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DAS GLOBULIN DER COAGUIURBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
methode, wenn auch zu einer alten, nämlich zur Fällung mit Alkohol. Schmidt rät den Alkohol zu den fibrinösen Flüssigkeiten unter Umschütteln tropfenweise so lange zuzusetzen, bis die beim Umschütteln verschwindenden Flocken durch eine beständige Trübung ersetzt werden. Nach 6—S Stunden scheidet die Flüssigkeit einen Niederschlag aus, der nach der Auflösung in sehr verdünnter Natronlösung bei Versetzung mit Blut oder fibrinoplastischer Substanz gerinnt (166p. 536). Dieser von S c h m i d t a u s g e f ü h r t e Vers u c h beweist, gleich D e n i s’s Versuch, die Möglichkeit, aus fibrinösen Flüssigkeiten die Proteinstoffe aus dem Gemenge von Substanzen, welche die spontan gerinnenden Flüssigkeiten bilden, a u s z u s c h e i-d e n u n d nach der A u f 1 ö s u n g u n t e r U m ständen Gerinnu n g des Fibrins in denselben hervorzurufen.
Den von Alkohol ausgeschiedenen Niederschlag nennt Schmidt fibrinogene Substanz und findet, dass dessen Lösung in einer geringen Menge Alkali verdünnten Säuren, unter andern auch der Kohlensäure, gegenüber sich ebenso verhalte wie die Seroglobinlösungen. Dies veranlasst Schmidt für die fibrinogene Substanz dieselbe Fällungsmethode wie für das Seroglobin vorzuschlagen: eine jede gerinnbare Flüssigkeit werde nämlich nach starker Verdünnung mit Wasser von Kohlensäure oder verdünnter Essigsäure getrübt; der Grad der Verdünnung hänge natürlich von dem Proteïngehalt der gegebenen Flüssigkeit 2) ab (ib. p. 539). Schmidt findet, dass die Reactionen des Fibrinogens und des Seroglobins im allgemeinen identisch seien 3). obgleich er erwähnt, dass das Fibrinogen im ganzen sich schwerer löse als das Seroglobin; doch sah er Fälle, wo zur Auflösung von Fibrinogen 20-mal weniger \on derselben alkalischen Lösung erforderlich war als zur Auflösung von Seroglo-bin (ib. p. 540). Endlich sei das Aussehen dieser Körper unter dem Mikroskop, seien dm chemischen Reactionen derselben so ähnlich, dass es nicht möglich sei sie aus einer und derselben Flüssigkeit, von einander getrennt, auszuscheiden 4). Sowohl Alkohol (166 p. 541) als auch gleichzeitige Einwirkung von Wasser und Koklen-säuie ^erzeugen in Flüssigkeiten, welche zugleich Fibrinogen und Seroglobin enthalten. Niederschläge, die aus einem Gemenge dieser Körper bestehen5').
Aus dem Gesagten folgt, dass es weder Denis noch Schmidt gelang die gesuchte fibiinogene Substanz von den schon bekannten Proteinen abzuscheiden.
Man hätte denken sollen, dass reines Fibrinogen aus den Flüssigkeiten erhalten veitlen könne, welche kein Globulin (fibrinoplastische Substanz) sondern nur I ibiinogen enthalten, wie Schmidt anfänglich glaubte; es hat sich jedoch herausgestellt. dass auch die sog. fibrinösen Flüssigkeiten (die Flüssigkeit der Bauchwas-seisucht, aie Hydroceleflüssigkeit, das pleuritische Exsudat, die Herzbeutelflüssigkeit) nicht globulinfrei sind (ib. p 537); in der Folge (1872, 167 p. 451) behauptete Schmidt sogar, dass die genannten Flüssigkeiten eine ziemlich bedeutende Menge fibnnoplastischer Substanz enthalten. Eichwald (52 p. 149) erhielt ferner Globulin
’) „Dieses brachte mich auf die zweite Methode der Darstellung der fibrinogenen Substanz, die vollkommen mit der der fibrinoplastischen Substanz übereinstimmt“ (166 p. 539).
) „.Jede geiinnbaie t lüssigkeit wird nach starker Verdünnung mit Wasser durch Kohlensäure oder verdünnte Essigsäure milchig getrübt: der Grad der Verdünnung muss natürlich im einzelnen Falle dem Gehalte de3 Transsudates an organischer Substanz entsprechen“ (ib. p. 539)
■’) .Die Reactionen der fibrinogenen Substanz stimmen in allen Punkten mit denen der tibrino-plnstischen überein“ (ib. p. 540).
4)	„Wegen der chemischen Uebereinstimmung beider Substanzen ist es nicht möglich, sie aus b lüssigkeiten, in welchen sie zusammen Vorkommen, gesondert auszuscheiden“ (ib. p. 542—3).
5)	„Dass durch Kohlensäure aus dem verdünnten Blutplasma wirklich beide Substanzen gefällt werden“,,., (ib. p. 543),