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ohne vorherige Beeinflussung, zu erkennen, was in der kurzen Zeit zu erkennen möglich war, und vor allem zu unterscheiden, was sie deutlich und was sie undeutlich zu sehen glaubten, respektive was sie selbst nur zu ergänzen oder zu erraten glaubten. Nicht selten wurde das Wort ganz richtig gelesen und trotzdem ausgesagt, dass diese und jene Buchstaben nur undeutlich oder gar nicht gesehen worden seien.
Dann erst begannen die eigentlichen Experimente. Unmittelbar vor dem Oeffnen der Blende wurde der Versuchsperson ein Wort zugerufen, und zwar unter 20 Fällen 15- oder lÖmal ein solches, welches mit dem gedruckten Wort in asso-ciativer Beziehung stand, 4- oder 5mal ein solches, welches zu dem gedruckten Worte nur dann Beziehung hatte, wenn dasselbe in mehr oder weniger naheliegender Weise irrtümlich aufgefasst wurde. Die Versuchsperson gab sich völlig harmlos dem Gesichtseindruck hin, mit Recht jedesmal erwartend, dass sie ein passendes Wort zu lesen bekäme, da dieser Fall ja 3- oder 4mal so häufig eintreten musste als der andere. Da das Wort sofort wieder verschwand, so konnte in keinem Fall die erste Auffassung durch die Fortdauer des Sinneseindrucks korrigiert werden, und die Versuchsperson konnte, ungestört durch nachfolgende Eindrücke, den empfangenen Eindruck analysieren, speziell angeben, was sie mit Bestimmtheit gesehen zu haben glaubte.
In der grösseren Zahl von Fällen war der Vexierversuch vergeblich; das Wort wurde dann richtig so gelesen, wie es gedruckt war, wenn es auch ohne jede Beziehung zu der zugerufenen Vorstellung war. Unter 100 Versuchen waren also etwa 20 bis 25 Vexierversuche, und unter diesen wurde durchschnittlich 12-bis 15mal vergeblich versucht, einen Irrtum aufzunötigen. In 8 bis 10 Fällen unter 100 Gesamtversuchen pflegte es dagegen zu gelingen ; und hier zeigte sich nun mit überraschender Deutlichkeit, dass in der grössten Zahl der Täuschungsfälle, obgleich hier die Täuschung doch unbedingt centrale Ursachen hat, die Versuchsperson doch diejenigen