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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
sulfatlösung (sulfate ferreux), während er von einer 10%-igen Lösung salpetersauren Harnstoffs zu demselben Zwecke schon 4—5 gr. zu je 1 Liter zusetzte.
Besondere Beachtung verdienen Varenne’s (105 p. 427) Beobachtungen, die ihn die feste Ueberzeugung gewinnen liessen, dass Salze die Gerinnungstemperatur stark— um 15° bis über 100°—beeinflussen'). Mit der Steigerung des Kochsalz-, Magnesiumsulfat- und Natriumhyposulfitgehalts um 0,1%—10% steigt allmälig die Temperatur der ersten Gerinnung des mit 700—800 cc. verdünnten Hiihnereiweisses um 0,01%—0,1 %• Baryumnitrat und Chlorbaryum dagegen setzen die Fällungstemperatur herab; desgleichen auch molybdänsaures Ammonium und salpetersaurer Harnstoff. Zusatz von 0,1%—5% arsenigsaurem Natrium, 0.1%—1% Jodnatrium und 0,1%—0,5% Borax endlich steigert die Gerinnungstemperatur; bei einem grösseren Gehalt an diesen Salzen gerinnt die Flüssigkeit auch beim Kochen nicht mehr.
Die Beobachtungen vieler Autoren, unter andern auch Spiro’s (99 p. 182), zeigen, dass auch organische Stoffe die Fällungstemperatur der Eiweisskörper beeinflussen (79 p. 756; Kap. XVII). Nicht geringere Berücksichtigung verdienen auch die Beobachtungen über die Gerinnungstemperatur das Eierklars von Pauli (88 p. 315), dem aber unsere diesbezüglichen Beobachtungen vom Jahre 1892 (79 p. 464) gänzlich unbekannt geblieben sind. Sämmtliche Bestimmungen von Pauli (88 p. 318) werden zunächst nur an einem durch Schlagen und Filtriren von faserigen Bestandteilen sorgfältig gereinigten Eierklar vorgenommen. Die ca. 12% Eiweisslösung wird nun beständig von kaltem Wasser umspült und unter Chloroformdampf gehalten: „Für die Verwendung dieser Eiweisslösung, die ein Gemisch von verschiedenen Eiweisskörpern (Globulinen und Albuminen) darstellt, sprechen neben der leichten Erhältlichkeit und hohen Concentration noch gewichtige Umstände“ (ib. p. 318). Die Concentration der Eiweisslösung war in allen Fällen dieselbe, indem 2 cc. der ursprünglichen schwachalkalischen Eiweisslösung durch die zugesetzte Salzlösung stets auf 10 cc. Gesammtvolum gebracht wurden. Die Salze wurden nach vorher geprüfter neutraler Reaction in aequimolecularen Mengenverhältnissen (Gramm-Molecular-gewicht auf 1000 gr. H20) unter Berücksichtigung des Krystallwassers und der zugesetzten Eiweisslösung verwendet. Der Coagulationspunkt wurde festgestellt durch Verschwinden einer bestimmten Schriftprobe hinter der undurchsichtig gewordenen Lösung. In den angeführten Tabellen und Curven sind stets aequivalente Concen-trationen (von 0,25 bis höchstens 8,0 Salz) und Celsiusgrade zu Grunde gelegt (ib. p. 320). Die Gerinnungstemperatur wurde unter dem Einflüsse steigender Mengen von Chloriden (von 0,5 bis 6,0), Bromiden (von 0,5 bis 4,0) Jodiden (von 0,25 bis 8,0) Nitraten (von 0,25 bis 8,0), Acetaten (von 0,25 bis 8,0), Sulfaten (von 0,5 bis 2,5), Chromaten (von 0,25 bis 4,0), Oxalat (von 0.25 bis 2,0) und Citrat (von 0,25 bis 1,0) beobachtet (ib. p. 320—6). Die Versuche von Pauli ergaben zunächst, dass der Zusammenhang zwischen der Gerinnungstemperatur einer Eiweisssalzlösung und der zugesetzten Salzmenge immer ein stetig steigender ist, soweit denselben nicht das Aufhören der Löslichkeit des Salzes oder des" Eiweisses unterbricht. Diese steigende Concentration hat anfänglich stets ein Steigen der Gerinnungstemperatur zur Folge. Dieses Ansteigen wird bei arithmetischer Progression des Salzgehalts langsamer, um in der Regel zu einem Maximum zu führen. In vielen Fällen schliesst sich an dieses Maximum bei weiterer Zunahme des Salz-
') „J'ai entrepris, avec l’aide de M. Heisch, un certain nombre de recherches sur la modification qu’apportent des doses variables de différents sels sur le point de coagulation du blanc d’œuf.
Ces modifications sont considérables, car, dans certains cas, la coagulation peut se produire â froid, et, dans certains autres, elle ne peut plus avoir lieu même à 100°“ (105 p. 427).