﻿DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
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Der Existenz eines solchen Globulins widersprechen jedoch zwei Umstände: 1) bei den Operationen, mit deren Hilfe Hammarsten sein bei 64° gerinnendes Globulin aus dem Serum ausscheidet, gerinnt auch das ausgeschiedene Seroglobin bei 64° (s. d. Kap. XI über den Einfluss der Wärme; 139 p. 436); überhaupt kann nach Wunsch eine beliebige Gerinnungstemperatur dieses oder jenes Globulins hervorgerufen werden, und 2) das normale Serum gerinnt bei 64° nicht; folglich, wenn man für Hämin arsten’s Globulin nur eine Temperatur für charakteristisch hält, so ist ein solcher Körper im Serum nicht vorhanden! Offenbar musste Hammarsten denselben M eg nehmen, den Denis gegangen war, und auch die Spaltung des Fibrinogens in Fibrin, welches ausfällt, und in Globulin, welches in Lösung bleibt, annehmen (ib. P; 468 und 473). Trotzdem Hammarsten zugleich mit Schmidt Denis’s Plasmin für ein Gemenge von Fibrinogen und Seroglobin ansieht, giebt er dennoch zu, dass Denis s Gedanke wohlbegründet war und schlägt vor sogar sein eigenes G 1 o b u-1 i n „fibrine dissoute“, lösliches oder gelöstes Fibrin, zu nennen (ib. p. 474).
Darauf stellt Hammarsten an sich die Frage, ob sein Globulin kein Zer-fallproduct, sondern ein Teil des Fibrins sein könnte, welches sich ebenfalls aus dem Fibrinogen gebildet hat, aber in Lösung geblieben ist (85 p. 475). Zu Gunsten auch einer solchen Ansicht zeugen einige Thatsachen, nämlich die Löslichkeit des Fibrins in Salzen und der von Hammarsten beobachtete Fäll, wo bei einem gewissen Salzgehalt das Fibrinogen beim Gerinnen sich nicht in gewöhnliches festes, sondernin nichtausgeschie-denes, in Lösung gebliebenes verwandelt hatte *). Hier war ebenfalls lösliches Fibrin vorhanden.
Bemerken wir gleich, dass wenn die einen Autoren als Critérium der Gerinnung die Bildung einer Gallerte, die anderen—diejenige eines unlöslichen Niederschlags, die dritten—faseriges Aussehen, die vierten endlich—irgend eine Fällung ansahen, es sich fragt, worauf Hammarsten sich gründete, als er aussagte, dass hier Gerinnung stattgefunden hatte, obgleich sich nicht einmal Niederschläge gezeigt hatten?! Also Gerinnung ohne Gerinnung!!
Wie dem auch sei, die Geschichte muss auch dieses von Hammarsten entdeckte Fibrin auf ihren Blättern verzeichnen (85 p. 475—6).
Trotz der Hartnäckigkeit, mit welcher Hammarsten die Reinheit des von ihm erhaltenen Fibrinogens verfocht, gab er nicht nur über die Reactionen des Fibrinogens und des Fibrins nichts Näheres an, sondern musste sogar im Gefühl seiner vollen Wehrlosigkeit in der Frage nach der Präexistenz des Fibrinogens, als der Muttersubstanz des Fibrins, die Waffen strecken. Die Existenz einer solchen Muttersubstanz würde bewiesen sein, oder, besser gesagt, würde der allgemeinen Vorstellung von derselben oder den Anforderungen, welche an dieselbe gestellt werden, entsprechen, wenn die gesuchte Substanz in ihrer ganzen Masse—worin Hammarsten den anderen Autoren beistimmt* 2)—in Fibrin überginge. Dies sei aber
f) „Bei einer anderen Gelegenheit habe ich gezeigt, dass bei einem genügenden Salzgehalte das Fibrinogen bei der Gerinnung nicht als Fibrin sich ausscheidet, sondern als lösliches Fibrin in in der Flüssigkeit gelöst bleibt“ (85 p. 476).
2) „Alle Forscher, -welche mit der Fibrinfrage etwas eingehender sich beschäftigt haben, sind, wenn ich nicht irre, darin einig, dass sie einen vollständigen Verbrauch des Fibrinogens bei der Gerinnung annehmen. Wenn nun trotzdem die
Menge des ausgeschiedenen (dasselbe kann sich aber nicht ausscheiden, s. 85 p. 477) Faserstoffes mit einem wechselnden Salz-oder Alkaligehalte wie auch mit einer ungleichen Gerinnungsgeschwindigkeit wechseln kann, finde ich für ein solches Verhalten keine andei’e Erklärung als die, dass bei der Gerinnung entweder ein Theil des Faserstoffes in Lösung bleibt oder ein Theil des Fibrinogens der Wirkung des Fermentes entzogen wird (85 p, 482),