﻿1>ÀS GLÔBÜLIN DÉR COAGULIRBAREN SUBSTANZ DBS BLUTES.
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Kochsalzes und, um der Fäulniss vorzubeugen, in Gegenwart von Blausäure ausgeführt, wonach die Flüssigkeit bei 45° im luftleeren Raum verdichtet wurde. Die erhaltene Flüssigkeit gerann bei 61°. während das Hühnereiweiss bei 71° gerinnt; doch auch beim Kochen erfolgte keine vollständige Fällung; die Flüssigkeit wurde auch von Mineralsäuren und Sublimat gefällt, erlitt aber unter der Einwirkung von Essigsäure, Kupfersulfat und Silbernitrat keine Veränderung. Die mit Wasser verdünnte Fibrinlösung in Salzen schied unter dem Einfluss eines Kohlensäurestroms einen Niederschlag aus, welcher Wasserstoffsuperoxyd zersetzte (ib. p. 228).
Heynsius (94 p. 514) reiht das Fibrin gleichfalls den Proteinkörpern an, die in schwachen Salzlösungen leicht, in concentrirten dagegen sich garnicht lösen, v*obei er aber bemerkt, dass das durch Schlagen von arteriellem Blut erhaltene Fibrin sich schwerer löse als dasjenige aus dem Herzen stammender Coagula; ausserdem sei die Löslichkeit des Fibrins überhaupt nicht immer die gleiche, da sie bei Gegenwart von Säuren und auch von Soda bedeutend abnehme (ib. p. 515).
Dadurch dürften sich wohl auch die etwas früher von Plosz (150 p. B82) gemachten Beobachtungen erklären, dass nach sorgfältigem Waschen mit Wasser das 11brin sich nur teilweise löst oder, wie Plosz sich ausdrückt, einen Körper „enthält“, welcher in Salzen, Alkalien und Säuren sich leicht löst und dabei aus den Lösungen in Salzen bei Verdünnung mit Wasser unter der Einwirkung von Kohlensäure auslällt. Mit einem Worte. Plosz fand für den gelösten Teil dieselben Beziehungen, welche Gautier für das vollständig aufgelöste Fibrin gezeigt hatte (VW 75— 80 p. 210). Nach der Entfernung des aufgelösten Teils bleibe ein nicht nur in Neutralsalzen unlöslicher sondern auch in Chlorwasserstoffsäure und in Natriumcarbonat schwerlöslicher Teil zurück. Doch auch dieses Fibrin verhalte sich verschiedenartig, je nach der Behandlungsmethode, ob dasselbe extrahirt oder mit Salzen digerirt wurde. Beim Digeriren bei 30—40° löse sich das Fibrin häufig ganz auf. Wird aber mit immer neuen Salzlösungen extrahirt, so entferne man, Plooz’s Ansicht nach, nur das Globulin, während das zurückgebliebene Fibrin schon bei keiner Temperatur in Salzlösungen sich löse. Für Plosz ist es klar, dass die grössere oder geringere Löslichkeit fies Fibrins durch die Gegenwart einer grösseren oder geringeren Albuminmenge bedingt wird (150 p. 383). Nach sorgfältigem Waschen des Fibrins mit Wasser extrahirte Kistiakowski Globulin mit 3%-iger Kochsalzlösung aus demselben (102 p. 442). Deutschmann (47 p. 509) fand seinerseits, dass auch das Fibrin verschiedener Tiere schwacher Aetznatronlösung gegenüber sich nicht ganz gleich verhielt. Beim Digeriren auf dem Wasserbade mit 0,05-iger Aetznatronlösung löste sich frisch gewaschenes Rattenfibrin in einer halben Stunde; schwerer löste sich das Fibrin des Meerschweinchens, des Schafes, des Kaninchens, der Ente, der ( rans, der Taube; einige Stunden bedurfte es zur Auflösung von Hunde-, Katzen-Schweine-, Ochsenfibrin, und am spätesten löste sich Menschenfibrin. Aetznatronlösung wurde ebenso viel genommen, als das Blut betrug, welches zur Bereitung des Fibrins gedient hatte (ib, p. 509).
Es ist interessant, dass Löslichkeit des Fibrins nicht nur in den gewöhnlichen chemischen Agentien der Protemkörper constatirt wurde, sondern dass es auch in 1-—2%-iger Neurinlösung bei Zimmertemperatur löslich sei, wie Mautlmer i 30 p. 178) seine früheren Beobachtungen (129 p. 347; 12S p. 202), dass die proteïn-haltigen Flüssigkeiten in Gegenwart von Fibrin in der Wärme nicht gerinnen, bestätigend, in den Jahren 1874 und 1S75 fand. Aus einer solchen Lösung falle das Fibrin bei Sättigung derselben mit Kochsalz aus; wird aber die Lösung verdünnt, so löse sich der Niederschlag wieder auf; auch Säuren sollen eine Fibrinlösung in Neurin fällen, wrnbei der Niederschlag in einem Säureüberschuss löslich sei; von Alkohol aber werde das Fibrin aus einer solchen Lösung nicht ausgeschieden (130 p. 178).