﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
6 aufeinander folgende Fällungen bei 75°, 76°, 77°. 79°. 80° und 83°; bei einem Gehalt an 0,57b 7 solcher Fällungen, und zwar bei 20°. G5°, 75°, 76°, 79°, 84° und 85°! Dieselbe Ovoglobinlösung gab bei 0,97c Ammoniumcitrat Fällungen bei 33°, 75° und 90°; bei 0,57 Kaliumcitrat—bei 20°, 72° und 100°; bei 0,97c chromsauren Kali entstanden Fällungen bei 20°, 57° und 70°. Selbstverständlich können solche Beobachtungen nur an den niederen Gliedern einer jeden Salzgruppe in Taf. IV mit Erfolg gemacht werden, da die höheren Glieder derselben den ersten Niederschlag bei verhältnissmässig hoher Temperatur, den zweiten bei 100° und sogar höher u, s. w. ausscheiden.
In den meisten Fällen ist es auch in der Siedhitze nicht möglich alles Globulin aus dessen Salzlösungen auszuscheiden, so beständig ist die Verbindung des Salzes mit dem Globulin! Freilich muss mit der Temperaturhöhung in einer und derselben Lösung die Globulinmenge immer geringer werden, demgemäss man im allgemeinen sagen kann, dass die Globulinmenge in einer Salzlösung im umgekehrten Verhältniss zu der Temperatur steht, so dass unsere Formel (1; sich in
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verwandelt: in der Lösung wird je weniger Globulin zurück gehalten, je höher die Temperatur ist. Daraus folgt klar, dass die sog. F ä 11 u n g s (G e r i n n u n g s)-temperatur des Globulins in weiten Grenzen schwankt, und dass kein Grund vorhanden ist, diese Temperatu r f ü r irgend eins der Globulinpräparate für charakteristisch zu halten.
Giebt man einmal chemische Bindung des Globulins mit einem Salze zu, so ist es, wie mir scheint, folgerichtig anzunehmen, dass eine Vergrösserung des Salzgehaltes im Vergleich zu den Mengen (für die Gruppen I und II—0,57' für Gr, III— 0,17 und für Gr. IV— 0,9), welche das Globulin am besten zu lösen vermögen, es möglich macht das Globulin aus dessen Verbindung mit dem Salze zu verdrängen, und dass diese Verdrängung durch Temperaturerhöhung gefördert wird!. In diesen letzten Fällen wird die Abhängigkeit der Globulinmenge von der Menge des Salzes und der Temperatur sich ungefähr f'olgendermaassen ausdrücken lassem
0,57(0,17 oder 0,97) as't
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Aber auch diesem gemäss kann die Erhöhung der Temperatur bis zum Siedepunkt der Lösung die vollständige Ausscheidung des Globulins sogar bei s' — 0,57, 0,97, oder 0,17, d. h. bei Sättigung der Lösung mit dem entsprechenden Salze, nicht garantiren. Ist das Band zwischen dem Globulin und dem Salz wirklich so stark.-! Wie dem auch sei, mehr oder weniger vollständige Fällung kann erreicht werden, wenn man die Sättigung der Flüssigkeit bei erhöhter Temperatur oder, als äusser-ste Grenze, beim Kochen vornimmt. Indem wir zugleich mit der Temperaturerhöhung den Salzgehalt der Lösung vergrössern, fördern wir die Bedingnisse für die Verdrängung des Globulins aus dessen Salzlösungen. Wenn auch nicht an reinem Globulin, so doch an verschiedenen Derivaten desselben ist längst bemerkt (AM 68—74 p. 49) worden, dass Sättigung einer protemhaltigen Flüssigkeit mit einem Salze beim Kochen Fällung auch noch dort bewirkt, wo einfaches Kochen oder auch Sättigung mit dem Salze bei Zimmertemperatur eine solche nicht bewirkten. Die