﻿DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.
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sehen von mikroscopischen Beobachtungen und anderen Hilfsmitteln die Ueberzeu-gung gewinnen, dass, wenn wir die das Blutkörperchen umgebende Substanz nicht zerrissen und aut diese Weise demselben ermöglicht haben von der Stelle zu rücken, beim Auswaschen des Coagulums mit Wasser bloss der Farbstoff entfernt wird. Man wasche die Blutgerinnsel, wie klein sie auch seien, mit solchen Lösungen, welche den Farbstoff nicht ausziehen, die Blutkörperchen nicht zerstören (A«J\° 61—7 p. 30) und zugleich auch das Fibrin nicht verändern, z. B. mit schwachen Neutralsalzlösungen, vornehmlich mit 1—2,5%-iger Kochsalzlösung: auf welche Weise das Coagulum auch erhalten worden, und wie lange es mit der Chlornatriumlösung erwähnter Concentration auch gewaschen worden sei, die Blutkörperchen verlassen das Coagulum nicht, und dieses wird hellrot, wenn es früher dunkelkirschrot gewesen war. Wird ein Teil eines so behandelten Fibrins mit immer neuen Salzportionen, ein anderer aber mit destillirtem Wasser gewaschen, so behält der erstere seine Färbung, während der zweite, je nach der Grösse des Coagulums, seinen Farbstoff mehr oder weniger schnell abgiebt. Unter dem Mikroscop wird man gewahr, dass das erste Coagulum mit farbigen Blutkörperchen angefüllt ist, das zweite zwar auch Blutkörperchen in Menge, aber nur entfärbte, enthält. Das beste \erfahren, wie es scheinen mag, ein Blutcoagulum mit dem geringsten Gehalt an Blutkörperchen zu erhalten, dürfte wohl das von Denis (p. n. 198) vorgesclilagenc sein. Dieses A erfahrens bedienten auch wir uns. liessen aber das Blut in das gleiche Volum 1—2,5° 0-ige Kochsalzlösung einfliessen und schlugen es vom ersten Augenblicke an mit der Hand. Trotz der grossen Menge kleiner Gerinnsel, von denen die grösseren sogleich in möglichst kleine Flocken zerrissen wurden, und trotz nachherigen längeren W aschens mit immer neuen Quantitäten Kochsalzlösung erwähnter Concentration und zuletzt unter einem Strahl der Lösung, gelang es uns nicht, das Coagulum von den Blutkörperchen vollständig zu befreien.
Somit erhalten wir, der Vorschrift der Le h r b ü c h e r folgen d, a us ge n nine m Blut durch Schlagen oder andre M a n i p u 1 a-t i o n e n n i c h t F i b r i n, sondern einen entfär b ten B 1 u t k u c h ein, d. h. F i b rin nebst einem jedenfalls bedeutenden Teil ge-1 o r ni t e r Elemente des Blutes! Dabei ist es nicht möglich das auf diese V eise erhaltene Fibrin von den genannten Elementen zu befreien! Daraus folgt, dass alle quantitativen Bestimmungen ties aus dem Blut durch Schlagen oder Gerinnung im Ruhezustände und nachlierigem Auswaschen mit AVasser erhaltenen Fibrins nicht den Sinn haben, der mit dem AATorte „quantitativ“ verbunden wird. Unter den Darstellungsmethoden durch Schlagen zeichnet sich Hoppe-Seyler’s (97 p. 307. Fig. 10) durch ihre Unzulänglichkeit aus. da die besondere Construction des Apparats langsames Schlagen bedingt, wobei die Gerinnsel sich um den Spatel legen, auf welchem auch das AVaschen mit stetem AVasserwechsel vor sich geht. Zum Schluss wird das Fibrin auf einen gewogenen Filter gebracht und wieder mit AA7as-ser, doch ohne Abpressen, gewaschen. Das AATischen wird bis zur vollständigen Entfärbung des Filtrats fortgesetzt! Gerade dieses Verfahren wird in den Lehrbüchern zur quantitativen Bestimmung des Fibrins im Blut anempfohlen!
Demgemäss taugt diese gewöhnliche Darstellungsart des Fibrins nicht nur nicht zu quantitativen Bestimmungen sondern auch, und noch weniger, zur qualitativen Charakteristik des Fibrins. Alan ist genötigt sich nach anderen Quellen umzusehen, aus denen Fibrin erhalten werden könnte. Trotzdem ist auch das auf obige Weise entfärbte Blutcoagulum. fälschlich „Fibrin“ genannt, für das Studium des Globulins nicht des Interesses bar, da wir in diesem Coagulum Stromata der roten Blutkörperchen, Leukocyten und eigentliches Fibrin vor uns haben müssen,