﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
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Salze im eigentlichen Sinne des Wortes beweisen. Bei gewöhnlicher Zimmertemperatur wird das Globulin von keinem der in T a b. III genannten Salze so vollständig gefällt, dass dessen Vorhandensein in der Mutterlauge nicht nachgewiesen werden könnt e. Die einzige Ausnahme bildet das Ammoniumsulfat, doch unter der Bedingung, dass die zu versuchende Lösung mit diesem Salze bei Gegenwart einer genügenden Menge des Salzes in Substanz und unter sorgfältigem Umrühren und darauftolgendem raschem Abfiltriren des Niederschlags gesättigt werde. Bleibt dagegen die Flüssigkeit nach der Sättigung eine Zeitlang stehen, so lassen sich in dem Filtrat Spuren von Globulin leicht nachweisen. Besonders scharf tritt diese Erscheinung bei der Fällung des Globulins aus den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten (Eiweiss, Serum) und auch aus schwachalkalischen Lösungen im allgemeinen zu Tage.
Nach den ersten Beobachtungen von Parmentier & Deyeux (87 p. 84) über die Fällbarkeit der Milch durch Sulfate drückt Fourcroy („VA« 68—74 p. 52) sich bestimmter darüber aus, dass Milch von Salzen gefällt werde, wobei er der Ansicht ist, dass diese Erscheinung mit Wasserentziehung verknüpft sei (23 p. 400). Denis sagt (15 p. 90), dass schon halbgesättigte Alaunlösung das Serum fälle. Denis’s Ansicht nach (ib.p. 130) lösen sich in Globulinlösungen alle Kalium-, Natrium- und Ammoniumsalze, wobei die Globulinlösungen mit dem Steigen des Salzgehalts sich verdicken, eine breiartige Consistenz annehmen und trübe werden. Ebenso verhalte sich auch Magnesiumsulfat (ib. p. 130). Denis zweifelt nicht an der wichtigen Rolle gesättigter Lösungen, und empfiehlt zum Waschen des frischgefällten Globulins ( Plasmins) nicht nur ganz gesättigte sondern auch nahezu gesättigte Kochsalzlösungen (Dip. 32—3). Unstreitig begünstigt Umschütteln der globulinhaltigen Flüssigkeit mit Krystallen oder Pulver des zum Versuche dienenden Salzes die Fällung des Globulins bedeutend. In der Geschichte dieses Körpers finden wir Hinweise auf die Anwendung von Excentriken zu stärkerem und rascherem Umschütteln der Flüssigkeit. Dennoch muss man gestehen, dass vollständige Ausscheidung des Globulins bis jetzt nur mit einem Salze, dem Ammoniumsulfat, gelungen ist. Mit gesättigten Lösungen irgend eines andern der genannten Salze ist es nicht möglich das Globulin aus einer Lösung desselben oder irgend eines anderen, auf das erstere nicht reagirenden, Salzes ganz auszuscheiden. Auch 0. Nasse (85 p. 504) giebt vollständige Fällbarkeit des Globulins nur durch Ammoniumsulfat zu, während die übrigen Salze bloss einen grösseren oder geringeren Teil der Proteine fällen. Besser wird das Globulin durch gesättigte Lösungen eines oder zweier Salze in ebenfalls gesättigter Lösung eines Salzes, welches entweder dieselbe Base oder dieselbe Säure enthält, gefällt. Doch auch hier wurde vollständige Fällung nicht beobachtet.
Zu alledem muss auch noch der Concentration der Lösung im V erhältniss zum Globulingehalt Rechnung getragen werden. Je weniger Globulin in einer gegebenen Lösung enthalten ist, desto schwerer wird es nicht nur von gesättigten Salzlösungen, in welchen Mengenverhältnissen diese auch genommen werden, sondern auch durch Versetzung mit dem Salze in Substanz bis zur Sättigung ausgefällt. Sehr einfache Versuche können dies beweisen. Eine starke Globulinlösung wird in einzelnen Porzionen mit verschiedenen Mengen einer das Globulin in Lösung erhaltenden Salzlösung vermischt. Die Sättigung oder der Zusatz gesättigter Lösungen desselben oder eines anderen, mit dem ersteren nicht in Wechselwirkung tretenden. Salzes zeigt, dass, je verdünnter die Globulinlösung ist, desto schwerei die Fällung vor sich geht; ferner, dass bei einem gewissen \ erdünuungsgrade auch gar keine Fällung erfolgen kann, abgesehen davon, dass viele gute Lösungsmittel des Globulins sowohl in gesättigten Lösungen als auch beim Zusatz der Substanz bis