﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
241
Andererseits wird mit der Verdünnung einer salzhaltigen Globulinlösung mit asser der Procentgehalt des Salzes überhaupt geringer, so dass man im allgemeinen der Löslichkeit des Globulins in schwachen Lösungen Rechnung zu tragen hat. Von diesem Gesichstpunkte aus kann hier alles, was wir über die Löslichkeit des Globulins in Salzlösungen gesagt, Anwendung finden (p. n. 231—3). In der That: in Salzlösungen, aus welchen das Globulin mit Wasser ausgefällt wurde, bleibt immer ein Teil davon in Lösung zurück und zwar ein je geringerer, je grösser die Verdünnung ist. Bei Schmidt (95 p. 439J finden wir eine Angabe darüber, dass das Globulin aus seinen gesättigten Neutralsalzlösungen von Wasser zwar gefällt wird, aber nicht vollständig, dass dabei nur ein Teil desselben sich ausscheidet (ib. p. 439). Somit läuft alles auf die Auflösung des Globulins in Salzlösungen geringerer Concentration hinaus. Dies bezieht sich hauptsächlich auf diejenigen Salze, welche hei der Sättigung der Globulinlösung mit denselben die Ausscheidung des Globulins bewirken; diejenigen Salze aber, welche bei der Sättigung der Globulinlösung das Globulin nicht fällen, halten auch nach der Verdünnung mit Wasser das sämmtliche in derselben enthaltene Globulin in Lösung. Demgemäss sind die besten Lösungsmittel sowohl bei schwacher als bei starker Concentration gute Lösungsmittel. So z. B. bewirken Kaliumnitrat, Natriumnitrat od( r doppeltkohlensaures Natron. Chlorammonium u. s. w., wie sehr wir dieselben mit Wasser auch verdünnen mögen, in Globulinlösungen keine Fällung. Schon Zimmermann (111p. 4S5) bemerkte, dass eine Fibrinlösung in Natriumcarbonat, Ammo-niumcarbonat, Kaliumnitrat und Kaliumacetat von Wasser nicht gefällt wurde (ib.). Vergleichen wir die auf Fällung mit Wasser oder, so zu sagen, Verminderung des Procentgehalts des Salzes in der Globulinlüsung bezüglichen Thatsachen mit der auf Vergrösserung des Salzgehalts bezüglichen, natürlich dort, wo Fällung des Globulins stattfindet, so müssen wir in beiden Fällen, wenigstens für eine gewisse Reihe von Salzen, das Vorhandensein gewisser, mehr oder weniger beständiger Beziehungen zwischen der Menge des Globulins und des Salzes in einer gegebenen Lösung anerkennen, da sowohl die Vergrösserung als auch die Verminderung des Salzgehalts hei gewissen mittleren Concentrationgraden Verminderung des Globn-lingehalts nach sich zieht. Bei der Verdünnung einer salzhaltigen Globulinlösung mit Wasser fällt der Procentgehalt des Salzes; folglich muss im allgemeinen der Löslichkeit des Globulins in schwachen Lösungen Rechnung getragen werden. Von diesem Gesichtspunkte aus kann alles das, was wir über die Löslichkeit des Globulins in Salzen gesagt (p. n. 231), hier angewandt werden.
B. Dialyse. L)as einzige Mittel, das Globulin von den Salzen zu befreien, ohne dessen wesentlichste Eigenthümlichkeiten zu verändern, ist die Dialyse. Da das Globulin verhältnissmässig nur in geringem Grade die Fähigkeit besitzt, durch natürliche oder künstliche Membranen zu dringen, so wird es leicht von den Salzen befreit, indem es dieselben dem Wasser abgiebt.
Das von Zeit zu Zeit erneuerte äussere Wasser des Dialysors entzieht der Globulinlüsung allmälig die Salze. Im allgemeinen führt sowohl die einfache Verdünnung salzhaltiger Globulinlösungen mit Wasser als auch die Dialyse solcher zu einem und demselben Processe, nämlich zu der Verminderung der Salzmenge in einem und demselben Volum der Lösung des Globulins, welches hier wie dort sich ausscheiden muss. Doch bietet auch von diesem Standpunkte aus die Dialyse unstreitig grosse Vorteile: erstens nimmt hei einfacher Verdünnung mit Wasser nicht nur der Salzgehalt, sondern auch, wenn auch nur relativ, doch in denselben Sinne, auch der Globulingehalt ah; dabei fördert dieser letztere Umstand das Verbleiben des Globulins in der Lösung, da es je leichter gelöst bleibt, in je germ-