﻿DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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Widerspruch auch in diesem Falle aufmerksam machen. So sollen bei der spontanen Bildung eines Coagulums im venösen Blute 3 Fibrine: „fibrine pure dissoute“, „fibrine pure concrète“ et „fibrine concrète globuline“ (45 p. 45—7) erhalten werden* Auf Grund unserer Kentnisse vom Seroglobin (AW 48—60 p. 50) dürfen wir wohl sagen, dass Denis gar keine Beweise für das Vorhandensein im Blutplasma eines Körpers besitzt, der im Moment der Gerinnung in zwei neue Körper zerfällt oder sich in solche verwandelt. Bei der Darstellungsweise des Plasmins, deren Denis sich bediente, nämlich: Sättigung des Salzplasma mit Chlornatrium, wurde u n-streitig auch das Seroglobin ausgefällt, welches, zugleich mit der Substanz, die zur Bildung des Fibrins dient, ausfallend, ein Gemenge vorstellte, welches Denis für einen besonderen Körper hielt. Dennoch gelang es Denis einen Körper oder ein Gemenge von Körpern, gleichviel, eine Substanz oder Substanzen von globulinartiger Natur auszuscheiden und dann spontane Bildung von Fibrin daraus zu beobachten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Denis’s „fibrine dissoute“ Seroglobin ist. Dies in Betracht ziehend, finden wir bei Denis die ersten genauen und dabei zahlreichen Angaben darüber, dass das wenn auch nur aus venösem Blute durch Schlagen ausgeschiedene Fibrin in Salzen löslich ist, dass die Lösung dieses Fibrins in Salzen sowie die von Salzen oder Wasser aus diesen Lösungen ausgefällten Niederschläge identisch sind, wobei letztere alle Eigenschaften der gewöhnlichen Globuline (des Seroglobins) aufweisen. Das ist noch nicht alles: im gegebenen Falle besitzen sowohl das Gerinnungsproduct als auch das Plasmin einen und denselben Charakter, nämlich Fällbarkeit durch Salze und Löslichkeit in Salzen. Folglich war es nicht das chemische Verhalten des durch Schlagen des venösen Blutes gewonnenen Productes, sondern ausschliesslich die sichtbare Aeusserung während des Gerinnungsactes, d. h. der spontane Uebergang aus dem flüssigen Zustande in den festen, welche Denis bewog demselben die Eigenschaften des Fibrins zuzuerkennen. Einige von Denis’s Angaben und auch solche früher genannter Autoren erwägend, darf man wohl sagen, dass auch die übrigen von Denis angenommenen Fibrine, wenn auch langsamer, in Salzen löslich sind und in diesem Fall mit Seroglobin identische Producte geben. Brücke findet in der That (27 p. I7S), dass sowohl frisches Ochsenfibrin, als auch der nach dem Auswaschen der alkalischen, nach Lieberkühn’s Verfahren erhaltenen Gallerte im Wasser zurückgebliebene Rückstand, den Brücke „P s e u d o f i b r i n“ (s. Kap. XII—das Verhalten zu den Alkalien) nennt, sich allmälig in Wasser auflösen l).
Es ist nicht überflüssig darauf hinzuweisen, dass Brücke bei seinen mit Fibrin angestellten Versuchen fand, dass der Einfluss des Magensaftes sich nicht in gleichem Maasse auf die ganze Masse erstreckte: ein Teil löste sich leichter, der andere schwerer (ib. p. 1S4). Schon früher hatte Brücke (26 p. 193) Plasma aus Pferdeblut mit Essigsäure angesäuert und dann mit Wässer verdünnt; dei sich ausscheidende Niederschlag löste sich in einem unbedeutenden Uebersclmss der Säure. Wie früher Lehmann (p. n. 242), so nahm jetzt Brown-Séquard an (25 p. 300), dass dort, wo keine Blutgerinnung stattfindet, auch kein Fibrin vorhanden sei. Giösserer Vollständigkeit halber fügen wir noch hinzu, dass Gunnig (76 p. 52) Bildung von „Albumin“ und „Casein“ beim Faulen des Fibrins bemerkte.
Andererseits bedurfte Denis's Lehre auch noch der Erklärung, ob bei dem Gerinnungsprocess das Plasmin sich wirklich spaltete oder bei der Gerinnung des Blutes nur ein Teil desselben ausfiel.
') In der angezeigten Arbeit finden Mir keine Fibrin bat Brücke beschrieben... “ im mindesten Tliat&aohen, welche Hoppe-Seylers Worte (08 p. widerlegen wurden; aber gerade auf diese Ar-240): „Wichtige Unterschiede verschiedener Arten beit beruft sich Hoppe-Seyler.