﻿DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
213
Indem Hammarsten in Bezug auf das Fibrin die Gallertbildung, mit einem Worte den Process, welcher Gerinnung des Blutes, des Plasma, des Fibrins genannt wird, ihrer diagnostischen Bedeutung beraubt, giebt er indess keine mehr oder weniger scharfen Unterscheidungsmerkmale für das Fibrinogen und das Fibrin an.
Andererseits sieht Schmidt zwischen dem Fibrinogen und dem Seroglobin keinen Unterschied (168 p. 151). Die Abtrennung des Seroglobins von dem Fibrin mittels des von Eicliwald vorgeschlagenen und von Hammarsten verfochtenen Verfahrens ihr unmöglich erachtend, geht Schmidt hauptsächlich von dem Satze aus, dass diese 2 Körper nicht nur in anderen Beziehungen (deren eigentümliche Teilnahme am Gerinnungsakt ausgenommen) sondern auch noch darin sich ähnlich seien, dass deren Lösungen auf gleiche Weise von concentrirten Kochsalzlösungen gefällt werden, und deren Niederschläge in schwachen Kochsalzlösungen ') auf gleiche Art sich lösen; ausserdem werde das Globulin aus Serum, welches y5 bis */4 Magnesiumsulfat enthält, ebenfalls von dem gleichen Volum gesättigter Kochsalzlösung ausgefällt (ib. p. 152). Diese Thatsachen lagen Schmidt’s Gedanken zu Grunde, dass es unzulässig sei anzunehmen, das Seroglobin werde aus dem Plasma durch Einwirkung eines gleichen Volums concentrirter Kochsalzlösung nicht gelallt. wenngleich das Serum dieses Blutes von dieser Lösung auch nicht gefällt wird (ib. p. 152). Zugleich behauptet Schmidt, im Gegensatz zu Hammarsten’s Schlüssen, dass durch Sättigung mit Kochsalz vollständige Fällung weder des Fibrinogens noch des Seroglobins stattünde: beide Körper fallen aus, aber nicht ganz (ib. p. 154—5), Zugleich findet Schmidt, dass auch Kohlensäure sich beiden Substanzen gegenüber analog verhalte, das Seroglobin sich im ganzen leichter löse als das Fibrinogen, aber unter gewissen Umständen leichter oder schwerer aus-falien könne als dieses. Diese Körper mechanisch zu trennen, hält er nicht für möglich (ib. p. 156). Zu allem Gesagten fügt Schmidt noch hinzu, dass auch das Fibrin in allen möglichen Löslichkeitsgraden erhalten werden könne, und dass diese vollständig von der Salz- und Alkalimenge in den gerinnenden Flüssigkeiten oder von dem Umstande abhängen, ob eine gewisse Menge Fibrinogen vorher durch gepulvertes Kochsalz schon ausgeschieden worden war 3) oder nicht.
In seiner Antwort an Schmidt besteht Hammarsten darauf, dass das Seroglobin aus einer Lösung in 8%-iger Chlornatriumlösung von dem gleichen Volum einer gesättigten Lösung desselben Salzes nicht gefällt wird (1876, 80 p. 16), aber bestätigt andererseits die Fällbarkeit des Globulins aus dem Serum mit derselben gesättigten Lösung bei Gegenwart von % Vol. gesättigter Magnesiumsulfatlösung ib. p. 17). Von den Beobachtungen anderer Autoren und seinen eigenen über die U n f ä 11 b a r k e i t des S e r u m s durch das gleiche Volum gesättigter Kochsalzlösung ausgehend, empfiehlt Hammarsten Pferdeblutplasma mit dem gleichen Volum gesättigter Kochsalzlösung nicht nur zur Abtrennung des Fbrinogens sondern sogar behufs quantitativer Bestimmung sowohl des Fibrinogensais auch des Seroglobins, zu fällen, indem er dabei ohne besondere Beweisgründe behauptet, dass sämmtliclies Seroglobin gelöst bleibt (80 p. 17). Was die Eigenschaften des Fibrinogens anbetrifft, so findet auch Hammarsten in denselben viel Gemeinsames mit denjenigen des Seroglobins und zwar: das Fibrinogen werde aus Ivochsalz-
') „Es ist kaum glaublich, dass dies eine Methode darstellen soll zur Trennung zweier Körper von einander, welche, wie in alien übrigen chemischen Beziehungen, so auch darin mit einander übereinstimmen, dass beide durch concen-
trirte Kochsalzlösungen gefällt und durch verdünnte gelöst werden“ (168 p. 151).
-) „Man erhält so Faserstoff von allen Graden der Löslichkeit bis zur Löslichkeit in Kochsalz“ (168 p, 173).