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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
es Angaben über die Wasserlöslichkeit eines zwischen 40° und 59°, zuweilen unter 40°, seltener über 55°, ausgeschiedenen Niederschlags aus mit Magnesiumsulfat gesättigtem Serum (JVüAs 48—50 p. 146), Bei Ringer (91 p. 164) finden wir interessante Angaben zu Gunsten der Löslichkeit des Globulins bei niederen Temperaturen und dessen Fällbarkeit bei höheren (nicht über 55°): eine auf angegebene Weise (p. n. 343) bereitete Lactoglobinlösung giebt beim Erwärmen auf 30°—40° einen Niederschlag, der beim Abkühlen der Flüssigkeit auf 0° u. s. w. verschwindet. Auch Corin & Ansiaux (11p. 92) machten die Beobachtung, dass die durch Erhitzen erzeugten Niederschläge beim Erkalten der Flüssigkeit sich in der Mutterlauge wieder aufiösten.
In der That scheidet eine gesättigte Globulinlösung in mässig concentrirter Magnesiumsulfat- oder Chlornatriumlösung, auf 40°—45° erwärmt, einen Globulinniederschlag aus, welcher in der Mutterlauge sich löst, sobald das Gefäss, welches das Gemenge enthält, in abgekühltes Wasser gestellt wird, oder bei Zimmertemperatur sich abkühlt. Auch wenn man feingehackte Froschmuskeln eines durch die Blutgefässe mit 0,6%-iger Chlornatriumlösung gut ausgewaschenen Frosches mit 0,6— 5°/0-iger Kochsalzlösung übergiesst, so erhält man nacheinander Aufgüsse, welche von 37° an bis inch 55° Niederschläge ausscheiden, die sich leicht in Salzlösungen, Säuren (Salzsäure und Schwefelsäure) und Alkalien l°/00 auflösen.
Somit wird eine Verbindung, die bei höherer Temperatur sich zersetzt, bei der Temperatur ihrer Entstehung wieder hergestellt!
Von den soeben beschriebenen Verhältnissen ausgehend, erklärt man sich leicht auch die Fälle, wenn das Globulin sich über 60° ausscheidet und wenn, wie schon bekannt, Niederschläge erhalten werden, die trotz der auf die Erwärmung folgenden Abkühlung sich in der Mutterlauge nicht mehr auflösen. Bei der Erwärmung bis über 60° Grad haben wir eigentlich zwei Processe vor uns, wovon der eine in der Fällung des Globulins, der andere in der Veränderung des ausgeschiedenen Niederschlags unter dem Einfluss derselben Temperatur mit dem Uebergang in den in der Mutterlauge unlöslichen Zustand, das sog. „geronnene Protein“ (79 p. 772; Kap. XVIII), besteht.
Somit sind auch hier Dissociationserscheinungen vorhanden, wobei aber einer der reagirenden Körper durch Ueberführung in den unlöslichen Zustand eliminirt wird, infolgedessen er an der Wiederherstellung der anfänglichen Verbindung nicht mehr teilnehmen kann, wenn diese auch wieder auf die anfängliche Temperatur gebracht wird.
Andererseits findet unser Gedanke eine Bestätigung auch noch in mehreren nacheinander folgenden Fällungen einer und derselben Globulinlösung beim Steigen der Temperatur.
In der That stellt der bei allmäliger Erwärmung der Globulinlösung bei einer gewissen Temperatur zuerst erscheinende Niederschlag niemals die sämmtliche in Lösung befindliche Globulinmenge vor. Hält man, sobald sich Trübung zeigt, mit Hilfe z. B. des Apparats, der auf Seite 254, Fig. 13—14 abgebildet ist, die Globulinlösung auf einer und derselben Temperaturhöhe bis zur Bildung eines Niederschlags, filtrirt dann bei entsprechender Temperatur rasch durch einen Plan-tamour’sehen Trichter und erwärmt das Filtrat aufs neue, so gewahrt man Bildung eines Niederschlags schon bei etwas erhöhter Temperatur. Wird auch dieser Niederschlag abfiltrirt, so entsteht ein neuer, bei noch höherer Temperatur u. s. w.
Als Beispiel wollen wir einige am Ovoglobin unter den bei der Zusammenstellung von Tafel IV (p. n. 257) vorhandenen Bedingungen, angestellte Beobachtungen anführen. Eine Globulinlösung, welche 0?1£ Ammoniumsulfat enthält, giebt