich, dass in keiner der normalen tierischen Flüssigkeiten das Fibrin als solches existire, dass das Blut, die Lymphe und die andern lymphatischen Flüssigkeiten eine Vorstufe des Fibrins enthalten, welche unter der Einwirkung von Sauerstoff in wirkliches Fibrin übergeht (ib. p. 133) *).
Die Lehre von dem Fibrinogen erhält einen bestimmteren Ausdruck in Denis’s Arbeiten 61856, 43 p. 161—165; 1858, 44 p. 996; 1859, 45 p. 28 und 1861, 46 p. 1239).
Zuerst glaubte Denis, das Blut enthalte eine Substanz, welche nach der Stillung des Blutes, oder nachdem dieses den Körper verlassen, entweder in lösliches Fibrin (fibrine pure) oder in unlösliches (fibrine modifiée) sowie in die Stromasubstanz der Blutkörperchen (globuline Denis) übergeht. Diese hypothetische Substanz nannte Denis „s é r o f i b r i n e“ 2). Als besonders gewichtigen Beweis für die Existenz des Serofibrins hält er den Umstand, dass das Fibrin in der Flüssigkeit, in welcher es sich bis zur Gerinnung im gelösten Zustande (43 p. 164) befunden hatte, unlöslich wird und es auch bleibt, wenn das Blut unmittelbar von Neutralsalzlösungen aufgenommen wird (ib. p. 165). Jedenfalls muss diese Substanz löslicher sein als das Fibrin, da es von dem fünften Teil der zur Lösung des Fibrins nötigen Salze in Lösung erhalten wird (ib. p. 166). Daraus folgt, dass diese Substanz in dem Plasma unter denselben Umständen existirt wie das Serin (Sero-globin—W 48—60 p. 541) und, so zu sagen, die Mitte zwischen dem Seroglobin und dem Fibrin hält (ib. p. 165). Dabei ist es interessant, dass Denis, der, wie Liebig, das Blut in eine Natriumsulfatlösung einfliessen liess, ebenfalls Gerinnung der abgestandenen klaren Schicht beobachtete. Um aber den Process zu beschleunigen, schlägt Denis vor, das klare Plasma mit Wasser zu fällen; dabei finde Gerinnung des
') ..dass in keiner der norma-
len thierischen Flüssigkeiten der Faserstoff als solcher vollständig präexistirt, dass vielmehr das Blut nur eine nähere, die Lymphe und die lymphatischen Flüssigkeiten eine fernere Vorstufe desselben enthalten, welche unter dem Contakt des Sauerstoffs schneller oder
langsamer in wirklichen Faserstoff übergehen und dann gerinnen“' (191 p. 133).
2) ,,J’appellerai sérofibrine, pour m’expliquer avec plus de lucidité, le corps nouveau dont j’indique l’existence comme probable, substance hypothétique qui préexisterait aux matières fi-broïdes connues“ (43 p. 166).