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VERHALTEN RES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
Autoren, welche eigene Beobachtungen über die Gerinnungstemperatur der Proteün-körper angestellt haben. Ausser dem, was wir über diesen Gegenstand mitgeteilt (JV?A? 48—60 p. 62—69), finden spätere Autoren, z. B. Gobley (30 p. 10), dass die Fällungstemperatur des Eidotters von Vögeln bei der Verdünnung mit Wasser von 75° bis auf 85° steigt. In demselben Sinne spricht sich auch Schmidt über wässeriges Linsenextract aus, nämlich dass dessen Fällungstemperatur durch äussere Umstände bedingt werden könne, jedenfalls aber eine unbeständige sei. In der That fand Schmidt in drei Fällen bei Versuchen mit der Linsensubstanz—dem Lentoglobin (A°«V 41-—7 p. 93), dass in einem Fall die Fällungstemperatur 90° war, in dem zweiten—bei 70° Trübung, bei 85° Fällung erfolgte, in dem dritten Trübung bei 53° und Fällung bei 79° eintrat. Diese Unterschiede in der Fällungstemperatur glaubte Schmidt in den erwähnten Fällen durch einen Unterschied an Wassergehalt erklären zu können (95 p. 443). Gautier (28 p. 36) nimmt an, dass die Fällungstemperatur nicht nur von der Verdünnung der gegebenen Globulinlösung mit Wasser sondern auch von der Art der Erwärmung abhängt; auch in Fällen rascheren oder langsameren Erwärmens der in Arbeit genommenen Flüssigkeit lasse sich ein Unterschied wahrnehmen! Endlich giebt Hevnsins im Jahre 1S74 die erste sehr interessante Tabelle der Veränderung der Fällungstemperatur einer proteünhaltigen Flüssigkeit durch den Salzgehalt (53 p. 528).
Obgleich Hammarsten die Ansicht der meisten Autoren teilte, dass in den allermeisten Fällen die Gerinnungstemperatur des Seroglobins als 75° anzunehmen sei, musste er dennoch zugehen, dass dieselbe auch 68° und sogar 80° sein könne, und dass auf die Fällungstemperatur des Seroglobins überhaupt die Menge des Globulins und des Salzes und sogar die Schnelligkeit, mit welcher die Erwärmung der Lösung vor sich geht, einen Einfluss ausüben können (40 p. 64). Weiter findet Hammarsten, dass eine Salzfibrinogenlösung zwischen 52° und 55° gerinnt, mit einer sehr geringen Natronmenge dagegen eine „Gerinnungstemperatur“ von 56"— 58° zeigt (41 p. 599). In der Folge (42 p. 445) boten Hammarsten sich Fälle dar, wo in Chlornatriumlösung aufgelöstes Fibrinogen schon bei 37° und 40° ausfiel, obgleich der Autor diese Fällungen durch den Einfluss von Fermenten zu erklären sucht. Auch Sebelien, ein Schüler Hammarsten’s, fand dass die Fällungstemperatur des „reinen Caseins“ mit dem Steigen des Salzgehalts fällt: bei 5"', Chlornatriumgehalt zeigte die Flüssigkeit keine Neigung, in der Wärme gefällt zu werden, während bei dem Steigen des Salzgehalts bis 10% das Gemenge bei 75" opalescirte und bei 82° sich trübte (45 p. 445—6). Schliesslich findet Hammarsten, dass die Ausscheidung des Globulins aus dessen Lösung durch Sättigung mit Kochsalz in hohem Grade von der Temperatur abhänge *). Weiter beobachtete Otto (86 p. 154), dass Blutserum sogar bei Gegenwart einer bedeutenden Magnesiumsulfatmenge in der Wärme auch nicht gerinnen kann, wenn die Flüssigkeit zugleich eine genügende Menge sauren phosphorsauren Natriums enthält. Indem Varrene nach Wurtz’s Methode bereitetes Hühnereiweiss (79 Kap. NIV) mittels verschiedener Salze untersuchte, fand er, dass manche Salze die Fällungstemperatur seines Präparats steigerten, die andern herabsetzten (104 p. 129). Auch Kauder (65 p. 422' giebt Abhängigkeit der Veränderung der Fällungstemperatur proteinhaltiger Flüssigkeiten von der Globulin- und Salzmenge zu. Ein anderer Anhänger der Lehre
*) „Die mehr oder weniger reichliche Ausscheidung des Paraglobulins aus dem Serum durch Einträgen von überschüssigem, fein gepulvertem Koch-
salz hängt übrigens sehr von der Temperatur ab (19 p. 425).