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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
p. 7) Munnich’s Arbeit weiter fort und wiederholte zugleich. Denis’s Versuche, wobei er den Concentrationsgrad der Salzlösungen, welcher die Blutgerinnung voizubeugen vermag, erprobte. Horst fand, dass bei 0° in 10 A ol. 4°/0-iger Chloinatiium-lösung eingeflossenes Blut flüssig bleibe, dass aber mit der Tempelatuieihöhung auch der Procentgehalt des Salzes zu diesem Zwecke erhöht werden müsse. Bei dei Sättigung eines mit der Pipette abgehobenen Plasma mit Kochsalz fallen Flocken aus, die Horst für Denis’s Plasmin ansieht, zugleich aber auch für ein Gemenge von Fibrinogen und Seroglobin, Vorfahren des Fibrins, von Heynsius „Bildnei des Fibrins“ (93 p. 7) genannt, hält. Dabei stellte Heynsius (ib. p. 14) selbst, einige Beobachtungen an, die einerseits die Richtigkeit der Darstellungsmethode des Plasmins bestätigten, andererseits zeigten, dass eine Lösung von Menschenfibrin in Salzen, mit 10 Vol. Wasser verdünnt und unter der Einwirkung von Kohlensäure, gefällt wird, wenn auch nicht vollständig, da bei nachlieriger Sättigung mit Kochsalz noch ziemlich starke Niederschläge sich ausscheiden. Ebenso verhielten sich auch Flüssigkeiten, welche, Schmidt’s Ansicht nach, Fibrinogen enthielten; nämlich Verdünnung mit Wasser und Sättigung mit Kohlensäure bewirkten keine vollständige Fällung des Fibrinogens, und schied nachherige Sättigung des Filtrats mit Kochsalz fast ebenso viel und sogar noch mehr Fibrinogen aus (ib. p. 14). Auf Grund dessen sieht Heynsius, der zwischen diesem und dem Seroglobin keinen Unterschied anerkennt, auch zwischen diesen Körpern und dem Fibrin keinen Unterschied, es sei denn nur einen quantitativen (ib. p. 15).
Wie Heynsius der Darstellung eines schwerlöslichen Fibrinogens erwähnt, so findet gleich nach ihm Schmidt (1872,167 p. 440), dass auch aus fibrinösen Flüssigkeiten (der Herzbeutelflüssigkeit eines Pferdes) durch Verdünnung mit Wasser und Neutralisation mit Essigsäure erhaltenes Fibrinogen sich 11-mal schwerer löse als das Globulin, welches aus dem Serum desselben Pferdes erhalten wird. Blosse Neutralisation genüge jedoch zur Ausscheidung des Fibrinogens aus der Herzbeutelffüssigkeit nicht, wie es auch mit dem Seroglobin aus dem Serum der Fall sei: es bedürfe noch der Verdünnung mitVöasser (ib. p. 441); künstliche Lösungen derselben Substanzen in neutralen Salzen dagegen würden leicht von Säuren gefällt, und sollen diese Substanzen aus alkalischen Lösungen durch Neutralisation vollständig aufallen (ib. p. 440).
Erst jetzt richtet J) Schmidt sein Augenmerk auf Denis’s Arbeit, und glaubt, dass Denis’s Plasmin aus Fibrinogen und Seroglobin bestehe, da eine jede dieser Substanzen die Fähigkeit besitze durch Sättigung mit Kochsalz gefallt zu werden. Dieses Verhalten des Fibrinogens und des Seroglobins, oder der „Fibrinogenerato-ren“, wie Schmidt sie damals seiner Lehre zu Liebe benannte, dem Kochsalz gegenüber leiteten ihn auf den Gedanken, dieselben mittels Kochsalz einzeln aus solchen Flüssigkeiten zu erhalten, in welchen nur eine derselben vorhanden ist, wobei er. wie wir schon wissen (.V.V 48—60 p. 120), für das Seroglobin—das Blutserum, für das Fibrinogen—die Hvdroceleflüssigkeit vorschlägt. Nachdem die Flüssigkeit mit Kochsalz gesättigt ist, beginnen farblose Flocken sich auszuscheiden, die dann auf dem Filter gesammelt werden. Nachdem die Flüssigkeit abfiltrirt ist, wird der Niederschlag aufs neue in V'asser aufgelöst, wobei aber diese Lösung schon keine Neigung
’) Es ist interessant, dass Schmidt. Denis’s erwähnend, nichts von dessen Arbeiten sagt, was auf den Gedanken bringt, dass er sie auch jetzt nicht gelesen hat; dies ist um so wahrscheinlicher, als Schmidt sagt; „Denis betrach-
tete diese Substanz (F i b r i n o g e n) als den im Blute p r ä e x i s t i r e n d e n flüssigen Faserstoff und n a n n t e sie F 1 a s m i p“ (107 p. 443. AW 75 —S0 p. 196),