﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
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len zu den entsprechenden Schlüssen leiten. Es fehlt uns sogar an den wichtigsten Angaben über die quantitativen Verhältnisse der Löslichkeit des Globulins irgend welchen Ursprungs in wässerigen Salzlösungen. Die Veränderlichkeit der Löslichkeit des Globulins erlaubt uns nicht, mit Sicherheit zu sagen, dass wir bei dem Versuch, dieselbe zu bestimmen, am Ende des Versuchs noch Globulin gleicher Löslichkeit vor uns haben (79 Kap. XVIII).
Es ist nicht zu leugnen, dass es eine dieser Ansicht auch ganz entgegengesetzte giebt, da z. B. Limbourg den Lüsungsprocess des Fibrins in Salzen als eine ausschliesslich physikalische Erscheinung betrachtet (72 p. 458).
Wenn wir nicht die Möglichkeit haben, uns solcher Zahlenwerte zu bedienen, welche durch unmittelbare Bestimmung einer in irgend einer Salzlösung sich auflösenden Globulinmenge gewonnen wurden, so kann uns das Studium der Fällungstemperatur des Globulins aus dessen Salzlösungen in dieser Hinsicht einige Winke geben.
Die Wärme ist ein mächtiges Agens, welches auf den Zustand des Globulins in dessen Salzlösungen eine Wirkung ausübt, welche sich hauptsächlich durch Ausscheidung des Globulins aus diesen Lösungen kennzeichnet. Je energischer das Globulin von der Salzlösnng festgehalten wird, desto höher muss offenbar die Temperatur der Ausscheidung desselben sein, oder, mit andern Worten, diejenige Lösung löst das Globulin energischer auf. deren Fällungstemperatur höher ist, und, umgekehrt: Salzlösungen, welche das Globulin wenig oder garnicht auflösen, scheiden dasselbe bei niedrigerer Temperatur aus. In der That sehen wir, dass in einer jeden der vier Salzgruppen in Tafel IV (p. n. 257) das nachfolgende Salz das Globulin energischer gelöst hält als das vorhergehende. So fällt z. B. in borsaurem Natrium (Gr. IV) das Globulin sogar beim Kochen nicht aus, während Iodnatrium (Gr. I) oder die vier ersten Glieder der III Gr. eine und dieselbe Globulinmenge bei Zimmertemperatur schwer auflösen (fällen). Betrachtet man die Salzgruppen in horizontaler Richtung, so erkennt man klar, dass es für ein jedes Salz einen Concentrationsgrad giebt, bei welchem das Globulin am energischsten in der Lösung erhalten wird.
Zieht man ferner in Betracht, dass mit der Abnahme der Globulinmenge bei anderweitigen gleichen Bedingungen die Fällungstemperatur steigt (p. n. 26U). so unterliegt keinem Zweifel, dass dasjenige Salz das Globulin besser löst, bei welchem die Fällungstemperatur höher ist, d. h. dass bei gleicher Temperatur mehr Globulin dort enthalten sein wird, wo bei gleichem Globulingehalt die Fällungstemperatur höher ist.
Löst somit die der höchsten Fällungstemperatur entsprechende Salzmenge die grösste Menge Globulin auf, so muss offenbar Ab-oder Zunahme das Salzgehalts Abnahme des Globulins nach sich ziehen: von letzterem ist in beiden Fällen je weniger vorhanden, je weniger davon, der gegebenen Temperatur entsprechend, in einer schwächeren oder stärkeren als die obenerwähnte Lösung des gegebenen Salzes gelöst bleiben kann (p. n. 257—8). Daraus folgt weiter, dass irgend eine Globulinlösung, die bei einer gewissen Temperatur gefällt wird, nicht sämmtliches Globulin ausscheidet, sondern dass ein gewisser, den Bedingungen der Löslichkeit, der Temperatur und der Salzmenge entsprechender, Teil in der Lösung zurückbleibt.
Zieht man einerseits in Betracht, dass mit der Zunahme der Salzmenge, von Null an beginnend, auch die Fällungstemperatur steigt, mit andern Worten, mit dem Steigen des Salzgehalts auch mehr Globulin gelöst wird; berücksichtigt man andererseits, dass das Globulin in Wasser nicht löslich ist, und dass mit der Wasserzunahme die Fällungstemperatur fällt, d. h. die Löslichkeit des Globulins in
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