﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
259
Fällung bewirkt, in Gr. IV borsaures Natrium in allen obenangeführten Fällen unter 100° keine Fällung hervorbringt!
B. Fällungstemperatur in Abhängigkeit von der Glo-bulinmenge bei Beständigkeit der anderweitigen gleichen Bedin gunge n.—Derartige Versuche werden sehr einfach mit einer und derselben Salzglobulinlösung, die aber unter 100° gefällt wird, ausgeführt. Irgend eine Globulinlösung verdünnen wir mit dem doppelten, dreifachen, u. s. w. immer grösseren Volum einer und derselben zur Prüfung dienenden Salzlösung und untersuchen die erhaltenen Lösungen auf ihre Fällbarkeit in der Wärme. Eine Ovoglobinlösung in 5%-iger Kochsalzlösung, die in der Siedhitze gefällt wurde, büsste z. B. diese Fähigkeit ein, nachdem eine Portion derselben mit dem zwölffachen Volum 5%-iger Kochsalzlösung verdünnt worden war. Stellt man solche Versuche mit Lösungen von verschiedenem Procentgehalt, 0,1 —10% Salz, z. B. Kochsalz, an, so gewinnt man leicht die Ueberzeugung, dass bei einem gewissen Verdünnung s g r a d e das Globulin die F ä h i g k e i t, b e i m Kochen aus-z u f a 11 e n (zu gerinnen), einbüsst, mit anderen Worten, dass bei einem gewissen Globulingehalt dessen Salzlösung b e i m K o c h e n nicht nur keine Fällungen aus-scheiden, sondern sich auch nicht trüben kann.
Indem man solchen Versuchen verschiedene Salze unterwirft, kommt man zu dem Schlüsse, dass die Fähigkeit des Globulins, in der Wärme auszufallen, von der Concentration der Salzlösungen, die zur Verdünnung gedient haben, abhängt. Im allgemeinen gesprochen, braucht eine gegebene Globulinlösung, damit beim Kochen keine Gerinnung erfolge, mit einem um so geringeren Volum der entsprechenden Salzlösung verdünnt zu werden, je höher die Temperatur ist, bei welcher die Fällung des Globulins stattffnrlet (Tab. IV) Es versteht sich von selbst, dass je schwächer die anfängliche Lösung ist. desto schneller der genannte Zweck erreich! wird. d. h. dass bei desto geringerer Verdünnung beim Kochen des Gemenges Fällung ausbleibt. Dies weist auf eine grosse Mannigfaltigkeit möglicher Combination en aus Globulin, Salz und Wasser hin, welche beim Kochen nicht gerinnen. Daraus geht klar hervor, dass solche Mengenverhältnisse, in welchen auf das Ovobulin bezogene Zahlenwerte ffguriren. keine Bedeutung haben, um so mehr, als auch ein und dasselbe Globulin in Bezug auf die Löslichkeit veränderlich ist. Nichtsdestoweniger sind die respectiven Globulinmengen, mit der Cerinnungstemperatur der verschiedenen Lösungen verglichen, wertvolle Fingerzeige auf die Richtigkeit des soeben ausgesprochenen Satzes auch in Bezug auf die unter dem Siedepunkt stehenden Temperaturen der Lösungen.
So findet z. B. bei Ovoglobin in 1%-iger Chlornatriumlösung
1 Vol. mit 1 Vol. 1% NaCl Fällun
03° statt 70"	„
79°	„
über 100°!	„
Dei
»
Ein anderes Beispiel: bei Myoglobin findet in 10%-iger Chlorammoniumlösung
1	Vol.	mit
1	„	»
J	«	„
1	n	»
»	»
1	n	»
0	Vol. 10% nii4c
1	« -o
uillung
7
9
10
»ei	01°	statt
„	00«	„
„	08«	„
..	70°	„
/ o
kO
über 100«!