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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
p. 114) gerinnt; für das Lactoglobin fand Denis die Fällungstemperatur 88°—100°, während Trübung schon bei 55—60° eintritt (ib. p. 100). Fällung des Seroglobins endlich hat auch bei gewöhnlicher Temperatur statt, jedoch bei Sättigung der Flüssigkeit mit Chlornatrium oder Magnesiumsulfat (ib. p. 86). Eine ähnliche Fällung mit Salzen bei Zimmertemperatur beobachtete derselbe Autor auch bei Globulin anderen Ursprungs. Ausserdem findet Denis (166 p. 39), dass sowohl Plasma als Serum, denen ein Teil ihres Globulins durch Sättigung mit Magnesiumsulfat entzogen wurde, bei nachfolgender Sättigung mit Natriumsulfat unter Erwärmen bis 50° wieder gefällt werden.
Schon diese Thatsachen würden zur Annahme berechtigen, dass die Fällungstemperatur des Globulins aus dessen Lösungen sowohl von der Menge des Salzes als auch von anderen chemischen Agentien, die noch daneben vorhanden sind, ab-liängt. Das soeben Gesagte wird durch zahlreiche historische Data bestätigt. Seit Ende des XVIII Jahrhunderts benutzte man zur Fällung der Eiweisskörper, z. B. der Milch, hohe Temperaturen und Sättigung mit einem Salz. So schlug Scheele im J. 1780 (94 p. 146), um das Casein zu fällen, vor, kochende Milch mit irgend einem Neutralsalz zu sättigen. Parmentier A Deyeux (87 p. 84) erwähnen ebenfalls der Fällung des Caseins, wenn Milch bei Gegenwart neutraler Salze, insbesondere schwefelsaurer, gekocht wird. In neuerer Zeit stellte Zahn (110 p. 598) eben solche Beobachtungen an Milch an. Lehmann (70 p. 342), nach ihm Eichwald (22 p. 166,169) und Storch (102 p. 124, 144, 149) sprechen sich noch bestimmter aus. nämlich dass unter dem Einflüsse verschiedener Salze die Fällungstemperatur der Milch, des Eiweisses und des Blutserums sich verändert. Auch in der speciellen Geschichte des Globulins begegnet man verschiedenen Hinweisen dieser Art. So sättigen Hammarsten und seine Schüler behufs vollständigerer Fällung des Globulins die Versuchsflüssigkeiten bei höheren Temperaturen, 30—35° (ALV 48—60 p. 145). Dabei beobachtete Hammarsten Fällung des dialysirten Globulins sogar beim Kochen (ib. 149) nicht, während Starke Fällung eines solchen Globulins " schon bei 50° (ib.) gewahrte. Bardach (2 p. 218) beobachtete, dass Milch bei 100° in circa zwölf Stunden, bei 130° in einer Stunde, bei 140° in zwanzig Minuten, bei 150° in drei Minuten gerinnt.
Nichtsdestoweniger bestanden spätere Autoren trotz der vielen Widersprüche, auf welche sie stiessen, auf der Annahme einer beständigen „Gerinnungstemperatur“ des Globulins gleichen Ursprungs. Es versteht sich von selbst, dass wenn das Globulin aus dieser oder jener Quelle unter dieselben qualitativen und quantitativen Bedingnisse kam, die Autoren eine und dieselbe Fällungstemperatur beobachteten, welche folglich ausschliesslich für den gegebenen Fall eine Bedeutung hatte.
Kühne fand (68 p. 275), dass eine Myoglobin (Myosin)- Lösung in 10%-iger Chlornatriumlösung bei 55° anfängt sich zu trüben und bei 60° ausfällt. Halliburton (34 p. 136) dagegen beobachtete Myosin, welches bei 40° gerann, und erhielt eine Myosinlösung, welche bei Körpertemperatur gerann (ib. p. 137—140). Baumhauer (3 p. 120) fand, dass ein wässeriges Extract aus dem Fleische von Fischen (Bhombus barbatus N. und Merlangus vulgaris) bei 50° gefällt wird.
Hammarsten nimmt als Fällungstemperatur des Seroglobins 69—76° an, für das Fibrinogen dagegen in derselben, weniger als 5%-igen, Lösung 52— 55° (38 p. 19) an. Fredericq (p. n. 214) fand als Fällungstemperatur des Fibrinogens {eigentl. des Plasma) 56°. Weyl (107 p. 74) bestimmt seinerseits die Fällungstemperatur und findet dieselbe für das Vitelloglobin in 10%-igei Chlornatriumlösuim 75°, für das Myoglobin in einer gleichen Lösung 55—60° und für das Seroelobin 75° (ib. p. 78).