﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
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löstmgen bei niedrigen Temperaturen, um die coagulirende Wirkung mehr oder weniger hoher Temperaturen zu vermeiden, beobachtet.
C.	Fällung durch Salze beim Umschütteln der Mischung. Fast alle Autoren weisen darauf hin, dass die Sättigung mit Salzen unter Umrühren der Flüssigkeit stattfand, wobei auch bemerkt wurde, dass die Proteine dabei leichter ausfielen, abgesehen davon, dass die Auflösung des Salzes an sich selbst rascher von statten ging. Spätere Beobachter fanden jedoch, dass rasches und starkes Umschütteln während der Auflösung des Salzes das Globulin vollständiger niederschlug. Denis, Heynsius führten das Umschütteln in verkorkten Flaschen aus, Halliburton aber benutzte zu diesem Zwecke stets einen besonderen, mit einer Excentrik versehenen Apparat, welcher durch einen Gasmotor in Thätig-keit gesetzt wurde und 100 Umschüttelungen in der Minute gab. Dennoch wurde in einer und derselben Flüssigkeit beim Umschütteln und bei der Fällung auf gewöhnliche Weise, wie z. B. mit Natriumsulfat, kein Unterschied beobachtet (33 p. 177). Sowohl Natriumsulfat als auch Jodkali fällten die protemhaltigen Flüssigkeiten bei gewöhnlicher Temperatur nicht (ib. p. 180): salpetersaures und essigsaures Natrium erzeugten zwar bedeutende Niederschläge, fällten aber die protei'nhaltigen Flüssigkeiten nicht vollständig. Bei 20-stündigem Schütteln wurden Niederschläge auch mit kohlensaurem Natron erhalten. Es ist interessant, dass Halliburton, auf eine Lösung von Seroglobin aus Pferdeblut einwirkend, ungeachtet lange andauernden Schütteins keine vollständige Fällung beobachtete (ib. p. 190). Essigsaures und phosphorsaures Natron sowie Chlorcalcium bewirkten vollständige Fällung. Natriumphosphat. Chlorkalium, unterchlorigsaures, salpetersaures und schwefelsaures Kali, Chlorammonium und Chlorbaryum bewirken gar keine Fällung (ib. p. 191).
D.	Doppelte Sättigung. Vollständige Fällung kann natürlich auch bei der Sättigung einer und derselben Globulinlösung mit 2 und mehr Salzen nicht erwartet werden, weil die Gesammtmenge zweier Salze in einer gesättigten Lösung die Salzmenge in einer mit einem Salze gesättigten Lösung nur um weniges übersteigt, da ein Salz das andere verdrängt. Der erste Forscher, der sich doppelter Sättigung behufs Fällung des Globulins bediente, war wiederum Denis (16 p. 39), und bewog ihn das soeben über das Verhältniss der 2 Salze Gesagte offenbar, die Sättigung bei höheren Temperaturen vorzunehmen, wobei schon andere Verhältnisse im Spiele waren. Das Studium des Verhältnisses zweier Salze zu einander in einer und derselben Lösung bei gewöhnlicher Zimmertemperatur gehört einer späteren Zeitperiode an. Halliburton (33 p. 174) stellte einige Beobachtungen über die Sättigung mit 2 Salzen an und nannte das Verfahren „method of double saturation, or saturation with two salts“, wobei mit einem der Salze, gewöhnlich Magnesiumsulfat, die Flüssigkeit zuerst gesättigt, und dann erst das Filtrat mit dem zweiten Salze behandelt wurde. In manchen Fällen wandte Halliburton sogar dreifache Sättigung—method of triple saturation—an (ib. p. 174). Zur Sättigung mit Salzen benutzte er das Serum verschiedener Tiere, sowie Herzbeutelflüssigkeit, Hy-droeeleflüssigkeit, die Flüssigkeit der Bauchwassersucht und pleuritische Exsudate (ib. p. 177) unter Umschütteln mittels der Excentrik; dabei stellte es sich heraus, dass: 1) Natriumsulfat auch nach der Sättigung mit Magnesiumsulfat die Protei'n-substanz nicht vollständig fällt; 2) Natriumnitrat, Ammoniumalaun, wie es scheint. Jodkalium, Natriumacetat nach der Einwirkung von Magnesiumsulfat schon keine Fällung mehr bewirken; dasselbe kann auch von Natriumcarbonat gesagt werden. Vollständige Fällung findet auch mit Chlornatrium nicht statt. Nach der Sättigung des Serums mit Kochsalz wird es von Natriumsulfat vollständig gefällt. Chlorkalium. unterchlorigsaures, salpetersaures und schwelfelsaures Kali endlich, sowiç