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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
zu gerinnen mehr zeige (167 p. 443—4). Zugleich finden wir bei Schmidt auch folgende Angabe: Pferdeplasma mit i/3 Natriumsulfatlösung (1 : 3 Wasser) vermischt, gerinne spontan nicht; wird aber Wasser in genügender Menge zugesetzt, und zwar je mehr, je besser und schneller, so falle das Fibrin, wenn auch nur als flockenartiger Niederschlag, aus (ib. p. 456).
Um Fibrinogen zu erhalten, empfiehlt Allchin (3 p. 278) Herzbeutelflüssigkeit mit Natriumsulfat oder Kochsalz zu sättigen, den Niederschlag mit gesättigten Lösungen derselben Salze zu waschen, ihn in Wasser aufzulösen und durch Sättigen mit denselben Salzen aufs neue auszufällen. Die auf dem Filter gesammelten Niederschläge sind bei niedriger Temperatur zu trocknen, zu zerstossen und in Flaschen aufzubewahren '); je nach Bedarf wird von dem Pulver in Wasser aufgelöst, und es stellt dann eine Fibrinogenlösung in Salzen vor. Zugleich mit der Arbeit, in welcher Schmidt den besonderen Charakter einer noch nicht definitiv bestimmten Substanz, des Fibrinogens, zeigen will, erschien Mehu’s Arbeit (132 p. 645), welche den Zweck hatte die Identität des Fibrinogens und des Seroglobins zu bewei-sen. Meliu findet, dass sowohl das Serum wie auch das pleuritische Exsudat bei Sättigung mit Magnesiumsulfat das sog. Hydropisin GannaFs ausscheidet, welches, der Meinung des Autors nach, mit dem gelösten Fibrin—fibrine dissoute—von Denis (,W_ 75—80 p. 203) identisch ist2). Einen eben solchen Körper und auf dieselbe Weise erhält Mehu aus der Bauchwassersucht-, der Hydroceleflüssi g-keit und aus den meisten Flüssigkeiten der Ovarialcysten. Darauf empfiehlt Mehu anstatt Magnesiumsulfat in Krystallen solches in gesättigter Lösung bei 40— 50°, 5 ol. auf 1 Vol. der Flüssigkeit, mit welcher man experimentirt, zu benutzen (132 p. 645); zu vollständigerer Fällung des Hydropisins rät er in der Folge (133 p. 198) Magnesiumsulfat in Ueberschuss zu nehmen. Der Niederschlag wurde in Wasser aufgelöst, die erhaltene Lösung mit Magnesiumsulfat gefällt und dann der auf dem Filter gesammelte Niederschlag mit derselben Lösung gewaschen. Die weisse Masse des Niederschlags wurde, nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier, in Wasser aufgelöst und der unlösliche Niederschlag schon aus dieser Lösung durch Einwirkung von Alkohol erhalten (132 p. 646).
Indem wir hier auch noch die in demselben Jahre (1872) erschienene Arbeit 3) Eichwalds (52p. 152—3) anführen, sehen wir, dass die Ansichten dieser drei Autoren aus dem Jahre 1872—Schmidt. Mehu und Eichwald—das Gebiet der mit den gegenseitigen Beziehungen des Fibrinogens, des Seroglobins und des Fibrins verknüpften Fragen so zu sagen erschöpfen: vom gröberen chemischen Standpunkte aus sind diese Körper im ausgeschiedenen Zustande in der That identisch.
Eichwald vermischte filtrirte Herzbeutelflüssigkeit mit dem gleichen Vol. gesättigter Kochsalzlösung und leitete dann Kohlensäure durch das Gemenge; bei dieser Operation schied sich eine Substanz aus, welche der Autor für Fibrin ansali (ib. p. 152—3). Ausserdem werde bei einfacher Durchleitung von Kohlensäure durch Herzbeutelflüssigkeit das Erscheinen eines Fibrinniederschlags beobachtet (ib. p. 147—9). Dass das in den beschriebenen Versuchen sich ausscheidende Fibrin ohne Teilnahme des Seroglobins entstanden war, folge daraus, dass es unter obigen Umständen nicht ausfiel: Fibrin werde weder bei Gegenwart halbgesättigter Kochsalzlö-
*) „The filters may be dried at alow temperature and the material remaining on them separated off, powdered, and preserved in stoppered bottles“ (3 p. 278).
2) „Ce qu’on obtient ainsi n’est autre chose,
à mon avis, que la fibrine dissoute de Denis“ (132 p. 645).
3) Es muss gesagt werden, dass die Grundsätze der oben erwähnten Arbeit von Eichwald schon im J, 1869 veröffentlicht wurden (51 p. 239).