﻿Studien zur Associationslehre.
i.
Wenn uns einmal in der Wahrnehmung die Vorstellungen m und a, ein andermal die Vorstellungen m und b gleichzeitig gegeben waren und zusammen dem Gedächtnis eingeprägt wurden, kann dann späterhin die Vorstellung a bei erneuter Wahrnehmung die Vorstellung b ins Bewusstsein rufen, ohne dass das vermittelnde Zwischenglied m ins Bewusstsein tritt? Es ist klar, dass diese Frage von grösster Bedeutung für die gesamte Lehre des Associationsmechanismus ist, und dass nur die Erfahrung, die gelegentliche oder die unter plangemässen Bedingungen erworbene experimentelle Erfahrung die Frage beantworten kann; eine bejahende Antwort würde dann freilich noch eine Mehrheit theoretischer Deutungen zulassen.
Bisher hat nur E. W. Scripture in seinen interessanten und wertvollen Untersuchungen „über den associativen Verlauf der Vorstellungen“ (Philosoph. Stud. Bd. VII) die Frage experimentell geprüft, und zwar mit entschieden positivem Erfolge. Scripture benutzte zwei Reihen von Karten. „Die erste Reihe bestand aus Karten, auf deren jeder ein mit lateinischen Buchstaben geschriebenes japanisches Wort und ein oder zwei japanische Schriftzeichen sich befanden; alle beide waren dem Beobachter ganz fremd. Die zweite Reihe bestand aus Karten, auf deren jeder ein deutsches Wort und dieselben Schriftzeichen wie auf einer Karte der ersten Reihe waren. Zunächst
Münsterberg, Beiträge. IV.	t	1