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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SALZEN.
Ausscheidung des Globulins bei Zimmertemperatur durch Sättigung mit einem Salz kann als ein besonderer Fall der von uns studirten Dissociationserscheinungen in Salzglobulinlösungen, nämlich als der verhältnissmässig selten beobachtete Fall betrachtet werden, wo uns die Möglichkeit geboten ist, Temperaturerhöhung durch Vergrösserung der Salzmenge zu ersetzen. Indem wir auf diese Weise die Menge des Salzes vergrössern, wenden wir so zu sagen das Gesetz des Masseneinflusses an, auf Grund dessen wir die Dissociationstemperatur in Bezug auf das Globulin bis zur Zimmertemperatur herabsetzen; dabei büssen auch die erhaltenen Producte—die Globulinniederschläge—die Fähigkeit nicht ein, Verbindungen mit Salzen einzugehen, sobald der Einfluss der überschüssigen Salzmenge, z. B. durch Verdünnung mit Wasser, beseitigt ist, da die Globulinniederschläge unter 60°, der Temperatur, bei welcher das frische typische Globulin sich zerstetzt (79 p. 772; Kap. XVIII), erhalten wurden, wobei die Niederschläge im trocknen Zustand die Fähigkeit behielten, sich noch nach Jahren aufzulösen.
Die beste Bestätigung des Gesagten finden wir in Galeotti’s (25 p. 492 und 26 p. 461) Arbeit, obgleich der Autor seine Beobachtungen nicht an reinem Globulin sondern an Hühnereiweiss anstellte, worüber Näheres in Kap. XII, über die Verbindungen des Globulins mit Alkalien (79 p. 486), mitgeteilt werden soll.
Galeotti (25 p. 461) bestimmt die Eiweiss-und Ammoniumsulfatmengen, welche bei der allmäligen Ausfällung von Eiweisslösungen mit diesem Salz einerseits gelöst bleiben, andererseits ausgefällt werden. Die Resultate sind graphisch dargestellt (25 p. 492 und 26 p. 464), und aus den Resultaten ist der Schluss gezogen, dass es sich bei der allmäligen Ausfällung des Eiweisses nicht um eine fraction-nirte Fällung verschiedener Eiweisskörper, sondern um eine regelmässige Abscheidung einer unlöslichen Phase desselben Eiweisskörpers durch die höhere Salzcon-centration handelt. Mischt man Eieralbuminlösungen mit bestimmten Mengen einer Ammoniumsulfatlösung, so entstehen mitunter die Niederschläge nicht sofort sondern erst nach einiger Zeit. Für die hier in Betracht kommenden Concentrationen stellte Galeotti eine Isotherme aus, so dass man also künftig für jede Concentra-tionsänderung des Systems: Eiereiweiss, Ammoniumsulfat und Wasser für die Temperaturen 14—16° wird vorausbestimmen können, ob und wieviel Eiweiss ausfallen und ob es sofort oder erst nach einiger Zeit sich abscheiden wird. Solche Niederschläge stellen eigentlich keine bestimmten Verbindungen des Globulins mit Salzen vor, sondern können mechanisch verschiedene Mengen des Salzes zurückhalten, da im gegebenen Fall die Globulinniederschläge nichts anderes als Eliininationspro-ducte sind. Dies bestätigen auch Galeotti's Beobachtungen (26 p. 463), welche gezeigt haben, dass die durch Ammoniumsulfat erzeugten Niederschläge beinahe ganz frei von diesem Salze sein können.
Das hier Dargelegte giebt eine gewisse Richtung unserem Urteil über die Bedeutung der Sättigung von Salzglobulinlösungen mit Salzen. Von Fourcroy (p. n. 237) und Virchowr (p. n. 234—5) an erklärten die Autoren die Fällung durch Salze dadurch, dass den Globulinlösungen Wasser entzogen wird. Neuerdings sprach Nasse (85 p. 504) sich dahin aus, dass eine solche Wirkung des Salzes nicht bewiesen sei; Hofmeister (58 p. 8 und folg.) dagegen bestätigt die wasserentziehendc Wirkung der Salze im gegebenen Fall. Nasse’s und Hofmeisters Beobachtungen führen wir nicht an, da dieselben nicht an reinem Globulin angestellt wurden.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass, wrenn man es für möglich hält die Exi-ltenz -eines Salzglobulins, als einer besondern Verbindung von Salz und Globu-gin, anzuerkennen, man auch gezwungen ist zuzugeben, dass die Anzahl solcher