﻿BAS GLOBULIN BER CÖAGULIRBAREN SÜBSTAZM DES BLUTES.

1)	Zum Filtriren des Pferdeblutplasma, welches von abgestandenem Blute aus der Carotis eines Pferdes mittels einer entsprechenden Canüle in hohen, engen in Eisvrasser gestellten Cylindern aufgesammelt worden war, benutzten wir Plantain our-sche Trichter, indem wir den Piaum zwischen den Wänden mit Eis anfüllten und auch den Trichter oben mit Eis enthaltenden Schalen bedeckten. Auch der Becher, welcher zur Aufnahme des Filtrats diente, wurde in Eiswasser gestellt. Nach der 3—4 Filtration gerann das Plasma bei gewöhnlicher Zimmertemperatur. Das auf ein Brett oder ein Sieb ausgeschiedene Fibrin löste sich nach dem Waschen mit 0.5%-iger Kochsalzlösung verhältnissmässig leicht in 5 — 15%-iger Kochsalzlösung. Glatter geht die Auflösung vor sich, wenn das Fibrin mit einer abgewogenen Menge irgend eines gepulverten Neutralsalzes und unter nachherigem Wasserzusatz bis zum gewünschten Procentgehalt des Salzes im Gemenge verrieben wird. Auch mit destillirtem Wasser gewaschenes Fibrin ist in Neutralsalzen löslich, besonders wenn es mit dem gepulverten Salze verrieben wird, obgleich in diesem Falle zu dessen Auflösung es mehr Zeit bedarf.
2)	Bequemer ist die Darstellung von Fibrin aus „Salzplasma“. Das Blut wurde aus den Arterien (vornehmlich aus art. carot.) unmittelbar in Salzlösungen. Lecanu’s (p. n. 7), Denis’s (p. n. 246), oder Hammarsten’s (p. n 218) Angaben gemäss, gesammelt. Unsere Beobachtungen in dieser Dichtung zeigten, dass das Plasma von Hunde-, Kalbs-, und Kaninchenblut gut absteht, wenn es mit 10%-iger Magnesiumsulfatlösung im Verhältnis von 1 :2 und 1:3 des Blutes und besonders von 1 : 1 des Blutes vermischt wird; dies ist auch der Fall, wenn das Blut mit dem gleichen Vol. 10%-iger Ammoniumsulfatlösung versetzt wird. Nach dem Abstehen an einem kühlen Orte wurde das Plasma mittels eines Siphons (Fig. 3. •V.V 48—60 p. 164) abgeliebert und mehrere Mal filtrirt. Das ganz klare Plasma verdünnte man nach verläufigen Proben bei Zimmertemperatur mit so viel Wasser, dass nach einiger Zeit in der Flüssigkeit Gerinnung eintrat, nämlich ein wie Glas durchsichtiges Coagulum entstand, welches sich auf die ganze Flüssigkeit erstreckte. Wird die Flüssigkeit mit einem Glasstäbchen gemischt, so ist es leicht das Fibrin damit aufzusammeln und den Lösungsprocessen zu unterwerfen, wie es schon für das Pferdeplasma angegeben wurde.
3)	Entzündungsexsudate und Herzbeutelflüssigkeit wurden, sobald sie den Körper verlassen hatten, unverweilt bei möglichst niedriger Temperatur filtrirt. Das ganz klare Filtrat giebt beim Stehen bei Zimmertemperatur ein Gerinnsel, welches leicht auf ein Glasstäbchen gesammelt werden kann. Im weiteren muss wie mit dem Pferdeblutplasma operirt werden.
In allen beschriebenen Fällen besass das gereinigte Fibrin die Eigenschaften des Globulins.
Die Gewinnung des von suspendirten Partikeln freien F i b rinogens unterscheidet sich in ihrem Anfangsstadium nicht von derjenigen des Fibrins. Nachdem man das Plasma auf irgend eine der obigen Verfahrungsweisen (1, 2 und 3) erhalten hat. lässt man es nicht gerinnen, sondern fällt das Fibrinogen in einem solchen Zustande aus, wenn der Niederschlag nach der Auflösung in entsprechenden Flüssigkeiten spontan gerinnen, d. h. eine auf die ganze Flüssigkeit sich erstreckende und sich setzende Gallerte bilden kann. Zu diesem Zweck sättigt man
4)	das Pferdeplasma mit Kochsalz und fällt den Niederschlag, nachdem er in Wasser aufgelöst wurde, mehrere Mal wieder aus. um immer reineres Fibrin zu erhalten.
5)	Fibrinogen wird auch aus dem Salzplasma erhalten, welches zur Gewinnung des Fibrins dient, doch muss das Plasma hier auf einmal mit grossen Wassermengen verdünnt oder,noch besser, durch Sättigung mit Kochsalz gefällt werden.