﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
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und Chlornatrium die unvollkommenste. Chlorkalium bewirkt nur Trübung, während Chlorammonium nicht nur keinen Niederschlag erzeugt, sondern die Lösung auch klar lässt. Unter den untersuchten Nitraten: nämlich Kalium-, Natrium-, Ammonium-, Baryum-, Calcium- und Magniumnitrat, erzeugt nur Natriumnitrat einen einigermaassen bedeutenden Niederschlag. Phosphorsaures Natrium und Ammonium, Ammoniumoxalat, Rhodanammonium und auch Ammoniumacetat bewirken entweder nur unbedeutende oder auch gar keine, und nur Natriumacetat reichliche Fällung. Neutrales Kalium- und Natriumsulfat verursachen nur unbedeutende Trübung. Sättigung mit Ammoniumsulfat bewirkt vollkommene Fällung, wobei die abfiltrirto Flüssigkeit keine Proteine mehr enthält. Dieselben Resultate erhält man mit saurem schwefelsaurem Natrium und mit Ammoniumsulfat; saures schwefelsaures Ammonium dagegen bewirkt keine vollständige Fällung (56 p. 331—2).
Pinkus (SD p. 57) schlägt übrigens vor, an Stelle von wasserhaltigem Natriumsulfat und Ammoniumsulfat, das wasserfreie Na2S04 zu verwenden. Erwärmt man die betreffenden Eiweisslösungen auf 30° und fügt das wasserfreie Salz in kleinen Porzionen hinzu, lässt 12 Stunden bei etwa 40° stehen und filtrirt warm, so fällt Natriumsulfat die Eiweisskörper genau so gut wie Ammoniumsulfat aus. die Lösungen filtriren leicht und schnell eiweissfrei, und der Niederschlag wird durch Auflösen in eiskaltem Wasser salzfrei gelöst erhalten.
Lewith’s (71 p. 1) und Hofmeister’s (57 p. 255) Versuche, den Einfluss der Salze auf die Fällung des Hühnereiweisses und des Serums quantitativ zu bestimmen. geben ein gewisses Recht zu der Behauptung, dass bei einer und derselben Säure am besten das Lithiumsalz, dann, absteigend, das Natrium-, Kalium-, Ammonium- und zuletzt das Magnesiumsalz wirke, während bei einer und derselben Base in erster Reihe die schwefelsauren, dann die phosphorsauren, essigsauren, citrc-nensauren. weinsauren, doppeltkohlensauren, chromsauren, salpetersauren Salze und endlich die Chloride Fällung bewirken. Auf reine Globulinlüsungen können diese Angaben nicht unmittelbar bezogen werden, da zu diesen Versuchen Flüssigkeiten genommen wurden, in welchen die anorganischen Bestandteile mit dem zum Fällen benutzten Salz in Wechselwirkung treten konnten (ih. p. 255). Lewith (71 p. 5) sättigte die Flüssigkeiten mit den Salzen bei 30°—40° und liess die Lösungen 24 St. stehen, was die Richtigkeit des Schlusses über die Wirkung der Salze auf die Globulinlösungen noch bekräftigt. Dieser Forscher fand, dass Kaliumsulfat, Kaliumnitrat und unterchlorigsaures Kalium, Ammoniumnitrat, Chlorammonium, Ammoniumacetat, Rhodanammonium, Calciumacetat, salpetersaures Baryum, Chlorbaryum. Baryumacetat, Chlonnagnium, salpetersaures und essigsaures Magnium in globulinhaltigen Flüssigkeiten keine Niederschläge erzeugten. In prote'inhaltigen Flüssigkeiten erzeugten Chlorkalium, Kaliumacetat, Chlornatrium, schwefelsaures, salpetersaures, unterchlorigsaurcs, phosphorsaures und essigsaures Natrium, Chlorcalcium, Calciumnitrat und Magnesiumsulfat Niederschläge. Hofmeister erklärt die von ihm bemerkten Widersprüche in Halliburton’s (s. w. unten) und Lewith’s Angaben ganz richtig durch die grössere Löslichkeit des Chlorkaliums und des schwefelsauren und phosphorsauren Natriums bei der Temperatur, bei welcher Lewith seine Beobachtungen anstellte (71 p. 5—6). Halliburton beobachtete, dass diese Salze proteïnhaltige Flüssigkeiten trotz Umschütteln bei Zimmertemperatur (15°— 20°) mittels der Excentrik nicht fällten.
Unsere Beobachtungen stimmen mit denjenigen der anderen Autoren darin überein, dass in Bezug auf die Salze die Fällbarkeit des Globulins der Löslichkeit desselben entgegengesetzt ist. d. h. dass je glatter und vollkommener ein gegebenes Salz die Substanz fällt, desto schlechter das Globulin sich darin löst, wie sich das auch von selbst versteht