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DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.
Wenn wir in Betracht ziehen, dass unter günstigen Verhältnissen sowohl die Stromata als auch die Leukocyten Globuline: Globoglobin (AhV 61—7 p. 15) und Cvto-globin (ib. p. 34) geben, und dass wir andererseits in der Geschichte nicht w e n ig Hinweise darauf finden, dass auch aus Plasma und anderen, keine morphologischen Elemente enthaltenden Flüssigkeiten erhaltenes Fibrin den Charakter des Globulins hat, so müssen wir gestehen, dass die Behandlung des Blutcoagulums mit Wasser dem Charakter der dasselbe bildenden Körper nicht entspricht. In der That verändert schon einfaches, mehr oder weniger langes Liegen des Globulins unter Wasser oder im feuchten Zustande die Grundeigenschaft der Globuline bedeutend, d. h. es verringert dessen Löslichkeit in Salzen oder beraubt es dieser Eigenschaft sogar vollständig. Bei der Darstellung des Fibrins aus einem Blutcoa-gulum wird aber dieses nicht nur längere Zeit mit Wässer gewaschen sondern gewöhnlich auch noch längere Zeit in demselben liegen gelassen, wobei das Präparat auch noch gepresst, ausgedrückt wird, was den Verlust an Löslichkeit in Salzen noch mehr fördert (p. n. 190. 199). Das Gesagte berechtigt uns zu der Frage, ob die Autoren, welche die Unlöslichkeit des Fibrins in Salzen verfochten, nicht vielleicht ein solches durch Wasser verändertes Fibrin, oder, richtiger gesagt, entfärbtes Blutcoagulum vor sich gehabt hatten. Selbstverständlich kannten sie kein anderes Mittel, das Coagulum zu entfärben. Der Einwirkung des Wassers ist in der That die mehr oder weniger schwache Löslichkeit des sog. Fibrins in den Versuchen dieser Autoren zuzuschreiben (p. n. 220).
Um ein wirklich in Salzen lösliches entfärbtes Blutcoagulum oder gewöhnliches Fibrin zu erhalten, muss man das Waschen des durch Schlagen mit einem Reisbündel oder besser mit der Hand erhaltenen Coagulums anfänglich mit 1—2%-iger Kochsalzlösung vornehmen, die Stücke so fein wie möglich zerkleinern und, ohne mit der Lösung zu kargen, die Blutkörperchen möglichst sorgfältig durch Waschen entfernen. Darauf werden die Coagulumstücke behufs Entfernung des Blutfarbstoffs in clestillirt.es Wasser, oder noch besser in 0,1%-ige Kochsalzlösung gebracht. Diese Operation muss man mehr oder weniger rasch ausführen. Nach der Entfärbung wird das Präparat in 5—10—15%-ige Kochsalz-, Salpeter-, Chlorammonium- und dergl. Lösungen gebracht (s. Kap, XI; 139 p. 436), wobei die Auflösung ziemlich rasch beginnt und nach 10—16—24 Stunden beendet ist. Auf welche Art wir übrigens das entfärbte Blutcoagulum—durch Auswaschen mit Wasser oder mit Salzen—auch erhalten haben mögen, nach sorgfältigem Verreiben desselben mit dem zum Experimentiren genommenen gepulverten Salze und nach Zusatz von so viel Wasser, dass das Salz die gewünschte Concentration erhalte, löst sich das Coagulum mehr oder weniger rasch ohne irgend welche Anzeichen von Fäulniss; ungleich leichter löst sich das entfärbte Coagulum in Salzsäure, Schwefelsäure oder Alkalien 1%0.
Die Salzlösungen des entfärbten Blutcoagulums enthalten in Lösung Fibrin. Ol ob o gl ob in und Cytoglobin, die es unmöglich ist von einander zu trennen, da deren lällungs- und Lüsungsreactionen identisch sind.
2. Darstellung des gereinigten Fibrins. Offenbar kann von morphologischen Elementen freies Fibrin nur in dem Falle erhalten werden, wenn f'S aus einer gerinnbaren Flüssigkeit, in der keine suspendirten Partikelchen enthalten sind, dargestellt wird. Für natürliche Quellen desselben können folgende Flüssigkeiten gelten: in der Kälte gesammeltes Pferdeblutplasma, Herzbeutelflüssigkeit, ferner die Entzündungsexsudate aus verschiedenen Körpergegenden (der Pleura, dem Peritoneum u. s. w.), endlich irgend ein tierisches Plasma, welches durch Abstehen des Blutes mit Salzlösungen gewonnen wird, unter der Bedingung, dass alle diese Flüssigkeiten vor der Gewinnung des Fibrins sorgfältig filtrirt wurden,