﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DBN SALZEN.
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sie aber abzunehmen beginnt und desto geringer ist, je mehr Salz die gegebene Lösung enthält. Anfangs geht die Löslichkeit mit der Salzzunahme parallel, fällt aber nach der Erreichung ihres Maximums und bildet mit der ersten so zu sagen einen Winkel, manchmal sogar einen stumpfen. Den grössten Globulingehalt besitzt die Lösung dann, wenn das Globulin in der Lösung am energischsten zurückgehalten wird; darauf beginnt aber bei der Zunahme des Salzgehalts Ausscheidung, man möchte sagen Verdrängung des Globulins aus der Lösung durch dasselbe Salz, welches das Globulin auflöst; und je höher jetzt der Salzgehalt ist, desto mehr Globulin wird verdrängt. Die maximale Löslichkeit des Globulins für die Gruppen I und II—0,57 in Betracht ziehend, dürfen wir kühn annehmen, dass die Salzmenge Je, die bei gewöhnlicher Temperatur sich aufzulösen vermag, im genannten Falle so zu sagen durch das Globulin ergänzt wird, d. h. dass die andere Hälfte OM durch Gb ersetzt wird. Diese Grösse Gb, für die Gruppen I und II, die gewissennaassen als Aequivalent der Hälfte des Sättigungscoef-ticienten erscheint, bildet mit der ersten Hälfte von Je die Verbindung 0,5Je -f- Gb, in welcher Gb allmälig durch den übrigen Teil 0,57c ersetzt werden kann; je mehr dieses letzteren, desto weniger Globulin ist vorhanden. In demselben Sinne kann für Gr. III die Verbindung 0,17c -(- Gb und für Gr. IV—0,97: -j- Gb angenommen werden, wo das Globulin ebenfalls durch die bis zur Ergänzung ersetzenden Salz-mengen im ersten Falle 0,97;, im zweiten—0,17; verdrängt werden kann. Bei vollständiger Sättigung war vollständige Fällung zu erwarten, doch findet eine solche, wie wir gesehen, nicht statt (p. n. 237). Ob hier ein Aequivalentkampf vor sich geht, oder der Löslichkeitscoefficient des gegebenen Salzes in Abhängigkeit von der Gegenwart des Globulins sich verändert—sind Fragen, die in Ermangelung-diesbezüglicher Beobachtungen jetzt noch nicht beantwortet werden können. Anzeichen eines solchen Kampfes beobachten wir bei der Fällung des Globulins mit Ammoniumsulfat, wo, wie wir sagten (p. n. 234—5), beim Umschütteln des mit Ammoniumsulfat gesättigten Gemenges, welches zudem noch Krystalle desselben Salzes enthielt, vollständige Fällung erfolgte, während beim Stehen der Flüssigkeit das Globulin teilweise sich wieder löste, um beim Umschütteln aufs neue auszufallen u. s. w.. Dafür zeugt auch die unvollkommene Fällbarkeit des Globulins bei Sättigung mit allen übrigen Salzen.
Auch von einer anderen Seite her erhalten diese gesättigten Verbindungen des Globulins mit einem Salze 0,57 -|- Gb, 0,17 -f- Gb und 0,97 -f- Gb, die den höchsten Punkt des Zerfalls oder, wie man sich gewöhnlich ausdrückt, der Fällung oder „Gerinnung“ aufweisen, das Ptecht zu existiren. In der That, wenn wir die Beispiele der „Fällung“ von Salzglobulinlösungen über 55—60° in Betracht ziehen, so trägt dieser Process im allgemeinen den Charakter einer chemischen Zersetzung; zieht man dagegen die „Fällung“ von Globulinlösungen bei niedrigeren Temperaturen in Betracht, wo übrigens die Gesetzmässigkeit der Verhältnisse dieselbe ist wie bei höheren, so wird niemand Anstand nehmen, in dem erwähnten Falle eine Erscheinung von Dissociation anzuerkennen. So finden wir bei Hammarsten zufällige Hinweise auf die Löslichkeit des beim Erwärmen auf 37°—40° mit Kochsalz gesättigten Pferdeblutserums erhaltenen Niederschlags in der Mutterlauge, sobald das Gemenge die Zimmertemperatur angenommen hat *). Auch bei Fredericq giebt
') Ein bei Zimmertemperatur, 17—20° C., mit NaCl möglichst vollständig gesättigtes, filtrirtes Pferdeblutserum trübt sich regelmässig beim Erwärmen auf etwa 37—40° C., und wenn diese mehr weniger stark getrübte Flüssigkeit dann
abgekühlt wird, klärt sie sich allmählig wieder auf. Doch löst sich dabei gewöhnlich der Niederschlag nicht absolut vollständig auf, sondern es bleibt regelmässig ein sehr geringfügiger Theil ungelöst zurück (39 p. 426).
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