﻿260
Verhalten des globulins zu den salzen
NH« Q NaCl
I ■■■■■■■■
.ifSsSsil
»sss
m
Es ist klar, dass mit der Abnahme des Globulingehalts die Temperatur der Fällung—„Gerinnung“—steigt. Unsere zahlreichen Beobachtungen haben uns in den Stand gesetzt diese Beziehungen beispielsweise durch die beifolgenden Curven (Fig. 17) ausdrücken, welche die Veränderung der Fällungstemperatur (Ordinaten) der Globulinlösung mit der Verringerung des Gehalts (Abscissen) an Globulin—Gb. in geometrischer Progression von rechts nach links, von 20 Gb. bis 1, für eine 5%-ige Myoglobinlösung in 10%-iger Chlorammoniumlösung oder für eine 4%-ige Ovoglobinlösung in 20%-iger Chlornatriumlösung darstellen. Umgekehrt, je concentrirter die Globulinlösung ist, desto niedrigerist dieFällungstemperatur. Diesem Satz begegnet man von hie und da in Schmidt’s, Weyl’s u. a. Arbeiten.
Bei Hammarsten finden wir Beobachtungen, die unsern Schluss unmittelbar bestätigen. 3 Seroglobin-proben mit gleichem Salzgehalt, 9,3% Chlornatrium, aber verschiedenen Seroglobinmengen zeigten (40 p. 65):
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Fig. 17.
Portion	1	mit	2,6%	Globulin	die	Fällungstemperatur	68°
»	2	»	M2%	„	„	„	71°
„	3	„	0,866%	„	„	„	74°
Indem wir die Angaben über die Fällungstemperatur des Globulins in Abhängigkeit von der Salzmenge und von der Globulinmenge vereinigen, erhalten wir für ein jedes Salz eine besondere sehr complicirte sphärische Oberfläche für die Fällung des Globulins!
C. Gleichzeitige Veränderung des Globulin- und Salzgehalts in der Lösung muss noch complicirtere Curven für die Fällungstemperatur liefern.. Derartige Erscheinungen können in zweierlei Gestalt auftreten: entweder als gleichzeitige Zunahme des Globulin- und Salzgehalts, oder als gleichzeitige Abnahme desselben.
Gleichzeitige Zunahme des Gehalts an Globulin und Salz wird nur in einem charakteristischen Falle beobachtet—nämlich bei dem Abdampfen der Salzlösung über Schwefelsäure oder bei niedriger Temperatur z. B. in dem von uns erbauten Luftbade (Fig. 18) zu raschem Finengen von Flüssigkeiten bei niedriger Temperatur. Ein von aussen mit Asbestpappe bekleideter Metallkasten ist mit Metallplatten a versehen, welche so angeordnet sind, dass zwischen ihnen und den Wänden des Kastens sich Spalte befinden, die abwechselnd vor und hinter den Platten liegen, so dass der Luftstrom den durch die Pfeile be-zeichneten Weg nehmen kann. Die Luft wird in dem Metallkasten b, erwärmt, welcher behufs einer gewissen Filtration der Luft Seitenöffnungen hat. und mit locker geschichtetem Asbest, angefüllt ist. Durch die am Boden befindlichen Oeffnungen <■ tritt die erwärmte Luft in den Kasten, streicht unter der eisten Platte hin. erwärmt sie, geht durch den Spalt über die auf der Platte befindliche Flüssigkeit oder dergl. unter der nächsten in den zweiten Spalt u. s. w. und entweicht durch das Rohr Je, Indem man mittels einer Klappe Je die Rohröffnung verändert, ändert