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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DJ.N SALZEN
Chlorammonium erzeugen auch nach der Sättigung des Serums mit Magnesium -sulfat gar keine Niederschläge (ib. p. 192).
Behufs vollständiger Fällung der proteinhaltigen Flüssigkeiten sieht Halliburton folgende Combinationen für die besten an: Magnesiumsulfat und Natriumnitrat, Magnesiumsulfat und Ammoniumalaun, Magnesiumsulfat und Jodkalium, Chlornatrium und Natriumsulfat (ib. p. 192).
2. Verminderung des Salzgehalts. A. Durch W a s s e r z u-s a t z. Dass das Globulin aus dessen natürlich vorkommenden Lösungen durch Wasserzusatz ausgeschieden wird, ist längst bekannt (A°A° 48—60 p. 79, 90, 101); doch war Denis der erste, welcher (1885, 12 p. 72 u. folg.) dieses Verhalten des Wassers mit den Ligenschaften des Globulins, in gewissen Grenzen der Concentration der Salzlösungen sich aufzulösen, verknüpfte und auf die Abhängigkeit der Ausscheidung des Globulins von der Verminderung des Salzgehaltes in einer und derselben Lösung hinwies. Diese Beobachtungen waren eine unmittelbare Folge des von Denis aufgestellten Satzes, dass das Globulin in V asser unlöslich sei (AI?A« 48—60 p. 90). Es ist offenbar, dass, wenn das Globulin infolge des Vorhandenseins einer bestimmten Salzmenge in der Lösung sich aufgelöst hat, schon eine relative Verminderung des Salzes in der gegebenen Lösung Ausscheidung des Globulins aus derselben bedingen muss. In der ’1 hat gelangten spätere Autoren zu denselben Ptesultaten, und wurde die Lehre von ilcr Unlöslichkeit des Globulins in Wasser und, im Einklang damit, auch die Lehre \on der Fällbarkeit desselben durch Wasser aus dessen salzhaltigen Lösungen einerseits als Lehrsatz in die Lehrbücher aufgenommen, andererseits wurde sie die (irundlage der Methode der Abscheidung und Darstellung des Globulins im sog. „reinen Zustande“. Leider begnügten sich die Autoren mit den äusseren Erscheinungen des Processes und zwar in deren gröberer Form: hatte man Globulin vor sich, so musste es sich in Salzen auflösen und durch Wasser gefällt werden!
Wie jedoch tägliche Erfahrungen und auch zahlreiche Beobachtungen zeigen, die aber, wenigstens für die Verfasser von Lehrbüchern, in den Bücherschätzen v erborgen liegen, kann die erwähnte Regel keineswegs für eine ausnahmslose gelten, und gehören die Ausnahmen nicht zu den seltenen. Wir kennen kein einziges Salz, aus dessen Lösung das Globulin durch Wasser vollständig a u s g e f ä 111 würde. Wie stark die Verdünnung mit Wasser auch sei, die salzhaltigen Globulinlösungen werden bei keiner Temperatur, nicht einmal (!) beim Kochen vollkommen gefällt. Dieser Satz stimmt ganz mit den täglichen Beobachtungen und auch mit dem von Kühne (AW 61 —7 p. 46) ausgesagten ^ und von Weyl (107 p. 72—5) unterstützten Satze überein, dass das Globulin in Salzlösungen jeglicher Concentration löslich sei.
Ausser der unvollkommenen Fällung durch Wasser ist auch noch der Cha-lakter des Salzes, aus dessen Lösung man das Globulin durch Verdünnung mit Wasser auszuscheiden wünscht, in Betracht zu ziehen. Es stellt sich heraus, dass die; Wirkung des Wassers in dieser Beziehung der fällenden Wirkung der Salze gleichgestellt werden kann, obgleich die bezügliche Wirkung des W assers im ganzen weniger energisch erscheint als die analoge Wirkung der Salze. Schon Denis (16 p. ^	-) hmfe bemerkt, dass Fällung mit W7asser die Fällung mit Salzen ersetzen
könne, und umgekehrt: doch bemerkte er auch, dass der Vorrang in dieser Beziehung dem Salze gehört. Auch Heynsius behauptet, Wasser allein scheide weniger Globulin aus als WTasser im Verein mit Kohlensäure *).
') Durch Verdünnen mit Wasser wird veni- nigte Wirkung des Wassers und der Kohlenger Myosin ausgeschieden, als durch die verei- säure (52 p. 14),