﻿DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
215
bat in jeder Hinsicht Unrecht. Die Gerinnungstemperatur des Plasma (p. n. 172) war nicht nur seit Hewson bekannt; ein Jahr vor der Veröffentlichung von Fre-dericq’s Arbeiten hatte Hammarsten gefunden, dass eine neutrale Fibrinogenlösung bei 52 — 55° gerinnt (1876.80 p. 19) 1).
Indem Fredericq seine Beobachtungen mit Schmidt’s Angabe, dass die fibrinöse n Flüssigkeiten, bis auf 60° erhitzt, die Fähigkeit zu gerinnen einbüs-sen, vergleicht, spricht er die Meinung aus, es gebe 2 Fibrinogene, die, ihrer Herkunft nach, „Hämofibrinogen“ (hémafibrinogène), welches aus dem Blute, und ,,Hydrofibrinogen“, das aus der Hydrocelefllüssigkeit (ib. p. 81) 2) stammt, genannt werden könnten, obgleich er gleich darauf der Abhängigkeit der Gerinnungstemperatur von der Quantität und Qualität der Salze erwähnt. Während das Plasma bei 56° anfing zu gerinnen, fand Fredericq. dass das Filtrat erst bei 67° gerann (74 p. XIV).
In der Folge machte Schäfer (158 p. 185) Fredericq auf Plewson’s Arbeiten aufmerksam und stellte auf diese Weise die Priorität dieses Autors in Bezug auf die Beobachtungen über die Gerinnungstemperatur des Plasma her.
Auch Hammarsten findet (81 p. 237), dass das Fibrin, welches aus der Hydro-celeflüssigkeit erhalten wird, sich leicht in Salzen löse, während das Fibrinogen derselben Flüssigkeit durch wiederholtes Auflösen und Ausfällen die Fähigkeit, sich aufzulösen, vollständig einbüsse (ib.p. 237). Dennoch verficht Hammarsten, ohne neue Beweisgründe anzuführen seinen Satz sowie die Möglichkeit, das Fibrinogen von dem Seroglobin zu trennen. Indem er die Darstellungsmethode des Fibrinogens beschreibt (ib' p. 220), erklärt er, dass der wesentlichste Unterschied desselben vom Seroglobin darin bestehe, dass das Fibrinogen von einer 16%-igen Kochsalzlösung sogar aus schwachen Lösungen ausgefällt wird, während die Seroglobinlösungen, die im Organismus angetroffen werden, von einer solchen Kochsalzlösung nicht verändert werden (ib. p. 224). Indem Hammarsten im folgenden Jahre (1878, 82 p. 415) die Richtigkeit von Eichwald’s Ansicht, dass das Seroglobin sogar bei der Sättigung mit Kochsalz nicht vollständig ausgefällt werde (ib.p. 415), bestätigt. findet er jedoch, dass aus schwachen Lösungen auch eine 16%-ige Kochsalzlösung das Fibrinogen nicht fälle (81 p. 224), demzufolge er, um möglichst reines Fibrinogen zu erhalten, dasselbe 4—7 Mal mit 16°/0-iger Kochsalzlösung fällt (ib.p. 232. Trotz dieser „sorgfältigen Abtrennung“ findet Hammarsten vom chemischen Standpunkte aus nichts Charakteristisches, nichts, was dasselbe vom Globulin unterscheiden würde (ib. p. 237) 3); einen Unterschied zwischen dem gerei nigten Fibrinogen und dem in natürlichen Bedingungen befindlichen sieht Hammarsten darin, dass erster es im Gegensatz zum letzteren von Kochsalz vollständig ausgefällt wird (ib. p. 240).
tivement Lasse“ ( + 56° C.) (57 p. 75) oder „C'est en me servant du troisième procédé que j’ai découvert dans le plasma sanguin l'existence d'une substance albuminoïde (fibrinogène) se coagulant par la chaleur à une temperature relativement basse ( + 56u C.)“ (ib.).
’) „....tritt dagegen in einer Fibrinogenlösung von demselben biaCl-Gebalte die Gerinnung bei 52—55° C. ein“, referirt Hammarsten seine Arbeit (80 p. 19).
-) Fredericq schien seine Arbeiten für besonders wichtig zu halten, da er denselben möglichst
grosse Verbreitung gab: ein und dasselbe erschien in 1) 56 p. XIV, 2) Annales de la société de méd. de Gand. 1877, 3) 57 p. 81 und 4) 588 p. 15—ausführlicher.
3) „Charakteristisch für das Fibrinogen sind also nur die allgemeinen Eigenschaften der Globuline (!) und die Gerinnung; und in letzter Hand giebt es also—so weit unsere bisherigen Erfahrungen reichen—mit Ausnahme der Gerinnungsfähigkeit nichts für das Fibrinogen Spe-c i f i s c h e s“ (81 p. 237).
14